STONKS-9800 erscheint nicht für PS5 - Sony kündigt Vertrag
Ein hoch bewertetes Börsenspiel kommt nie auf die PlayStation, und der Entwickler weiß bis heute nicht, warum.
STONKS-9800 spielt im Japan der Achtziger, mitten in der Spekulationsblase, und sollte längst auch auf PS4 und PS5 erscheinen. Daraus wird nichts. Am Sonntag meldete sich TERNOX auf X, ein Studio, hinter dem in Wahrheit ein einzelner Entwickler aus der Ukraine steckt. Sony habe den Vertrag als Entwickler und Publisher einseitig gekündigt, ohne Begründung und ohne Vorwarnung. Mehrere Mails blieben unbeantwortet.
Nicht ein Spiel, sondern dreizehn
Der eigentliche Schaden liegt woanders. Mit dem Vertrag verschwindet auch der komplette Rückkatalog: alle dreizehn bereits veröffentlichten Titel des Studios sollen in den nächsten Tagen aus dem PlayStation Store fliegen. Was mit Leuten passiert, die diese Spiele gekauft haben, ist offen. Sony schweigt, der Entwickler beteuert, gegen keine Regel verstoßen zu haben.
Ein Notfallplan steht immerhin. STONKS-9800 kommt im Eigenvertrieb auf Xbox und Switch, Fassungen im Handel sind nur für diese beiden Plattformen geplant. PlayStation fällt komplett aus der Planung.
Worum es in dem Spiel überhaupt geht
Es ist kein beliebiges Nischenprodukt. Als Vorabversion liegt es seit dem 17. Juli 2023 auf Steam und sammelt dort äußerst positive Wertungen ein, 97 Prozent bei knapp 1400 Rezensionen. Wir spielen einen japanischen Börsenhändler in der Blase, kaufen Aktien, kassieren Dividenden, steigen in Immobilien ein, probieren Pachinko und Pferdewetten und müssen nebenbei auf die eigene Gesundheit achten, damit uns die Arbeit nicht umbringt.
Am PC ändert sich nichts. STONKS-9800 bleibt auf Steam, ebenso das ältere Taimumari 2 desselben Entwicklers. Gestrichen wurde nur eine Plattform.
Der Großputz im PlayStation Store
Sony räumt seit Monaten auf. Im Januar flogen fast zwölfhundert Einträge aus dem Store, Ende März mehrere hundert weitere, überwiegend ganze Kataloge von Publishern, die von Massenware leben. Viele dieser Spiele entstanden mit generativer KI und wurden vor allem wegen leichter Trophäen gekauft. Über das Aufräumen hat sich kaum jemand beschwert.
Push Square weist nun auf die Kehrseite hin. Wer so grobmaschig sortiert, erwischt irgendwann jemanden, der nichts falsch gemacht hat. Das ist bislang eine Vermutung und keine belegte Tatsache, denn eine Verbindung zwischen Kündigung und Aufräumaktion hat niemand nachgewiesen. Sony äußert sich dazu nicht.
Es geht längst nicht mehr um ein kleines Börsenspiel. Es geht darum, dass ein Store zehn Jahre Arbeit mit einer einzigen Mail löschen kann, genauer gesagt mit einer fehlenden. Glaubt ihr, Sony rückt noch mit einer Erklärung heraus? Schreibt es uns in die Kommentare.