Close Combat: Last Stand Arnhem ist eine Strategiesimulation, die in den letzten Tagen der Operation Market Garden im Zweiten Weltkrieg spielt. Spieler übernehmen entweder das Kommando über alliierte Luftlandetruppen, die die Arnhem-Brücke sichern sollen, oder über deutsche Verteidiger, die den Vormarsch aufhalten wollen. Das Spiel greift dabei direkt auf historische Ereignisse rund um den britischen Brückenkopf zurück, bei dem die Munition ausging und der berühmte Funkspruch mit der Aufforderung, den König zu retten, abgesetzt wurde.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Führung kleiner Trupps mit realistischer psychologischer Modellierung. Moral, Erschöpfung und individuelle Leistung der Soldaten beeinflussen den Kampfverlauf oft stärker als reine Feuerkraft. Die Gefechte laufen in pausierbarer Echtzeit auf detaillierten handgezeichneten Karten ab, sodass Befehle erteilt, Positionen angepasst und auf neue Entwicklungen reagiert werden kann, ohne ständig pausieren zu müssen. Auf einer übergeordneten Ebene werden größere Kampfgruppen auf einer Kampagnenkarte bewegt; Entscheidungen über Reserven, Verstärkungen und Versorgungswege bestimmen den Verlauf des gesamten Konflikts.
Ein Truppenpunkt-System ermöglicht es, begrenzte Ressourcen gezielt auf ausgewählte Einheiten aus verfügbaren Verbänden zu verteilen. Kampfgruppen können gestapelt, zusammengelegt oder gegenseitig Einheiten abgeben, während statische Truppen auch ohne aktive Kampfgruppe wichtige Stellungen halten. Flussüberquerungen per Fähre oder Angriff sowie die Zerstörung oder Reparatur von Brücken erweitern die taktischen Möglichkeiten. Nachtgefechte nutzen Leuchtspureffekte, die die Sichtverhältnisse für beide Seiten kurzzeitig verändern. Verbesserte KI sorgt für besseres Wegfinden und realistischere Reaktionen der Einheiten, doch der Schwerpunkt liegt weiterhin auf planvollem Vorgehen statt auf schnellen Reflexen.
Artillerie- und Luftunterstützung außerhalb der Karte skaliert mit dem Schwierigkeitsgrad. Kartengrößen bis 4800 × 4800 Pixel ermöglichen größere Gefechte, während Kohäsions- und Erschöpfungswerte kontinuierlich Auskunft über die Kampfkraft der Einheiten geben.
Spielmodi
Über sechzig einzelne Gefechte bilden historische Scharmützel aus dem Arnhem-Kampf nach. Diese Szenarien konzentrieren sich auf begrenzte Ziele und lassen sich in kürzeren Sitzungen abschließen. Operationen verknüpfen mehrere Gefechte zu zusammenhängenden Sequenzen, deren Ergebnisse sich auf die verfügbaren Kräfte auswirken.
Kampagnen erweitern den Rahmen weiter und verfolgen den Fortschritt über mehrere Operationen hinweg mit persistenten Werten wie Kampfgruppenstärke und Versorgungslage. Die erweiterte Großkampagne umfasst den gesamten Verlauf der Operation und markiert wichtige Übergänge sowie neue Tage durch Videosequenzen. Szenario-Editoren erlauben die Anpassung von Startzeitpunkten, Verstärkungseintreffen und weiteren Parametern.
Historischer Hintergrund und Fraktionen
Die alliierten Streitkräfte bestehen hauptsächlich aus britischen Luftlandeeinheiten, darunter Teile der 1st Airborne Division, deren übergeordnete Verbände die verfügbaren Truppenplätze je nach Hierarchieebene beeinflussen. Die deutsche Seite setzt sich aus schnell zusammengestellten Verteidigungsgruppen mit eigenen Truppenpools und Fähigkeiten zusammen. Mehrere Nationalitäten mit unterschiedlicher Ausrüstung und Leistungsmerkmalen stehen auf beiden Seiten. Luftlandemechaniken simulieren Abwurfzonen und die anfängliche Zerstreuung der Kräfte und sorgen so für realistische Eröffnungsphasen.
Erweiterte Truppenpools und Reserve-Kampfgruppen bieten mehr Flexibilität bei der Zusammenstellung der Kräfte als in früheren Teilen der Serie. Übergeordnete Verbände helfen bei der Organisation größerer Strukturen, während Abschlussberichte Kohäsion und Kontrolle über Siegpunkte erfassen.
Lohnt sich das Spiel?
Die Steam-Bewertungen fallen mit „Sehr positiv" aus (130 Bewertungen, 80 % Zustimmung). Die Resonanz richtet sich vor allem an Spieler, die detaillierte taktische Kontrolle und historische Genauigkeit über moderne Grafik stellen. Das Spiel eignet sich für alle, die pausierbare Echtzeit-Strategie mit starkem Fokus auf Einheitenmanagement und Kampagnenverlauf suchen.
Die Verfügbarkeit auf PC über gängige digitale Plattformen sowie das mitgelieferte Handbuch und Modding-Unterstützung erhöhen die Langlebigkeit für Nutzer, die Wetter, Wertung oder Unterstützungsoptionen anpassen möchten. Wer den Close-Combat-Ansatz realistischer Kleinkampftaktik im Zweiten-Weltkrieg-Setting schätzt, findet hier eine fundierte Mechanik und positive Community-Rückmeldungen - besonders bei Vorerfahrung mit vergleichbaren Strategiespielen.