Disciples: Liberation ist ein reifes Dark-Fantasy-Strategy-RPG, das rundenbasiertes taktisches Kampfgeschehen mit Erkundung und fraktionsbasierten Entscheidungen für Xbox One und Xbox Series verbindet. In der Rolle von Avyanna gilt es, Nevendaar zu befreien - durch Entscheidungen, die Bündnisse und Verläufe nachhaltig beeinflussen.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer Heldin mit umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten in vier Klassen. Jede Klasse verfügt über eigene Skillbäume und Ausrüstungsplätze, mit denen sich Fähigkeiten gezielt auf unterschiedliche Kampfstile ausrichten lassen. Die Truppenzusammenstellung greift auf verschiedene Einheitentypen der Fraktionen zurück; auf dem Hex-Feld entscheiden Positionierung und der gezielte Einsatz von Spezialfähigkeiten über den Ausgang der Schlachten.
Die Erkundung führt über offene Karten und gelegentliche Dungeons in der Draufsicht. Dabei treffen Spieler auf Charaktere und Ereignisse, die in ein Diplomatie-System mit vier großen Fraktionen einfließen. Gunst oder Feindschaft gegenüber diesen Gruppen beeinflussen verfügbare Einheiten, Story-Verzweigungen und langfristige strategische Optionen. Basisbau-Elemente ermöglichen es, die Heimatstadt durch während des Spiels gesammelte Ressourcen auszubauen.
Im Kampf stehen Synergien zwischen Einheiten im Vordergrund. Zugreihenfolge, Geländeeffekte auf dem Hex-Feld und Kombinationen von Fähigkeiten eröffnen taktische Spielräume. Das System belohnt sorgfältige Planung statt wiederholter Aktionen, auch wenn spätere Begegnungen für manche Spieler nach dem Erlernen der Kernstrategien an Abwechslung verlieren.
Spielmodi
Das Kernspiel besteht aus einer Einzelspieler-Kampagne, die zwischen Erkundungsphasen und taktischen Schlachten wechselt. Diese Struktur führt durch die Haupthandlung und bietet zugleich Gelegenheiten, sich mit den Fraktionen auseinanderzusetzen und die eigenen Truppen zu erweitern.
Für Wettbewerb oder kooperative Partien außerhalb der Kampagne steht ein separater Mehrspielermodus zur Verfügung. Er konzentriert sich auf direkte taktische Auseinandersetzungen mit denselben Hex-basierten Kampfregeln und Einheitenoptionen wie im Einzelspielermodus.
Handlung und Welt
Nevendaar bildet die Kulisse, bevölkert von vier Fraktionen mit eigenen Zielen und Einheiten. Entscheidungen während der Erkundung und Diplomatie beeinflussen die Beziehungen zu diesen Gruppen und eröffnen unterschiedliche Rekrutierungsmöglichkeiten sowie narrative Entwicklungen. Der Ton bleibt erwachsen und thematisiert Konflikte, Extremismus und moralische Grauzonen, ohne über die übliche Fantasy-Gewalt hinauszugehen.
Avyannas persönliche Entwicklung ist eng mit diesen Systemen verknüpft. Ein Emotion-Shard-Mechanik sowie zusätzliche Skillpunkte aus bestimmten Editionen erweitern ihre Fähigkeiten, während Ressourcenpakete den Basisausbau unterstützen. Diese Elemente fügen sich in den übergreifenden Kreislauf ein, in dem man Stärke sammelt, um die Bedrohungen im Land zu bewältigen.
Lohnt sich das Spiel?
Disciples: Liberation richtet sich an Spieler, die taktische RPGs mit starkem Fokus auf Einheitenmanagement, Heldenanpassung und verzweigte Fraktionsinteraktionen schätzen. Das Hex-Grid-Kampfsystem und die Klassenvielfalt bieten solide Tiefe für alle, die strategische Planung in Gefechten bevorzugen.
Die Resonanz fällt gemischt aus: Gelobt werden die taktischen Systeme und die Wiederspielbarkeit durch unterschiedliche Fraktionsausrichtungen und Builds, während Kritik an der begrenzten Erkundung und der zunehmenden Wiederholung von Kämpfen in längeren Sitzungen geübt wird. Das Spiel erschien 2021 und erhielt seither keine größeren Updates, sodass es als abgeschlossenes Einzelspieler-Paket vor allem Genre-Fans anspricht, die keine ständigen neuen Inhalte erwarten.
Auf Xbox-Plattformen stehen die vollständige Kampagne und die Mehrspieler-Funktionen zur Verfügung. Wer dunkle Fantasy-Welten mit bedeutsamen Entscheidungen und bedachtem Kampftempo sucht, wird hier am meisten finden. Spieler, die actionreichere oder umfangreichere Open-World-Erlebnisse bevorzugen, sollten vorab eine Demo ausprobieren oder sich Gameplay-Videos ansehen.