Gary Grigsby's War in the West: Operation Torch ist eine Strategiesimulation, die den Westfeldzug des Zweiten Weltkriegs in seinen späteren Phasen abbildet. Die Erweiterung ergänzt das Grundspiel um zehn neue Szenarien, die von den alliierten Landungen in Nordafrika bis zu den letzten Kämpfen in Europa 1945 reichen. Spieler übernehmen dabei die Führung alliierter und deutscher Verbände in detaillierten rundenbasierten Gefechten, bei denen Luft- und Bodenoperationen gleichermaßen geplant werden müssen.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Koordination von Luft- und Bodentruppen in einer hochaufgelösten Simulation des Zweiten Weltkriegs. Jede Runde erfordert eine sorgfältige Verteilung von Ressourcen, die Positionierung von Einheiten und die Durchführung von Angriffen, wobei Versorgungslinien und gegnerische Reaktionen stets berücksichtigt werden müssen. Die Luftkriegsführung nimmt dabei eine zentrale Rolle ein; eigene Szenarien ermöglichen die gezielte Steuerung von Bomberverbänden und Jagdschutz. Auf dem Boden geht es darum, Infanterie, Panzer und Unterstützungseinheiten über unterschiedliches Gelände in Nordafrika und Europa zu führen. Das System erfasst Bereitschaft, Treibstoff und Munition und zwingt die Spieler, aggressive Vorstöße gegen logistische Grenzen abzuwägen. Der Sieg hängt meist davon ab, bestimmte Ziele innerhalb der vorgegebenen Runden zu erreichen, nicht von der vollständigen Vernichtung des Gegners.
Spielmodi
Operation Torch enthält zehn Szenarien unterschiedlicher Länge, von kurzen Operationen bis zu umfassenden Feldzügen. Dazu gehören Torch to Tunisia (November 1942 bis Juli 1943, 37 Runden), Battle for Tunisia (Februar bis Juni 1943), Rommel Attacks (Anfang 1943), Operation Dragoon (Mitte 1944), Operation Diadem bis zur Gotenstellung, Breaching the Gothic Line bis 1945, Weakest Link als reiner Luftkrieg gegen deutsche Treibstoffindustrie, Pointblank Directive 1944 als weiterer Luftkrieg mit strategischen Bombenzielen, der Feldzug 1945 ab der Ardennenoffensive sowie der hypothetische Großfeldzug 4th Supreme Command von Juli 1943 bis August 1945 über 109 Runden. Die Szenarien können im Einzelspiel gegen den Computer, im Hotseat-Modus oder im Mehrspielermodus mit bis zu vier Teilnehmern und kooperativ gegen die KI gespielt werden.
Historische Abdeckung und Was-wäre-wenn-Elemente
Die Szenarien zeichnen den alliierten Vormarsch von Nordafrika über Italien bis nach Frankreich nach und verbinden dokumentierte Ereignisse mit alternativen Geschichtsverläufen. Ein Feldzug geht von einem erfolgreichen Attentat auf Hitler 1943 aus, das die deutsche Führungsstruktur und Truppenverteilung ab Sommer desselben Jahres verändert. Reine Luftkriegsmodi isolieren die strategische Bombenkampagne gegen Industrieziele, wobei Siegbedingungen auf Flugzeugverluste und Zielprioritäten angepasst sind. Bodenoperationen spiegeln die Herausforderungen von Gelände, Wetter und Nachschub im Mittelmeerraum und Westeuropa bis 1945 wider.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel richtet sich an Spieler, die tiefgehende rundenbasierte Strategiesimulationen des Zweiten Weltkriegs suchen und weniger auf schnelle Action setzen. Die Erweiterung bietet umfangreichen Inhalt durch unterschiedliche Szenariolängen und den Fokus auf die Koordination von Luft- und Bodeneinheiten. Vereinzelte Nutzerbewertungen auf Vertriebsplattformen heben die Komplexität und den historischen Detailreichtum hervor, bemängeln jedoch das Fehlen früher Phasen des nordafrikanischen Feldzugs. Wer große Feldzüge mit präzisen logistischen und taktischen Entscheidungen leiten möchte, findet über die enthaltenen Operationen und die Mehrspielermodi hinweg einen hohen Wiederspielwert. Das Spiel ist für den PC verfügbar und erhält keine weiteren saisonalen Updates oder zusätzlichen Inhalt über die genannten Szenarien hinaus.