Millennia: Ancient Worlds ist ein Strategiespiel mit Simulations-Elementen für den PC, das die Vorgeschichte der klassischen 4X-Erfahrung erweitert. Spieler starten vor der Entstehung fester Zivilisationen und führen eine kleine Gruppe Menschen durch das Sammeln von Ressourcen, Anpassung und den Aufbau einer Gesellschaft über Jahrtausende hinweg.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht ein rundenbasiertes System aus Erkundung, Expansion und Anpassung. Zu Beginn liegt der Fokus auf Überleben und schrittweisem Fortschritt: Eine nomadische Gruppe sammelt Ressourcen, um sich zu stärken, bevor sie sich dauerhaft niederlässt. Neue Geländetypen bringen unterschiedliche Bedingungen mit sich - etwa eingeschränkte Sammelmöglichkeiten in gefrorenen Regionen, die sich später zu ertragreichen Gras- und Waldgebieten entwickeln. Megafauna tritt sowohl als Bedrohung als auch als Chance auf und löst Ereignisse aus, die die Gruppenstärke verändern oder besondere Belohnungen bieten können.
Ab dem Zeitalter II steht ein neuer Nationalgeist zur Verfügung. „Botschafter" fördert diplomatische Beziehungen durch Geschenke an Rivalen, Ressourcenabbau bei kleineren Nationen unter Wahrung ihrer Unabhängigkeit sowie Zugang zu einem speziellen Lama-Gut mit dauerhaften Vorteilen. Als neue Startregierung ersetzt die „Bandgesellschaft" den klassischen Heimatbau durch kurzfristige Boni und Stammeslager, die frühe Vorteile verschaffen. Zudem erhält man eine Nomadenband-Einheit, die Gelände durchstreifen und nach der Sesshaftwerdung eine zusätzliche Hauptstadtregion gründen kann.
Die Erkundung wird durch neue Sehenswürdigkeiten bereichert, die auf der Karte erscheinen können. Dazu zählen unter anderem der Mount Jianglang, die Iguazú-Wasserfälle und der Great Redwood Forest sowie acht weitere Naturwunder. Jedes Landmark bietet eigene Expeditionen mit spezifischen Belohnungen oder Herausforderungen aus der Vorgeschichte.
Spielmodi
Millennia: Ancient Worlds fügt sich nahtlos in die Einzelspieler-Kampagne des Grundspiels ein. Spieler durchlaufen eine Abfolge von Zeitaltern, die entweder dem historischen Verlauf folgen, in Krisenphasen mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad übergehen oder in alternative Zeitlinien mit veränderten Regeln und Technologien führen. Die Erweiterung bereichert die Anfangsphase jeder Partie durch die nomadische Startoption und die damit verbundenen Mechaniken, die von den ersten Zügen an unterschiedliche strategische Wege eröffnen.
Multiplayer wird im experimentellen Simultan-Modus unterstützt, der mit der Veröffentlichung der Erweiterung eingeführt wurde. Mehrere Teilnehmer können ihre Züge gleichzeitig ausführen. Der Modus baut auf den bestehenden 4X-Systemen auf, ohne eigene Szenarien oder Ranglisten einzuführen.
Wichtige Features und Mechaniken
Die Erweiterung ergänzt gezielte Systeme für die frühesten Spielphasen, ohne spätere Zeitalter zu verändern. Die Bandgesellschaft-Regierung setzt auf Mobilität und temporäre Machtschübe durch Lager, während der Nationalgeist „Botschafter" diplomatisches Geschick und den Erhalt kleinerer Gruppen belohnt. Die Entwicklung des Geländes von gefrorenen zu gemäßigten Zonen schafft dynamische Ressourcenverfügbarkeit, die Zeitpunkt und Richtung der Expansion beeinflusst. Begegnungen mit Megafauna erfordern risikobehaftete Entscheidungen, die den Fortschritt je nach Ausgang der Ereignisse fördern oder behindern können.
Sehenswürdigkeiten dienen als optionale Ziele während der Erkundung und sind mit spezifischen Expeditionsergebnissen verknüpft. Wer in Aufklärung investiert, wird entsprechend belohnt. Diese Elemente ergänzen das Zeitalter-Fortschrittssystem des Grundspiels, bei dem die erste Nation, die die erforderlichen Kriterien erfüllt, den globalen Übergang in die nächste Epoche für alle Teilnehmer bestimmt.
Lohnt sich das Spiel?
Die Resonanz auf das Grundspiel fällt gemischt aus: Auf Steam liegen die Bewertungen bei etwa 67 Prozent positiv. Neuere Rezensionen zeigen nach Patches und dem Update 5, das zusammen mit der Erweiterung erschien, eine positive Tendenz. Das Update brachte Leistungsverbesserungen sowie die neuen prähistorischen Inhalte. Die Erweiterung richtet sich vor allem an Spieler, die in historischen Strategiespielen mehr Abwechslung in der frühen Phase suchen und konkrete Alternativen zur klassischen Stadtgründung wünschen.
Wer Wert auf bedächtiges Tempo, diplomatisches Vorgehen und den Aufbau aus minimalen Ressourcen legt, wird die neuen Optionen als lohnend empfinden. Der prähistorische Einstieg bietet einen eigenständigen Zugang, der Planung rund um Geländeveränderungen und das Management von Ereignissen belohnt. Spieler, die regelmäßige Aktualisierungen schätzen, profitieren von der fortlaufenden Unterstützung durch Patches, die Stabilität verbessern und experimentelle Features wie den simultanen Multiplayer erweitern.