We. The Revolution ist ein Singleplayer-Strategiespiel, das während der Französischen Revolution in Paris spielt. Die Spieler übernehmen die Rolle eines Richters am Revolutionstribunal und leiten eine Reihe von Gerichtsverfahren, während sie politische Bündnisse und persönliche Beziehungen pflegen. Das Spiel verbindet Verhandlungen vor Gericht mit Intrigen und Entscheidungen, die sich auf verschiedene Ebenen der Handlung auswirken.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht das Führen von Prozessen. Jeder Fall liefert Zeugenaussagen, Beweisberichte und Hinweise, die auf Widersprüche oder unterstützende Details geprüft werden müssen. Das Urteil hat direkte Folgen für die Angeklagten und beeinflusst zugleich die eigene politische Position. Am Ende eines jeden Tages reagieren Familienmitglieder auf die Entscheidungen, was künftige Handlungsoptionen und die persönliche Stabilität beeinflussen kann.
Außerhalb des Gerichtssaals treten die Spieler über Dialoge und Aktionen mit rivalisierenden Fraktionen in Kontakt, um Verbündete zu gewinnen oder Gegner zu schaffen. Diese Interaktionen verbinden narrative Verzweigungen mit strategischen Überlegungen, da die Unterstützung bestimmter Gruppen spätere Verfahren erleichtern oder erschweren kann. Auf taktischer Ebene werden Agenten in den verschiedenen Stadtvierteln von Paris eingesetzt, um Einfluss zu sichern - je nach Situation mit überzeugenden oder durchsetzungsfähigen Einheiten. Die visuelle Gestaltung nutzt einen stilisierten polygonalen Look, der mit neoklassizistischen Illustrationen kombiniert wird und die Epoche atmosphärisch andeutet, ohne auf Fotorealismus zu setzen.
Spielmodi
Das Spiel besteht aus einer durchgehenden Singleplayer-Kampagne, die in narrative Akte unterteilt ist und den historischen Zeitverlauf nachzeichnet. Alle Systeme sind in eine einzige Fortschrittsstruktur eingebunden, es gibt keine separat wählbaren Modi. Die tägliche Struktur bilden die Gerichtsverfahren, während politische und taktische Elemente zwischen den Fällen als ergänzende Aktivitäten ablaufen. Multiplayer- oder Wettbewerbsoptionen sind nicht vorhanden, sodass der Fokus ausschließlich auf den individuellen Entscheidungen und ihren langfristigen Auswirkungen liegt.
Lohnt sich das Spiel?
Spieler, die moralische Dilemmata und vielschichtige Entscheidungen schätzen, finden hier die größte Anziehungskraft. Die Gerichtsmechaniken belohnen sorgfältiges Prüfen von Beweisen und das Abwägen von Fraktionsinteressen, während familiäre Auseinandersetzungen persönliche Konsequenzen schaffen und verhindern, dass Entscheidungen abstrakt wirken. Wer schnelle Action oder umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten sucht, wird auf ein langsameres Tempo treffen, das vor allem auf Lesen und Nachdenken setzt.
Das Spiel erschien 2019 und ist als abgeschlossenes Erlebnis ohne saisonale Inhalte oder größere Erweiterungen nach dem Release verfügbar. Bei Spielern, die historische Erzählungen und entscheidungsbasierte Strategie mögen, wird es vor allem für seine Atmosphäre und thematische Kohärenz positiv aufgenommen, auch wenn manche die Bedienung bei Ermittlungen als gelegentlich sperrig empfinden. Es eignet sich für Sitzungen, die auf durchdachte Fortschritte statt auf schnelle Runden oder kompetitives Spiel ausgerichtet sind.