Tank Warfare: El Guettar ist eine Strategiesimulation, die eine konkrete Schlacht des Tunesienfeldzugs im Zweiten Weltkrieg nachbildet. Das Szenario spielt im März 1943 und versetzt die Spieler in die Rolle der Kommandeure rund um die Oase El Guettar, wo alliierte Verbände wie das 1st Ranger Battalion und Teile der 1st Infantry Division einer deutschen Gegenoffensive der 10th Panzer Division gegenüberstanden.
Gameplay
Das Spiel verbindet operative Planung mit taktischer Umsetzung auf einer detaillierten Karte von über 200 Quadratkilometern. Spieler positionieren Einheiten entlang von Bergrücken, Bergen, Halbwüsten, Marschgebieten und Schluchten, die Bewegung und Sichtlinien beeinflussen. Die historischen Organisationsstrukturen bestimmen die verfügbaren Kräfte und zeigen, wie Infanterie, Panzer und Artillerie unter den damaligen Bedingungen zusammenwirken.
Einheiten können in Linie oder Kolonne formiert werden, entweder auf Straßen oder verdeckt. Infanterie kann Panzern folgen, und Spieler legen Verzögerungen oder Feuersektoren fest, um Gefechte zu steuern. Das System legt Wert auf realistische Beschränkungen bei Versorgung, Positionierung und Verstärkung.
Spielmodi
Zwei Operationen stehen zur Verfügung, jede mit sieben Runden und aus beiden Perspektiven spielbar. Die eine Seite beginnt mit der Einnahme und Verteidigung der Oase, während die andere auf den geplanten Gegenangriff entlang der Highway 15 ausgerichtet ist. Beide Szenarien laufen unabhängig voneinander, nutzen jedoch dieselbe historische Schlachtfeldrekonstruktion und dieselben Einheitsdaten vom 23. März 1943.
Der Fortschritt erfolgt rundenweise: Kräfte werden verlegt, konzentriert, versorgt oder ersetzt, bevor taktische Gefechte stattfinden. Die Struktur belohnt eine sorgfältige Verteilung begrenzter Ressourcen über den gesamten Verlauf.
Historischer Hintergrund und Einheiten
Das Spiel basiert auf dokumentierten Ereignissen. Nachdem die Rangers die Oase mit geringem Widerstand gesichert hatten, zogen sich die italienischen Verteidiger in die umliegenden Hügel zurück. Die alliierten Vorstöße führten zur Gefangennahme von Hunderten Soldaten und zur Sicherung von Ausrüstung. Deutsche Verstärkungen trafen ein, um die Stellung zurückzuerobern und die Route nach Gabes zu öffnen. Artillerie auf dem Keddab-Rücken und in Reserve gehaltene Panzerjägerbataillone sind Teil der nachgebildeten Kräfteverteilung.
Die Einheitsdaten entsprechen dem historischen Stand, einschließlich der Zusammensetzung der 10th Panzer Division mit Panzern und Schützenpanzern. Das Gelände beeinflusst, wie diese Verbände manövrieren und kämpfen können.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel richtet sich an Spieler, die detailliertes historisches Wargaming suchen und keine schnelle Action erwarten. Mit nur wenigen Operationen und dem Fokus auf eine einzelne Schlacht liegt der Reiz in wiederholten Durchgängen von beiden Seiten, um unterschiedliche Herangehensweisen zu erproben. Die begrenzte Zahl an Nutzerbewertungen zeigt eine Nischenrezeption, die vor allem die präzise Rekonstruktion von Schlachtfeld und Einheiten hervorhebt.
Interessierte an operativen Entscheidungen mit taktischer Tiefe werden die Mechaniken als lohnend empfinden. Neue Spieler benötigen Zeit, um sich mit den Formations- und Bewegungssystemen vertraut zu machen. Das Spiel läuft auf bescheidener Hardware und hat seit der Veröffentlichung 2017 keine größeren Updates erhalten. Die Erwartungen sollten daher auf eine fokussierte Ein-Kampagnen-Simulation ausgerichtet sein, nicht auf laufende Inhaltsaktualisierungen.