ArmorSim ist ein Simulationsspiel für den PC, das sich auf Terminalballistik konzentriert und sich derzeit in Early Access befindet. Spieler können Panzerplatten und Geschosse aus historischen Beständen zusammenstellen und die physikalischen Auswirkungen von Treffern anhand präziser Berechnungen nachvollziehen.
Gameplay
Im Zentrum steht der Aufbau eines Ziels aus Platten unterschiedlicher Dicke, Neigung, Abstände und Werkstoffe. Zur Auswahl stehen Munitionsarten aus amerikanischen, sowjetischen bzw. russischen und deutschen Beständen, ergänzt durch frei definierbare Parameter. Nach dem Abschuss ermittelt die Simulation die Ergebnisse anhand von Materialeigenschaften wie Dichte und Streckgrenze. Das Geschoss erodiert, die Platte verformt sich oder versagt gezielt, und Splitter behalten realistische Masse und Geschwindigkeit. Eine frei bewegliche Kamera ermöglicht Zeitlupenaufnahmen aus beliebigen Blickwinkeln und zeigt Details wie Pfropfenauswurf oder unregelmäßige Durchschläge ohne grafische Überhöhung.
Alle Materialdaten sind mit Quellenangaben versehen, die gemessene Werte von abgeleiteten, angepassten oder angenommenen Werten unterscheiden und auf die jeweiligen Studien verweisen. Nicht unterstützte Einträge werden klar gekennzeichnet. Das System verzichtet vollständig auf Trefferpunkte und berechnet jedes Ergebnis direkt aus den zugrunde liegenden Gleichungen und Konstanten.
Spielmodi
Drei unterschiedliche Solver arbeiten innerhalb derselben Sandbox. NORMAL liefert schnelle analytische Lösungen auf Basis etablierter Modelle für Erosion, Restgeschwindigkeit, Abprall und Fragmentierung. ADVANCED erweitert dies um eine schichtweise Erfassung bei Abstands- oder Mehrschichtaufbauten, einschließlich Reaktivpanzerung, und gibt die Energieverluste jeder Stufe an. ULTRA nutzt ein kontinuumsmechanisches Verfahren mit einem achsensymmetrischen Lagrange-Netz, das Plastizität, Zustandsgleichungen, Scherbandbildung und Elemententfernung berücksichtigt, um Kratergeometrien direkt aus der Physik abzuleiten. Die analytischen Solver bestimmen auch bei ULTRA-Visualisierungen die Endresultate und sorgen so für Konsistenz zwischen den Modi.
Szenenaufbau und Werkzeuge
Ein freier Editor erlaubt Platzierung, Drehung und Materialzuweisung einzelner Platten oder komplexer Stapel. Die Datenbank umfasst vierzehn Panzerungswerkstoffe und vier Penetratorkernarten sowie Optionen für Keramikverbundwerkstoffe, Rückplatten und Hohlladungsstrahlen bei senkrechtem Auftreffen. Aufzeichnungen lassen sich als kompakte Dateien exportieren und teilen. Die Oberfläche unterstützt fünf Sprachen. Kein Element basiert auf abstrahierten Härtewerten; jede Interaktion geht auf laborermittelte Konstanten zurück.
Lohnt sich das Spiel?
ArmorSim richtet sich an Nutzer, die Panzerdurchschlagsvorgänge detailliert untersuchen möchten, ohne auf spezialisierte Ingenieursoftware zurückgreifen zu müssen. Der Early-Access-Status bedeutet, dass der Funktionsumfang auf die beschriebenen Simulationswerkzeuge und Solver beschränkt ist und dokumentierte Einschränkungen wie die Achsensymmetrie im ULTRA-Modus aufweist. Der Verzicht auf visuelle Effekte wie Funken oder Rauch lenkt die Aufmerksamkeit auf das Verhalten des Metalls selbst. Für Nutzer, die nachprüfbare Physik gegenüber unterhaltsamen Abstraktionen bevorzugen, bietet die aktuelle Version eine fokussierte Sandbox, die iterative Tests und Anpassungen von Winkeln oder Dicken belohnt. Wer breitere Spielvielfalt oder Mehrspieler-Elemente sucht, findet den Umfang bewusst eingeschränkt.