As Long As You're Here ist ein kurzes First-Person-Walking-Simulator-Erlebnis, in dem man Annie begleitet, eine ältere Frau, die mit den ersten und fortschreitenden Stadien einer Alzheimer-Erkrankung lebt. Die Geschichte spielt sich in einer einzigen Sitzung von etwa dreißig bis sechzig Minuten auf dem PC ab und konzentriert sich auf stille Alltagsabläufe, die durch Umgebungs-Storytelling und leichte Desorientierung immer tiefere emotionale Schichten offenlegen.
Gameplay
Im Zentrum steht das Bewegen durch eine kleine Wohnung und das Ausführen alltäglicher Handlungen: Kaffee kochen, Pflanzen gießen, Medikamente einnehmen oder mit Familienmitgliedern sprechen. Diese Tätigkeiten bilden Ankerpunkte, während das Gedächtnis zunehmend nachlässt und Räume ohne Vorwarnung zwischen Gegenwart und vergangenen Momenten wechseln. Texte auf Notizen oder in Gesprächen verblassen mitten im Satz und spiegeln Annies Verwirrung wider, sodass man genauer auf die Umgebung und persönliche Erinnerungsstücke achten muss.
Der Fortschritt ergibt sich aus dem Sammeln von Fotos, mit denen man ein Familienstammbaum-Album zusammenstellt. Dabei tauchen Erinnerungen an Annies verstorbenen Bruder und ungelöste Familienkonflikte auf. Die Wohnung selbst erzählt die Geschichte: Veränderungen in Beleuchtung, Raumaufteilung und Objektplatzierung zeigen das Fortschreiten der Symptome an. Es gibt weder Kampfsequenzen noch Timer oder komplexe Mechaniken; stattdessen geht es um Beobachtung, einfache Interaktionen und das Zusammensetzen einer persönlichen Geschichte aus visuellen und akustischen Hinweisen.
Game Modes
Das Spiel bietet eine einzige, lineare Geschichte, die für eine durchgehende Sitzung konzipiert ist. Es gibt keine alternativen Modi, Schwierigkeitsstufen oder verzweigten Pfade, nur eine feste Abfolge von Tagen und Erinnerungsszenen. Die Struktur sorgt für ein ununterbrochenes Eintauchen in Annies Perspektive, ohne Wiederholungsanreize oder unterschiedliche Enden.
Story and Themes
Die Handlung thematisiert Trauer, Schuldgefühle und die Auswirkungen von Demenz auf familiäre Beziehungen - vor allem das Verhältnis zwischen Annie und ihrer Tochter Elisabeth sowie die alten Spannungen um ihren Bruder. Erinnerungen tauchen während ganz normaler Tätigkeiten auf und vermischen sich mit Rückblenden, in denen Annie sich Jahrzehnte zuvor um einen kranken Elternteil kümmerte. Der Ton bleibt zurückhaltend und introspektiv; das Walking-Simulator-Format vermittelt Isolation und den schleichenden Verlust von Gewissheit, ohne Sprungschreckmomente oder klassische Horror-Elemente.
Is It Worth Playing?
Das Spiel richtet sich an Spieler, die eine kurze, emotional dichte Geschichte suchen, statt Action oder Rätsel. Seine Stärke liegt in der sensiblen Darstellung von Gedächtnisverlust und familiären Dynamiken, die durch stimmige Umgebungsgestaltung und zurückhaltende Soundgestaltung vermittelt werden. Wer narrative Walking Simulatoren schätzt, die reale Themen aufgreifen, findet hier ein abgerundetes Erlebnis, das seine kurze Spielzeit respektiert und auf Füllmaterial verzichtet. Es handelt sich um ein eigenständiges Release ohne zusätzliche Inhalte.