Chornobyl Liquidators ist ein First-Person-Einzelsieler, der Action, Simulation und Adventure-Elemente verbindet. Spieler übernehmen die Rolle von Liquidatoren, die nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 zum Einsatz kommen. Simulation und Rollenspiel-Mechaniken treffen auf narrative Entscheidungen, bei denen Strahlenbelastung, Ausrüstung und moralische Konflikte im Mittelpunkt stehen - eingebettet in die historischen Ereignisse rund um das Kernkraftwerk und seine Umgebung.
Gameplay
Im Zentrum steht eine Abfolge von Aufgaben aus der ersten Person, die die tatsächliche Arbeit der Liquidatoren nachbilden. Spieler wechseln zwischen verschiedenen Rollen wie Feuerwehrmann, Dosimetrist oder Einsatzleiter und setzen Spezialwerkzeuge sowie Chemikalienschutzanzüge ein. Strahlung bleibt eine ständige Gefahr, die mit Dekontaminationssprays, Bodenreinigung, dem Entfernen von Graphit mittels Schaufeln und vorsichtiger Navigation in Schutzanzügen bekämpft wird.
Erkundet werden die Ruinen des Kraftwerks, die Tunnel unter den Reaktoren, die Geisterstadt Prypjat sowie markante Orte wie das Dach der Turbine von Block 3. Inventarverwaltung und ein Radialmenü organisieren Ausrüstung und Verbrauchsgegenstände, während Gespräche mit Charakteren und das Sammeln von Dokumenten das Verständnis der Ereignisse vertiefen. Moralische Entscheidungen ergeben sich in der Interaktion mit sowjetischen Behörden, darunter Vertreter des KGB; sie beeinflussen sowohl persönliche Konsequenzen als auch größere Handlungsstränge, bei denen es um Familiensicherheit oder die Preisgabe von Informationen geht.
Alkohol und Drogen wirken als interaktive Elemente, die Charakterwerte entsprechend der historischen Realität verändern können. Die Kampagne verläuft linear: Missionen folgen aufeinander und stellen das Überleben gegen unsichtbare Gefahren in den Vordergrund, statt offene Welten zu bieten.
Spielmodi
Das Spiel läuft ausschließlich als Einzelspieler-Kampagne. Spieler durchlaufen eine Abfolge von Missionen, die dem zeitlichen Verlauf der Katastrophenbewältigung folgen, dabei Rollenwechsel und narrative Konsequenzen aus früheren Entscheidungen integrieren. Es gibt keine separaten Mehrspieler-, Wettkampf- oder Koop-Modi. Die Struktur legt den Schwerpunkt auf Fortschritt der Geschichte und wiederholte Strahlenbelastung an ikonischen Schauplätzen, die zu mehreren möglichen Enden führen, je nachdem, wie Spieler zwischen Wahrheit und Anpassung wählen.
Setting und Handlung
Das Spiel schildert die unmittelbaren Folgen der Reaktorexplosion vom 26. April 1986 und konzentriert sich auf die menschlichen Kosten statt auf fantastische Elemente. Spieler erleben die Realität radioaktiver Kontamination und die Einschränkungen des sowjetischen Systems. Dokumente und Dialoge enthüllen schichtweise Informationen zum Vorfall, während die Handlungen des namenlosen Protagonisten persönliche Risiken mit größeren historischen Entwicklungen verknüpfen. Die Atmosphäre entsteht durch die Umgebungsdetails der verseuchten Zonen und die Spannung unter repressiven Bedingungen.
Lohnt sich das Spiel?
Chornobyl Liquidators richtet sich an Spieler, die historische Simulation mit verzweigten Entscheidungen und Strahlen-Mechaniken kombinieren möchten. Die Einzelspieler-Kampagne bietet ein fokussiertes Erlebnis um Ausrüstungshandhabung, Dekontaminationsaufgaben und schwierige Entscheidungen, die mehrere Handlungsstränge beeinflussen. Die Bewertungen fallen gemischt aus - rund 50 Prozent positiv - und spiegeln sowohl die Wertschätzung für das Thema als auch Kritik an technischen Problemen wider. Wer realistische Darstellungen realer Ereignisse und rollenspezifische Aufgaben sucht, kann von der Kampagne profitieren; Spieler, die polierte Mechaniken oder abwechslungsreiche Modi erwarten, sollten den aktuellen Entwicklungs- und Support-Stand berücksichtigen.