Close Combat: Gateway to Caen ist eine Strategiesimulation, die den britischen Vorstoß während der Normandie-Offensive 1944 nachstellt. Im Mittelpunkt steht Operation Epsom, der Versuch britischer Truppen, die deutschen Stellungen westlich von Caen zu umgehen und den Odon zu überqueren. Spieler übernehmen das Kommando über britische und deutsche Einheiten in einer detaillierten Echtzeit-Umgebung, die taktische Planung mit direkter Steuerung einzelner Gruppen und Fahrzeuge verbindet.
Gameplay
Das Spielprinzip basiert auf zwei miteinander verknüpften Ebenen. Auf der strategischen Karte verschieben Kommandeure Kampfgruppen und entscheiden, welche Gefechte sie annehmen. Wechselt der Kampf in die taktische Ansicht, steuern Spieler Infanterie und Panzer direkt: Trupps bewegen sich, feuern und reagieren auf Befehle mit Handfeuerwaffen, Maschinengewehren, Mörsern und gepanzerten Fahrzeugen. Artilleriefeuer und Luftangriffe lassen sich zur Unterstützung oder zur Störung gegnerischer Positionen anfordern.
Die britischen Einheiten umfassen Churchill-, Cromwell-, Firefly-, Sherman- und Stuart-Panzer sowie Infanterie mit 17-Pfünder-Panzerabwehrkanonen und Loyd Carriern. Auf deutscher Seite stehen Panther, Tiger, StuG und Mk IV sowie Panzergrenadiere mit schweren Waffen zur Verfügung. Geländeeffekte beeinflussen die Bewegung: hohe Maisfelder und Schlamm verlangsamen Truppen bei Regen. Neue Mechaniken ermöglichen rollende Feuerschläge sowie das Eingraben oder Tarnen von Panzern und Panzerabwehrgeschützen. Truppen und Geschütze können auf Fahrzeuge aufsitzen, um schnell umgruppiert zu werden. Soldaten und Einheiten übertragen Erfahrung und Werte von Gefecht zu Gefecht.
Spielmodi
In Einzelschlachten lassen sich isolierte Kämpfe auf einer der dreißig Karten im Odon-Tal bestreiten. Operationen verknüpfen mehrere Gefechte zu kurzen Feldzügen, die historischen Zielen folgen. Die Großkampagne deckt den gesamten Verlauf von Operation Epsom ab und verlangt die Koordination mehrerer Kampfgruppen über mehr als zwei Dutzend Schlachtfelder sowie die Führung von über drei Dutzend historisch gegliederten britischen und deutschen Verbänden.
Im Mehrspielermodus treffen Spieler über ein integriertes Lobby-System aufeinander. Ein Szenario-Editor ermöglicht die Erstellung eigener Situationen, um alternative Verläufe oder neue Truppenzusammenstellungen zu testen. Historische Regiments- und Bataillonsbezeichnungen sind durchgehend in der britischen Gliederung enthalten.
Historischer Hintergrund
Das Spiel versetzt Spieler in die Rolle von Kommandeuren in den Wochen nach der Landung in der Normandie. Das britische VIII. Korps, unterstützt von Hunderten von Geschützen, stößt gegen die kampferprobte, aber geschwächte 12. SS-Panzer-Division vor. Deutsche Reserven des II. SS-Panzerkorps versuchen, den Durchbruch zu verhindern. Die Simulation bildet die Schwierigkeiten ab, über offenes Gelände gegen gut angelegte Stellungen anzugreifen, und zeigt zugleich die Feuerkraft, über die beide Seiten verfügten.
Lohnt sich das Spiel?
Close Combat: Gateway to Caen richtet sich an Spieler, die realistische Weltkriegs-Strategiesimulationen mit Schwerpunkt auf kombinierten Waffengattungen und durchgängigen Kampagnen schätzen. Die detaillierte Einheitenmodellierung, die Geländeeffekte und der Wechsel zwischen strategischer Übersicht und direkter Truppenführung bieten Tiefe für alle, die sich für die Kämpfe um Caen interessieren. Der Mehrspielermodus steht für Partien gegen menschliche Gegner zur Verfügung, ist jedoch nur mäßig frequentiert. Der integrierte Editor erhöht den Wiederspielwert für Nutzer, die eigene Truppenzusammenstellungen oder Szenarien ausprobieren möchten. Das Spiel eignet sich für erfahrene Fans der Reihe ebenso wie für Einsteiger, die mit älteren Echtzeit-Strategieschnittstellen vertraut sind und Simulationsgenauigkeit höher gewichten als moderne Komfortfunktionen.