GWENT: Rogue Mage ist ein Einzelspieler-Strategiespiel, das Roguelike-Elemente, Deckbuilding und das klassische Kartenduell aus GWENT: The Witcher Card Game miteinander verbindet. Die Handlung spielt Jahrhunderte vor den Ereignissen um Geralt und begleitet den Magier Alzur sowie seine Gefährtin Lily auf der Suche nach einer lebenden Waffe, die den durch die Konjunktion der Sphären entfesselten Monsterhorden Einhalt gebieten soll. Im Zentrum stehen wiederholte Durchläufe über eine Karte, auf der Karten gesammelt, Ressourcen verwaltet und zunehmend anspruchsvolle Gegner besiegt werden, um Mutagene von Bossen zu erbeuten.
Gameplay
Jeder Durchlauf beginnt mit der Wahl eines Startdecks, das sowohl den anfänglichen Kartenpool als auch den Spielstil festlegt. Drei thematisch unterschiedliche Decks stehen von Beginn an zur Verfügung; ein viertes Chaos-Deck wird später freigeschaltet und greift auf einen breiteren, bereits entsperrten Kartenpool zurück. Die Karte besteht aus Knotenpunkten wie normalen Kämpfen, Elitegefechten, Bossbegegnungen, Schatzkisten, Kraftorten und zufälligen Ereignissen. Jede Schlacht läuft über eine einzige Runde mit fünf Zügen, in denen beide Seiten jeweils eine Karte pro Zug ausspielen - beginnend mit einer Hand von fünf Karten.
Zauber werden durch eine neue Energie-Ressource ermöglicht, die aus einem wachsenden Grimoire stammt. Energie kann an Kraftorten oder durch bestimmte Ereignisse auf der Karte wiederhergestellt werden und erlaubt Alzur, Effekte zu wirken, die das normale Spiel mit Einheiten und Spezialkarten ergänzen. Gegner treten mit über dreißig verschiedenen Decks an, jedes ausgestattet mit einer eigenen Anführer-Karte, die die Strategie bestimmt. Besiegte Gegner geben Karten für den aktuellen Durchlauf, während erfolgreiche Bosskämpfe Mutagene gewähren, die sowohl die übergreifende Geschichte vorantreiben als auch dauerhafte Boni für künftige Versuche freischalten.
Fortschritt wird zwischen den Durchläufen durch freigeschaltete Karten, starke Boni - darunter die Möglichkeit, auf den letzten Zug des Gegners zu reagieren - und Flüche übertragen, die nach Abschluss der ersten beiden Experimente als optionale Erschwernisse zur Verfügung stehen. Dadurch unterscheiden sich Kartenlayout und Ereignisabfolge von Lauf zu Lauf spürbar.
Spielmodi
Das Spiel besteht ausschließlich aus Roguelike-Durchläufen, die die Kampagne bilden. Jeder Versuch führt Alzur über prozedural generierte Karten zu einer Reihe von Bossen; bei Niederlage endet der Lauf und der Spieler kehrt zur Startauswahl zurück. Ziel eines Durchlaufs ist es, drei Mutagene durch den Sieg über die erforderlichen Bosse zu sichern, woraufhin permanente Freischaltungen und Story-Fortschritt übernommen werden.
Ereignisse auf der Karte bieten narrative Entscheidungen, die Vorteile bringen, Flüche verhängen oder das Deck auf andere Weise verändern können. Schatzknoten und Kraftorte unterstützen die Anpassung des Decks und das Ressourcenmanagement zwischen den Kämpfen. Separate Wettbewerbs- oder Mehrspielermodi gibt es nicht; im Mittelpunkt stehen Solo-Durchläufe, die Anpassungsfähigkeit, Ressourcenplanung und schrittweise Freischaltungen in den Vordergrund stellen.
Fortschritt und Freischaltungen
Der Kampagnenfortschritt basiert auf dem Sammeln von Mutagenen bei Bossen. Diese Mutagene treiben sowohl die Geschichte von Alzurs Experimenten voran als auch gewähren dauerhafte Verbesserungen, darunter stärkere Startoptionen und die Möglichkeit, auf den letzten gegnerischen Zug zu reagieren. Dadurch wird der anfängliche Nachteil in mehr Kontrolle über den Kampfverlauf umgewandelt. Während der Durchläufe gesammelte Karten erweitern den verfügbaren Pool für spätere Versuche, während Flüche gezielte Herausforderungen bieten, die nach dem Freischalten für mehr Abwechslung sorgen.
Das System belohnt das Ausprobieren verschiedener Deck-Themen und Kartenpfade. Spieler, die mehrere erfolgreiche Durchläufe absolvieren, erhalten Zugang zu flexibleren Builds und höheren Schwierigkeitsstufen, was die Langzeitmotivation über einen einzelnen Playthrough hinaus erhöht.
Lohnt sich das Spiel?
Die Steam-Bewertungen fallen gemischt aus, mit insgesamt 54 Prozent positiven Rezensionen. Viele Spieler loben die gelungene Verbindung von Roguelike-Elementen mit dem GWENT-Kampfsystem, die Vielfalt der Kartenkombinationen und die leichte erzählerische Einbettung. Kritisiert wird hingegen, dass die Ein-Runden-Kämpfe einen Teil der Täuschungstiefe des Originals verlieren und frühe Durchläufe teilweise vorhersehbar wirken können.
Das Spiel richtet sich an Spieler, die Roguelike-Deckbuilder mögen und kürzere, risikoreiche Kartenduells gegenüber langen Partien bevorzugen. Wer das vollständige dreirundige GWENT-Erlebnis oder laufende Multiplayer-Inhalte sucht, wird das Format als eingeschränkt empfinden. Mit einem Erscheinungsjahr von 2022 und ohne weitere große Updates seit dem Launch bleibt es ein in sich abgeschlossenes Paket, das vor allem durch seine Kernschleife aus Kartennavigation, Deckbuilding und Ein-Runden-Kämpfen überzeugt - weniger durch langfristige Live-Service-Elemente.