Men of War: Vietnam ist ein Echtzeit-Taktikspiel, das während des Vietnamkriegs 1968 spielt. Spieler übernehmen das Kommando über kleine Trupps und führen groß angelegte Missionen im dichten Dschungelgelände aus. Dabei gilt es, Ressourcen zu verwalten, Einheiten zu positionieren und Ziele zu erreichen - ohne Basisbau. Das Spiel legt den Fokus auf präzise Steuerung einzelner Soldaten und Fahrzeuge, während man sich aus Hinterhalten befreit, Rettungsaktionen durchführt oder Stellungen gegen amerikanische und nordvietnamesische Kräfte verteidigt.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Echtzeitführung kleiner Einheiten auf weitläufigen Karten mit Dschungeldeckung, schmalen Pfaden und Flussübergängen. Zum Arsenal gehören infanteristische Spezialeinheiten mit zeittypischen Waffen wie M16, AK-47, M60-Maschinengewehr, RPG-2 und M72 LAW. Zusätzlich steuern Spieler gepanzerte Fahrzeuge, darunter den T-54-Panzer, den M113-Schützenpanzer und den Patton III. Die direkte Steuerung ermöglicht den Wechsel in die Egoperspektive, um die Trefferquote bei Feuergefechten oder lautlosen Annäherungen zu verbessern. Da viele Missionen ohne Verstärkung auskommen, muss man erbeutetes Material und Geländevorteile nutzen. Die hohe Schwierigkeit erfordert häufiges manuelles Speichern und mehrere Anläufe, um Patrouillen und befestigte Stellungen zu überwinden.
Der Dschungel prägt das Geschehen: dichtes Blattwerk bietet Deckung, schränkt aber Sicht und Beweglichkeit ein. Spieler müssen mit schlammigen Wegen rechnen, die Fahrzeuge verlangsamen, und mit Flüssen, die Überquerungen erschweren. Die Einsätze reichen von schnellen Überfällen auf Nachschubrouten über die Verteidigung wichtiger Brücken bis hin zu Kämpfen in Siedlungen. Jeder Soldatentyp bringt eigene Fähigkeiten mit - Scharfschützen für weitreichende Eliminierungen oder Pioniere für Sprengungen und Reparaturen - und fordert so eine ständige Anpassung der Truppenzusammensetzung.
Spielmodi
Das Einzelspieler-Erlebnis umfasst zwei eigenständige Kampagnen, die den Konflikt aus gegensätzlichen Perspektiven zeigen. Eine begleitet ein Team von US-Spezialkräften bei Operationen tief im Feindesgebiet. Die andere folgt einer kleinen Gruppe nordvietnamesischer Soldaten und sowjetischer Berater, die während des Tet-Offensivs Hinterhalte überleben und durch Regionen wie Kambodscha, Laos und das Mekong-Delta kämpfen. Beide Kampagnen bieten lineare Missionen mit mehreren Zielen, die sich über längere Spielzeiten erstrecken können.
Im Mehrspielermodus können bis zu vier Spieler kooperativ antreten. Gemeinsam bewältigen sie angepasste Kampagnenmissionen, koordinieren Hinterhalte, Verteidigungen und Angriffe. Ein kompetitiver Spieler-gegen-Spieler-Modus fehlt. Die Verbindung erfolgt über LAN, Direct-IP oder Dienste wie GameRanger, nachdem die offizielle Matchmaking-Infrastruktur eingestellt wurde.
Kampagnen und Atmosphäre
Jede Kampagne erzählt missionsbasierte Geschichten mit unterschiedlichen taktischen Schwerpunkten und historischen Bezügen. Auf US-Seite stehen Eliteoperationen mit namentlich genannten Charakteren im Vordergrund, die Spezialaufgaben wie Scharfschützen, schwere Waffen oder Pionierarbeiten übernehmen. Die gegnerische Kampagne betont das Überleben gegen zahlenmäßig überlegene Kräfte während chaotischer Rückzüge und Gegenangriffe. Authentische Details wie Funkverkehr, Hubschrauberbewegungen und die angespannte Stimmung Südostasiens im Jahr 1968 schaffen Atmosphäre. Die Missionen verbinden lautlose Einschleichungen, groß angelegte Angriffe und verzweifelte letzte Gefechte, die Ressourcenmanagement und Positionierung auf die Probe stellen.
Lohnt sich das Spiel?
Spieler loben den hohen taktischen Anspruch, die authentische Einheitensteuerung und den Wiederspielwert im Koop-Modus. Gleichzeitig wird die steile Lernkurve und das Fehlen von Hilfestellungen kritisiert, ebenso gelegentliche Schwächen der KI. Das Spiel richtet sich an erfahrene Fans von Echtzeit-Taktik, die methodisches Planen und hohe Herausforderungen schätzen. Seit der Erstveröffentlichung gab es keine größeren Patches oder Zusatzinhalte mehr. Wer historische Strategie mit Fokus auf Truppenführung und Teamarbeit sucht, findet hier langfristigen Spielspaß; Spieler, die leichtere oder modernere Mechaniken bevorzugen, könnten an dem kompromisslosen Tempo und älteren technischen Grenzen scheitern.