Realpolitiks 3: Earth and Beyond ist eine Großstrategie-Simulation, in der Spieler eine beliebige moderne Nation übernehmen und deren Einfluss bis in den Weltraum ausdehnen. Die politische Entscheidungsfreiheit steht dabei im Vordergrund, während historische Genauigkeit bewusst in den Hintergrund tritt. Wirtschaft, Forschung und Außenpolitik lassen sich durch eine Kombination aus innerer Entwicklung und Expansionspolitik gestalten.
Gameplay
Zu Beginn wählt man ein Land der Gegenwart und legt dessen Regierungsform fest. Anschließend geht es um den Ausbau der eigenen Provinzen, die Steuerung der Wirtschaft und die Ausrichtung der Forschung. Politische Entscheidungen verschieben die Ausrichtung des Staates zwischen Liberalismus, Autoritarismus und Tyrannei. Je extremer die Ausrichtung, desto weitreichender die verfügbaren Exekutivbefehle - und desto höher deren Kosten.
Der eigene Charakter entwickelt sich im Laufe der Zeit weiter und erhält neue Fähigkeiten. Parallel dazu stellt man ein Kabinett zusammen, dessen Minister aus verschiedenen Parteien stammen. Deren Forderungen müssen gegen die eigenen Ziele abgewogen werden, da Beziehungen zu Kabinett und Parteien Stabilität und Handlungsoptionen beeinflussen.
Diplomatisch kann man Bündnissen beitreten oder neue Blöcke gründen, in andere Staaten investieren oder Druck ausüben, um Marionettenregime zu errichten. Militärisch geht es um Technologie-Upgrades, Truppenaufstellung und ein dynamisches Frontsystem. Sobald Kolonien auf anderen Himmelskörpern entstehen, weitet sich der Konflikt auch auf den Weltraum aus.
Startwerte und politische Rahmenbedingungen werden teilweise zufällig bestimmt, sodass jede Kampagne neue Herausforderungen bietet. Das überarbeitete Kartensystem sorgt für bessere Darstellung und Performance auf unterschiedlichen Bildschirmformaten, während das flexible Bausystem keine festen Grenzen für den Ausbau von Provinzen mehr vorgibt.
Spielmodi
Im Mittelpunkt steht der Einzelspieler-Modus. Nach der Wahl von Land und Regierungsform beginnt eine fortlaufende Kampagne, in der wirtschaftliche, diplomatische, geheimdienstliche und militärische Entscheidungen langfristig wirken. Die Erschließung des Sonnensystems wird zum späten Ziel.
Es gibt weder kompetitive noch kooperative Modi. Alle Aktivitäten laufen innerhalb der Kampagne ab - ob isolationistisch oder in mehreren Bündnissen gleichzeitig.
Wichtige Systeme und Mechaniken
Neun Regierungsformen stehen zur Verfügung, von Monarchie bis Republik. Bei Bedarf lässt sich das System durch Revolution ändern. Je nach langfristiger Politikrichtung werden nationale Erbeigenschaften freigeschaltet.
Geheimdienst- und Forschungsbäume ermöglichen langfristige Planung. Im Militärbereich sind fähige Generäle entscheidend für den Erfolg an den dynamischen Fronten. Das Bausystem erlaubt uneingeschränkte Entwicklung der Provinzen. Sobald irdische Ziele erreicht sind, eröffnet die Kolonisierung des Weltraums neue Möglichkeiten - inklusive Verteidigung oder Eroberung außerirdischer Gebiete.
Lohnt sich das Spiel?
Realpolitiks 3 richtet sich an Fans von Großstrategie, die Wert auf politische Gestaltungsfreiheit und langfristige Expansionsziele legen. Die Systeme belohnen Experimente mit Regierungsformen und Kabinettmanagement, erfordern jedoch eine gewisse Lernbereitschaft durch Ausprobieren.
Aktuelle Spielerbewertungen fallen überwiegend negativ aus. Häufig genannt werden Bedienungsprobleme und der Wunsch nach weiteren Verbesserungen nach dem Release. Wer dennoch auf Simulationsdepth und weltraumbezogene Strategie steht, kann in der Kampagnenstruktur und den Zufallselementen dennoch interessante Ansätze finden.
Interessierte sollten ihre Bereitschaft für komplexe Menüs und langwierige Entscheidungsprozesse prüfen. Das Spiel bietet ein reines Einzelspieler-Erlebnis, das sich auf die Folgen politischer Führung konzentriert - ohne Multiplayer oder saisonale Inhalte.