Sid Meier's Covert Action (Classic) ist ein Singleplayer-Simulations- und Adventure-Spiel, in dem man die Rolle des Superspions Max Remington übernimmt. Ursprünglich 1990 erschienen und jetzt als Classic Edition für den PC verfügbar, verbindet das Spiel strategische Planung mit handlungsorientierten Puzzle- und Action-Sequenzen, um moderne Geheimdiensteinsätze gegen Terrorismus, Schmuggel und Erpressung zu simulieren.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Verwaltung einer übergreifenden Ermittlung, bei der man gezielt Aufgaben übernimmt, um Informationen zu sammeln und Verbrecherstrukturen zu zerschlagen. Spieler wählen aus verfügbaren Hinweisen aus, entscheiden, welche Spuren sie verfolgen, und setzen Puzzleteile zusammen, die sich zu größeren Plänen und Nebenhandlungen verbinden. Diese strategische Ebene orientiert sich an realen Ermittlungsarbeiten und verlangt sorgfältige Abwägungen, welche Kontakte man weiterverfolgt und welche man vorerst liegen lässt.
Ergänzt wird die Strategie durch vier eigenständige Minispiele, die den praktischen Teil der Operationen abbilden. Beim Abhören müssen Telefonleitungen über Verteilerkästen angezapft und Verdächtige überwacht werden. Beim Knacken von Codes sind Buchstaben-Chiffren zu entschlüsseln. Bei der Verfolgung gilt es, Verdächtige durch die Straßen zu beschatten oder zu jagen, ohne sie aus den Augen zu verlieren. Am komplexesten ist das Einbrechen, bei dem man sich durch Verstecke und sichere Häuser voller Wachen, Fallen und Alarmanlagen bewegt.
Bei den Infiltrationssequenzen steht Remington eine anpassbare Ausrüstung zur Verfügung, darunter Pistolen, Maschinenpistolen, Splittergranaten, Betäubungsgranaten, ferngesteuerte Bomben, Tränengas, Kameras, Wanzen, Safeknack-Sets und Bewegungsmelder. Erfolg hängt von Heimlichkeit, Timing und der richtigen Ausrüstung ab, um Beweise zu sammeln oder Ziele festzunehmen. Das Spiel umfasst drei geografische Regionen - den Nahen Osten, Europa und die Amerikas - und greift auf aktuelle Schlagzeilen zurück, wobei die Aufträge von Behörden wie der CIA, dem Mossad oder MI5 vergeben werden.
Spielmodi
Das Gameplay wechselt zwischen einer übergeordneten strategischen Übersicht und den vier spezialisierten Minispielen, die den Großteil der aktiven Spielzeit ausmachen. Im Strategieteil lassen sich Hintergrundakten einsehen, Verbindungen zwischen Hinweisen analysieren und nächste Schritte über mehrere Fälle hinweg planen. Jedes Minispiel funktioniert eigenständig, trägt aber zur gleichen Ermittlung bei und sorgt so für Abwechslung innerhalb eines Falls.
Abhören und Codeknacken setzen auf Puzzle-Lösung und logisches Kombinieren. Die Verfolgung erfordert Beobachtungsgabe und schnelle Reaktionen in Echtzeit. Das Einbrechen verbindet schleichende Navigation mit optionalen Kampf- oder nicht-tödlichen Optionen, je nach gewählter Ausrüstung. Fälle können auf vier Schwierigkeitsstufen gespielt werden, die Komplexität von Puzzles, Verhalten der Gegner und Zeitdruck anpassen, ohne die Grundstruktur zu verändern.
Die Fälle selbst unterscheiden sich nach Ausrichtung - Spionage, internationales Verbrechen oder verwandte Bedrohungen - während die Wahl der Behörde verfügbare Ressourcen und den Missionsstil beeinflusst. Unbegrenzt viele prozedural generierte oder wiederholbare Fälle sorgen für fortlaufenden Spielspaß ohne festes Kampagnenende.
Wichtige Mechaniken und Features
Grundlage ist die nachrichtendienstliche Arbeit mit Systemen zum Erkennen von Gesichtern aus Akten, zum Knacken von Codes und zum Einordnen einzelner Hinweise in größere Verschwörungen. Spieler müssen den Wert jedes Hinweises gegen Zeit und Risiko abwägen - ähnlich dem Entscheidungsdruck echter Agenten. Reisen zwischen Dutzenden Städten geben den Operationen Kontext, ohne dass der Fokus auf offener Erkundung liegt.
Die Auswahl von Waffen und Gadgets im Infiltrations-Minispiel lädt zum Experimentieren ein. Unterschiedliche Ausrüstungen eignen sich mal besser für Beweissammlung, mal für direkte Konfrontation, während Fallen und Alarmanlagen eine flexible Routenwahl durch mehrstöckige Umgebungen erzwingen. Realistische Elemente umfassen die Notwendigkeit, aggressive und vorsichtige Vorgehensweisen auszubalancieren, wobei Misserfolge in einem Minispiel den gesamten Fall erschweren können.
Das Spiel ist ausschließlich für Singleplayer ausgelegt und enthält keine Multiplayer-Komponenten. Fortschritt ergibt sich aus dem Abschließen von Fällen und dem Verbessern der Minispiele, nicht aus Charakterleveln oder Freischaltungen.
Lohnt es sich?
Sid Meier's Covert Action (Classic) spricht Fans älterer Simulations- und puzzlelastiger Adventures an, die strategische Planung mit abwechslungsreichen, handlungsorientierten Herausforderungen verbinden möchten. Die Struktur belohnt methodisches Vorgehen und Geschick in den einzelnen Minispielen, insbesondere beim Abhören und bei den Infiltrationssequenzen, die viele Spieler auch Jahrzehnte später noch fesseln.
Auf der aktuellen Plattform zeigt sich eine „Sehr positiv"-Bewertung aus über 130 Rezensionen. Spieler heben die Suchtgefahr bestimmter Aufgaben und die Befriedigung beim Aufdecken von Plänen hervor. Das Spiel ist ein in sich abgeschlossenes Erlebnis ohne laufende Updates oder saisonale Inhalte und richtet sich an diejenigen, die ein fertiges Werk aus der Zeit von Sid Meiers frühen Designs bevorzugen.
Wer schnelle Action oder moderne Produktionswerte sucht, könnte das Tempo und die Wiederholung der Fälle als einschränkend empfinden. Spieler, die mit den Interface-Konventionen der 1990er und dem Puzzle-Fokus vertraut sind, berichten hingegen von hohem Wiederspielwert durch verschiedene Behörden und Schwierigkeitsstufen. Das Spiel eignet sich für Singleplayer-Fans, die Espionage-Themen durch mechanische Vielfalt statt durch reine Erzählung erleben möchten.