The Callisto Protocol ist ein Third-Person-Survival-Horrorspiel von Striking Distance Studios. Spieler übernehmen die Rolle von Jacob Lee, einem Insassen der Black Iron Prison auf Jupiters Mond Callisto. Nach einem Ausbruch verwandeln sich Mitgefangene in aggressive Kreaturen. Im Mittelpunkt steht die Flucht aus der Anlage, während die Hintergründe der Ereignisse und die Rolle der United Jupiter Company nach und nach enthüllt werden.
Gameplay
Im Zentrum steht ein Mix aus Nahkampf und begrenzten Fernkampfoptionen. Jacob beginnt mit einem Schlagstock, mit dem Gegner getroffen und zerstückelt werden können. Dabei sind präzises Ausweichen und gutes Positionieren entscheidend. Mit dem GRP-Gerät lassen sich Feinde packen und gegen Wände oder andere Oberflächen schleudern, um Angriffsmöglichkeiten zu schaffen. Später erhaltene Schusswaffen entfalten ihre Wirkung vor allem in Kombination mit Nahkampf, besonders wenn geschwächte Gliedmaßen gezielt getroffen werden.
Ressourcenmanagement ist essenziell. Munition und Heilitems sind knapp, sodass Spieler Korridore und Räume nach Vorräten absuchen müssen, während sie den sich weiterentwickelnden Biophagen ausweichen oder sich ihnen stellen. Durch das Sammeln von Materialien lassen sich Waffen und das GRP-Gerät verbessern und neue Fähigkeiten freischalten, die gegen größere Gruppen oder stärkere Varianten helfen. Die Umgebung selbst erzeugt Spannung durch enge Räume, flackerndes Licht und plötzliche Begegnungen, die schnelles Umschalten zwischen Angriff und Rückzug erfordern.
Der Kampf setzt auf Brutalität und taktisches Vorgehen statt reiner Feuerkraft. Gegner zeigen ihre Angriffe deutlich an, sodass erfahrene Spieler gezielt kontern können. Mehrere Gegner gleichzeitig können jedoch schnell überfordern, wenn man sich zu sehr auf eine einzige Taktik verlässt. Das System belohnt das Erkennen von Feindmustern und den gezielten Einsatz des gesamten Arsenals.
Spielmodi
Im Mittelpunkt steht die Singleplayer-Kampagne, eine lineare Geschichte, die Jacob durch die Black Iron Prison und tiefer in die Oberfläche und Unterwelt von Callisto führt. Die Fortschritte folgen festen Abläufen, unterbrochen von optionalen Erkundungen nach Logs und Items, die den Hintergrund erweitern.
Der Riot Mode ergänzt das Spiel als zusätzlicher Modus. Hier geht es um das Überleben gegen Wellen von Gegnern in Arena-Kämpfen. Der Fokus liegt auf der reinen Kampferfahrung ohne erzählerische Struktur und verlangt effizienten Einsatz von Nahkampf, GRP und Schusswaffen unter steigendem Druck.
Handlung und Setting
Die Geschichte spielt im Jahr 2320 auf Callisto, einem längst toten Mond, der als Gefängnisstandort genutzt wird. Jacobs Weg deckt nach und nach die Geheimnisse der United Jupiter Company und die Ursprünge des Ausbruchs auf. Audiologs und Umgebungsdetails füllen die Lücken und zeichnen ein Bild gescheiterter Experimente und institutioneller Vertuschung, das die Isolation verstärkt.
Die Atmosphäre entsteht durch detaillierte Gefängnisarchitektur, gefährliche Außenbedingungen und die grotesken Verwandlungen der Infizierten. Das Setting unterstreicht die Hilflosigkeit gegenüber einer unkontrollierbaren biologischen Bedrohung, während Jacobs persönliche Motivation die Handlung vorantreibt.
Lohnt sich das Spiel?
The Callisto Protocol bietet ein fokussiertes Singleplayer-Horrorerlebnis, das auf Kampfmechanik und atmosphärischer Spannung basiert. Es richtet sich an Spieler, die gezielte, ressourcenarme Begegnungen gegenüber schnellem Action oder offener Erkundung bevorzugen. Wer narrative Spiele mit starkem Fokus auf Nahkampf und Positionierung schätzt, wird die Systeme finden, sobald die Steuerung sitzt.
Die Resonanz war gemischt: Gelobt wurden die Integration des Kampfsystems und die visuelle Präsentation, kritisiert hingegen Wiederholungen und vereinzelte technische Probleme, die nach dem Release per Patch behoben wurden. Der New-Game+-Modus erhöht den Wiederspielwert für alle, die höhere Herausforderungen oder Sammlerstücke suchen. Auf Xbox One ist das Spiel als Komplettpaket ohne saisonale Inhalte oder Live-Service-Elemente verfügbar.
Das Spiel lohnt sich, wenn die Kombination aus Survival-Horror-Mechaniken und Gefängnisausbruchsgeschichte zusagt. Es belohnt Geduld mit seinen Systemen und bietet eine in sich abgeschlossene Kampagne, die ohne weitere Käufe auskommt.