The Elder Scrolls III: Morrowind ist ein Einzelspieler-Rollenspiel, das auf der ausgedehnten Insel Vvardenfell spielt. Schon zu Beginn erstellt man einen eigenen Charakter und wählt aus verschiedenen Völkern und Klassen, die Startfertigkeiten und Attribute beeinflussen. Im Mittelpunkt steht eine offene Welt, in der eigene Entscheidungen Fortschritt, Ansehen und verfügbare Möglichkeiten auf der Insel bestimmen.
Gameplay
Die Charakterentwicklung basiert auf einem Fertigkeitensystem statt auf klassischem Leveln. Fertigkeiten steigen durch wiederholte Nutzung im Kampf, bei Magie oder anderen Tätigkeiten. Viele Fraktionsränge setzen neben abgeschlossenen Quests auch Mindestfertigkeiten voraus. Kämpfe werden per Würfelwurf-Mechanik entschieden, die von der jeweiligen Waffenfertigkeit abhängt - höhere Werte erhöhen Trefferchance und Schaden. Magie funktioniert ähnlich: Zauber werden aus einem Mana-Vorrat gewirkt, und ab bestimmten Schwellenwerten lassen sich eigene Sprüche erstellen.
Die Erkundung der Welt macht einen großen Teil des Spielerlebnisses aus. Verschiedene Regionen bieten jeweils eigene Architektur, Kreaturen und Gefahren. Reisen erfolgen per Silt Strider zwischen Siedlungen, per Boot entlang der Küste oder - später - per magischer Verbindung. Fraktionen beeinflussen sich gegenseitig: Der Beitritt zu einer Gruppe kann Türen zu anderen verschließen. Zu den bestätigten Organisationen gehören die drei Großen Häuser Hlaalu, Telvanni und Redoran, die Magiergilde, die Kämpfergilde, die Diebesgilde, die Morag Tong, der Tribunal-Tempel sowie die Ashlander-Stämme. Die Hauptgeschichte verlangt, diese Gruppen für die Nerevarine-Prophezeiung zu gewinnen.
Zwei Erweiterungen sind direkt ins Grundspiel integriert. Tribunal fügt die Stadt Mournhold hinzu, neue Quests um die lebenden Götter Almalexia und Sotha Sil sowie Zugang zur Uhrwerkstadt. Bloodmoon erweitert das Spiel um die Insel Solstheim, die neue Fraktion East Empire Company, die Möglichkeit, ein Werwolf zu werden, und eine Handlung rund um die Bloodmoon-Prophezeiung und den Daedra-Fürsten Hircine.
Spielmodi
Das Spiel läuft ausschließlich im Einzelspielermodus. Es gibt eine zentrale Kampagne, die Hauptquest, Fraktionsgeschichten und Nebenaktivitäten miteinander verbindet. Separate Mehrspieler- oder Wettkampfmodi existieren nicht. Fortschritt ergibt sich aus der Kombination von Hauptgeschichte, Gildenaufträgen und freier Erkundung - man kann die Haupthandlung jederzeit ignorieren und eigene Ziele verfolgen.
Fraktionen und Charakterentwicklung
Innerhalb von Organisationen zählt sowohl das Abschließen von Quests als auch der Ausbau von Fertigkeiten. Manche Gruppen stehen in direktem Konflikt, sodass hohe Ränge in rivalisierenden Fraktionen nicht gleichzeitig möglich sind. Vampirismus und die Werwolfsverwandlung aus Bloodmoon bringen zusätzliche Mechaniken mit sich, die Reaktionen von NPCs verändern und besondere Fähigkeiten verleihen. Charakterattribute wie Stärke, Intelligenz und Geschwindigkeit beeinflussen Bewegung, Traglast und Zauberwirkung, während Rassenboni Startvorteile in Bereichen wie Magieresistenz oder Kampfstärke bieten.
Lohnt sich das Spiel?
Die Game of the Year Edition, die das Grundspiel mit beiden Erweiterungen enthält, ist über die Abwärtskompatibilität auf Xbox One und Xbox Series verfügbar. Auf Series-Konsolen läuft das Spiel in höherer Auflösung und mit besseren Bildraten als auf der ursprünglichen Xbox. Die Resonanz ist über die Jahre positiv geblieben, vor allem wegen der tiefgehenden Fraktionssysteme, der Entscheidungsfreiheit und der detaillierten Weltgestaltung. Das Spiel richtet sich an Spieler, die komplexe RPG-Mechaniken, fertigkeitengestützten Fortschritt und mehrere sich überlagernde Handlungsstränge schätzen. Wer moderne Steuerung oder vereinfachte Oberflächen erwartet, muss sich an die älteren Systeme gewöhnen - die grundlegende, vom Spieler bestimmte Progression bleibt jedoch für eingefleischte Fans des Genres überzeugend.