Age of Wonders 4: Empires & Ashes ist ein rundenbasiertes 4X-Strategiespiel, das auf der PlayStation 5 Empire-Building mit taktischen Schlachten verbindet. Spieler erstellen eigene Fraktionen und führen sie durch magische Welten, wobei strategische Expansion und rollenspielartige Entscheidungen sowohl das Reich als auch die Umgebung prägen. Im Mittelpunkt stehen Zauberkönige, die mit mächtigen Folianten ihre Völker und Armeen wandeln und dabei Konflikte, Bündnisse und arkane Entdeckungen meistern.
Gameplay
Im Kern dreht sich alles um den Aufbau und die Verwaltung eines wachsenden Reiches auf einer prozedural generierten Karte. Jede Runde umfasst Erkundung, Ressourcenaneignung, Stadtentwicklung und die Erforschung magischer Folianten. Bei der Fraktionserstellung wählt man zunächst physische Einheitenformen, gesellschaftliche Merkmale und anfängliche Affinitäten, bevor man Folianten hinzufügt, die neue Zauber, Einheiten und visuelle Entwicklungen wie engelhafte oder chaotische Erscheinungen freischalten. Diese Entscheidungen beeinflussen direkt die Kampfstärke und den langfristigen Fortschritt, da sich Armeen im Laufe einer Kampagne sowohl physisch als auch taktisch anpassen.
Die rundenbasierten Kämpfe spielen sich auf detaillierten Karten ab, deren Gestaltung von vorherigen strategischen Entscheidungen geprägt ist. Einheiten handeln der Reihe nach und werden von einem Moral-System unterstützt, das Auswirkungen auf Positionierung, Gelände und angesammelte Effekte hat. Belagerungen und größere Schlachten können Dutzende Einheiten umfassen, während kleinere Gefechte gegen umherziehende Bedrohungen die Zusammenstellung der Armee auf die Probe stellen. Die Erweiterung Empires & Ashes bringt Kriegsmaschinen und Stahl-Magie-Fusionen ins Spiel und erweitert so die taktischen Möglichkeiten durch ferngelenkte Artillerie und hybride Einheiten.
Die Welt reagiert auf Spielerhandlungen über ein Ereignissystem, das narrative Verzweigungen zu Stadtentwicklung, Rivalenbewegungen und magischen Phänomenen erzeugt. Herrscher können am Ende einer Partie in ein Pantheon aufsteigen und eigene Elemente in zukünftige Spiele als potenzielle Verbündete oder Gegner mitnehmen.
Spielmodi
Einzelspieler-Kampagnen bilden das Herzstück des Spiels. Story-Realms bieten geführte Szenarien, während die vollständig anpassbare Realm-Generierung freie Gestaltung ermöglicht. Spieler legen Kartenparameter, Siegbedingungen und Startbedingungen fest, um unterschiedliche Spielverläufe zu erzeugen. Die Erweiterung Empires & Ashes fügt eigene Story-Missionen sowie eine optionale Siegbedingung hinzu, die auf militärischer Dominanz durch verbesserte Belagerungstechnik beruht.
Im Mehrspielermodus können optionale Online-Sitzungen stattfinden, in denen Teilnehmer im selben Realm-System konkurrieren oder kooperieren. Selbst erstellte Fraktionen können dank des Pantheon-Systems in späteren Partien als Rivalen oder Partner wieder auftauchen und so kontinuierliches Experimentieren mit Kulturen, Merkmalen und Folianten fördern.
Mit den Realm-Erstellungswerkzeugen lassen sich vielfältige Landschaften gestalten - von gefrorenen Ödlanden bis hin zu drachenverseuchten Ruinen - und jede Sitzung bringt neue strategische Herausforderungen ohne festgelegte Szenarien.
Wichtige Mechaniken und Features
Die Reichsanpassung zeichnet sich durch die tiefgehende Kombination aus Rassenformen, Kulturmerkmalen und magischen Affinitäten aus. Die in der Erweiterung eingeführte Reaver-Kultur setzt auf brutale, stahlverstärkte Kriegsführung und wird durch neue Folianten ergänzt, die spezialisierte Einheiten und Fähigkeiten freischalten. Mit fortschreitender Nutzung der Folianten verändern sich Einheiten sichtbar und spiegeln den gewählten Weg der Dominanz, des Wissens oder des Bündnisaufbaus wider.
Strategische Tiefe entsteht durch mehrschichtige Entscheidungsbäume. Forschungspfade verzweigen sich je nach Affinitätspunkten und Foliantenwahl, während Kämpfe Umweltfaktoren und Einheitensynergien einbeziehen. Ressourcenmanagement erfordert ein Gleichgewicht zwischen Expansionsgeschwindigkeit und Verteidigungsbedarf, wobei Ereignisse gelegentlich Anpassungen erzwingen.
Die hohe Wiederspielbarkeit resultiert aus der offenen Fraktionsgestaltung und den variablen Realm-Parametern. Keine zwei Partien müssen identisch verlaufen, da Spieler ihren Ruhm durch Eroberung, Diplomatie oder arkane Meisterschaft erlangen können - mit Ergebnissen, die über das Pantheon-System in nachfolgende Kampagnen einfließen.
Lohnt sich das Spiel?
Age of Wonders 4: Empires & Ashes bietet eine gelungene Mischung aus 4X-Strategie und taktischem Kampf, die sich an Spieler richtet, die detaillierte Anpassungsmöglichkeiten und reaktive Welten schätzen. Die Erweiterung ergänzt die Basissysteme nahtlos um die Reaver-Kultur, zusätzliche Folianten, Kriegsmaschinen und Story-Inhalte. Regelmäßige Updates halten das Spiel auch Jahre nach dem Release lebendig und sorgen für aktive Spielerschaft in Einzel- und optionalen Mehrspielermodi.
Wer Fantasy-Settings mit starkem Fokus auf Reichsentwicklung und rundenbasierte Kämpfe sucht, findet hier substanzielle Tiefe. Die PS5-Version bietet den vollen Umfang an Anpassung und Kampf ohne Abstriche. Spieler, die lange, wiederholbare Strategiesessions bevorzugen, profitieren besonders von der Kombination aus prozeduralen Realms und dem persistenten Pantheon-System, das mehrere Durchgänge zu einer persönlichen Saga verknüpft.