The Walking Dead: 400 Days ist ein Einzelspieler-Adventure von Telltale Games, das als herunterladbares Zusatzkapitel zur ersten Staffel der Serie erschien. Die Handlung spielt im selben Zombie-Apokalypse-Universum und konzentriert sich auf eine Raststätte an einer Autobahn in Georgia. Dort erleben Spieler fünf eigenständige Überlebensgeschichten, die sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten innerhalb der ersten 400 Tage nach dem Ausbruch abspielen. Ein Epilog verbindet die einzelnen Handlungsstränge am Ende des 400-Tage-Zeitraums.
Gameplay
Das Spiel setzt auf Erkundung kleiner, begrenzter Schauplätze und dialogbasierte Interaktionen. Spieler bewegen sich zwischen den Gebäuden der Raststätte und der näheren Umgebung, untersuchen Objekte und führen Gespräche, um die jeweiligen Geschichten voranzutreiben. Entscheidungen fallen häufig in Dialogen und bei wichtigen Ereignissen; ihre Konsequenzen wirken sich unmittelbar aus und bleiben innerhalb des Episodenverlaufs bestehen.
Einige Abschnitte erfordern einfaches Problemlösen, etwa das Öffnen eines Fahrzeugs oder das Beenden einer Pattsituation. Im Mittelpunkt steht nicht Action, sondern die Tragweite der Entscheidungen: Sie bestimmen, wer bestimmte Begegnungen überlebt und wie sich die Beziehungen zwischen den Überlebenden entwickeln. Die fünf Geschichten decken unterschiedliche Zeitabschnitte ab und zeigen den Übergang vom chaotischen Beginn der Apokalypse bis hin zu späteren Phasen der Anpassung und des Mangels.
Optisch übernimmt das Spiel den Comic-Stil und die Charakteranimationen der ersten Staffel. Die Sprachausgabe unterstreicht die emotionale Wirkung jeder Entscheidung, während die eingeschränkte Kameraführung den Fokus auf die erzählerischen Momente legt.
Spielmodi
Das Kapitel besteht aus fünf in sich abgeschlossenen Geschichten, die in beliebiger Reihenfolge ausgewählt und gespielt werden können. Jede Geschichte folgt einem der zentralen Überlebenden und dauert je nach Erkundungstiefe etwa 20 bis 40 Minuten. Nach Abschluss aller fünf Geschichten wird ein Epilog freigeschaltet, der die Handlungsstränge verbindet.
Es gibt keine separaten Schwierigkeitsstufen oder alternative Spielweisen. Die Struktur lädt dazu ein, einzelne Geschichten erneut zu spielen, um die Auswirkungen anderer Entscheidungen auf Dialoge und Enden zu erleben. Die Reihenfolge beeinflusst nicht die übergreifenden Verbindungen, ermöglicht aber unterschiedliche Perspektiven auf das Geschehen.
Handlung und Erzählstruktur
Jede der fünf Geschichten zeigt eine andere Gruppe oder Person, die an der Raststätte unmittelbaren Bedrohungen ausgesetzt ist. Eine beginnt am ersten Tag des Ausbruchs, die anderen Wochen oder Monate später und verdeutlichen so die Entwicklung der Krise. Der Epilog führt Elemente aller Geschichten in einer einzigen Begegnung zusammen, die darüber entscheidet, wer gemeinsam weiterzieht.
Die hier getroffenen Entscheidungen beeinflussen, welche Charaktere in der folgenden Staffel auftreten oder sich anders verhalten. Das Schreibteam legt den Schwerpunkt auf moralische Dilemmata, Vertrauen und die Kosten des Überlebens statt auf Kämpfe oder Ressourcenverwaltung.
Lohnt sich das Spiel?
Das Kapitel richtet sich an Spieler, die narrative Adventures mit vielen Entscheidungen mögen und bereits die erste Staffel besitzen oder spielen möchten. Mit einer Gesamtdauer von zwei bis drei Stunden eignet es sich als kompaktes Zusatzerlebnis, nicht als eigenständiges Spiel. Spieler, die es abgeschlossen haben, schätzen vor allem die verschiedenen Blickwinkel und die direkten Verbindungen zu späteren Ereignissen der Serie.
Wer längere Kampagnen oder mehr spielerische Tiefe sucht, könnte die begrenzte Reichweite als einschränkend empfinden. Für Fans des Telltale-Erzählstils bieten die fünf Perspektiven und der gemeinsame Schauplatz jedoch wertvollen Kontext, der die Gesamtzeitlinie der Serie bereichert. Das Kapitel ist weiterhin als digitaler Kauf für PC-Plattformen erhältlich und hat seit der Veröffentlichung keine weiteren Updates oder Inhalte erhalten.