American Conquest ist ein Echtzeit-Strategiespiel, in dem Spieler historische Truppen während der Kolonialisierung und der Konflikte in der Neuen Welt befehligen. Die Handlung erstreckt sich vom Jahr 1492 bis 1813 und beginnt mit der Ankunft europäischer Entdecker. Sie reicht bis zu den großen Unabhängigkeitskriegen und dem Widerstand indigener Völker. Ressourcenverwaltung, Truppenausbildung, Gebäudebau und groß angelegte Schlachten auf weitläufigen Karten stehen im Mittelpunkt, während Diplomatie und technologischer Fortschritt stets im Gleichgewicht gehalten werden müssen.
Gameplay
Im Zentrum des Spiels steht der Aufbau von Siedlungen, die Rohstoffgewinnung und der Einsatz von Armeen in Echtzeit-Schlachten mit Tausenden von Soldaten. Zwölf Nationen und Stämme bieten jeweils eigene Einheiten, Gebäude und Stärken - von europäischen Mächten mit schwerer Artillerie bis hin zu indigenen Gruppen, die auf Mobilität und Geländekenntnis setzen. Offiziere, Trommler und Standartenträger sorgen für die Aufrechterhaltung von Formationen bei Infanterie, Kavallerie und Artillerie. Ein Moralsystem berücksichtigt Faktoren wie kürzliche Siege, Nahrungsmittelversorgung und Söldnerzahlungen und beeinflusst so die Leistung der Einheiten.
Artillerieeinheiten benötigen eigene Bedienmannschaften für Transport, Laden und Feuern, mit realistischer Ballistik und Flächeneffekten. Schützeneinheiten können bei Bedarf auf Nahkampf mit Klingen umschalten. Alle Gebäude können erobert oder zerstört werden, während Festungen Vorteile für stationierte Truppen bieten. Die Umgebung wirkt sich taktisch aus: Hügel erhöhen die Schussweite, Höhlen dienen als Hinterhaltspunkte. Eine Zoom-Funktion ermöglicht den Wechsel zwischen detaillierten Einheitenansichten und übersichtlichen Schlachtfeldkarten, die mehrere Bildschirme umfassen.
Diplomatie erlaubt Bündnisse mit neutralen Stämmen für den Handel mit Kriegern und Materialien. Über die Jahrhunderte der Kampagnen hinweg werden neue Technologien und Einheiten-Upgrades freigeschaltet, die historische Entwicklungen in Bewaffnung und Organisation widerspiegeln.
Spielmodi
Im Einzelspielermodus stehen acht Kampagnen mit insgesamt 42 Missionen zur Verfügung. Diese orientieren sich an historischen Ereignissen wie Expeditionen nach Südamerika, Konflikten mit indianischen Anführern, dem Siebenjährigen Krieg und dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Zusätzliche Einzelmissionen ergänzen das Angebot außerhalb der Hauptkampagnen.
Im Mehrspielermodus können bis zu sieben Teilnehmer über LAN oder Internet gegeneinander antreten. Zur Auswahl stehen Deathmatch-Gefechte, Nachstellungen historischer Schlachten, ein automatisches Meisterschaftssystem mit globalen Ranglisten sowie der spezielle Modus „War For America". Zufällig generierte Karten sorgen für Abwechslung und ermöglichen wiederholtes Spielen ohne Wiederholung fester Szenarien.
Kampagnen und Fraktionen
Die acht Kampagnen beleuchten zentrale Figuren und Konflikte über drei Jahrhunderte. Spieler übernehmen Rollen wie spanische Konquistadoren oder amerikanische Revolutionsführer und befehligen Truppen aus zwölf spielbaren Fraktionen. Europäische Seiten setzen auf disziplinierte Formationen und Schusswaffen, während indianische Stämme Geschwindigkeit, Ortskenntnis und Bündnisse nutzen. Über hundert Einheitentypen und mehr als einhundert Gebäude ermöglichen vielfältige Armeezusammenstellungen, die jeweils dem historischen Kontext entsprechen.
Ressourcenmanagement und Basisbau bleiben zentrale Elemente, wobei Produktionsketten in die Ausbildung von Einheiten und die technologische Forschung einfließen. Die Größe der Gefechte belohnt sorgfältige Positionierung und die Nutzung des Geländes stärker als bloße zahlenmäßige Überlegenheit.
Lohnt sich das Spiel?
American Conquest richtet sich an Fans groß angelegter historischer Echtzeit-Strategie, die komplexe Schlachten und lange Kampagnen schätzen. Das Spiel ist weiterhin für den PC mit dem originalen Funktionsumfang verfügbar, einschließlich Unterstützung für umfangreiche Mehrspielersitzungen. Nutzerbewertungen auf großen Plattformen fallen gemischt aus, mit 68 Prozent positiven Bewertungen aus mehreren hundert Einträgen. Wer tiefgehende historische Einzelspieler-Szenarien oder kompetitiven Mehrspielermodus mit zeitgemäßen Mechaniken sucht, kann das Spiel trotz seines Alters als lohnenswert empfinden. Es eignet sich besonders für Spieler, die mit älteren Benutzeroberflächen vertraut sind und strategische Tiefe über moderne Grafik stellen.