Arx Fatalis ist ein First-Person-Action-RPG von Arkane Studios, das 2002 für den PC erschien. In einer Fantasy-Welt, in der die Sonne erloschen ist und ewige Dunkelheit herrscht, begibt sich ein einsamer Abenteurer auf die Suche nach den Artefakten, die nötig sind, um den Gott der Zerstörung Akbaa aufzuhalten. Ressourcenknappheit und Konflikte zwischen Menschen, Trollen, Goblins und Rattenmenschen zwingen alle Bewohner unter die Erde.
Gameplay
Zu Beginn erstellt man einen Charakter und verteilt Punkte auf die vier Grundwerte Stärke, Geschicklichkeit, Intelligenz und Konstitution. Diese Werte beeinflussen neun Fertigkeiten, die Nahkampf, Rüstung, Heimlichkeit, technische Fähigkeiten und Zauberei abdecken. Erfahrung aus Erkundung, Kämpfen und Quests bringt Level-Aufstiege, die neue Ausrüstung und Fähigkeiten freischalten.
Im Mittelpunkt steht die Erkundung eines weitläufigen, miteinander verbundenen Höhlensystems aus alten Tempeln, verlassenen Minen und bewohnten Siedlungen. Ein Hunger-System zwingt dazu, Nahrung zu sammeln, zu kochen oder zuzubereiten - Brot, Pasteten oder gebratenes Fleisch. Mit einem einfachen Crafting-System lassen sich Gegenstände kombinieren, etwa Teig und Nudelholz oder eine Angelrute aus Stange und Seil. Ausrüstung kann an Ambossen repariert und Tränke mit Mörser und Stößel gebraut werden.
Im Kampf treffen Nahangriffe auf eine Auflade-Mechanik, die von Geschicklichkeit und Rüstungswerten beeinflusst wird. Viele Begegnungen lassen sich besser durch Vorbereitung als durch offene Konfrontation lösen. Ein Sichtbarkeits-Symbol zeigt an, wann man schleichen und Gegner umgehen oder Schlösser knacken kann. Besonders hervorzuheben ist das Magiesystem: Mit Mausgesten zeichnet man Runen in die Luft, um Zauber zu wirken. Bis zu zwanzig Runen ergeben rund fünfzig Effekte - von direkten Schadens- und Stärkungszaubern bis hin zu Umweltinteraktionen wie dem Entzünden entfernter Fackeln oder dem Aufspüren verborgener Elemente.
Quests treiben die weitgehend lineare Hauptgeschichte voran, während optionale Aufgaben Konflikte zwischen Fraktionen wie Rebellen, Schlangenfrauen und dem König von Arx lösen. Entscheidungen in diesen Ereignissen führen zu unterschiedlichen Ausgängen und mehreren Enden.
Spielmodi
Arx Fatalis bietet ausschließlich Einzelspieler-Gameplay. Es gibt keine Multiplayer-Optionen oder separate Modi; die Kampagne setzt auf Freiheit bei der Herangehensweise durch Fertigkeitsverteilung, Gegenstandsnutzung und Entscheidungen.
Welt und Geschichte
Die unterirdische Welt von Arx ist ein in sich geschlossenes Reich, geprägt von der Abwesenheit von Sonnenlicht und dem ständigen Kampf ums Überleben. Gemeinschaften sammeln sich um die wenigen verbliebenen Ressourcen, was zu angespannten Beziehungen zwischen den verschiedenen Völkern führt. Der zentrale Konflikt dreht sich um Akbaa und die Artefakte, die man durch Erkundung von Tempeln, Städten und Minen findet. Nebenhandlungen vertiefen lokale Politik und Überlebensprobleme, ohne die Hauptquest zu unterbrechen.
Lohnt es sich?
Arx Fatalis spricht Spieler an, die First-Person-RPGs mit starkem Fokus auf systembasiertes Problemlösen, runenbasierte Magie und entscheidungsgetriebene Erzählung schätzen. Die Immersive-Sim-Qualitäten belohnen Experimente mit Crafting, Heimlichkeit und Umweltmagie in einer kompakten Unterwelt. Das Kampfsystem wirkt veraltet und weniger ausgefeilt als Magie oder kreative Lösungen, was Spieler frustrieren kann, die flüssige Action erwarten. Das Spiel ist über digitale Stores für den PC erhältlich und profitiert von Community-Patches sowie der quelloffenen Arx-Libertatis-Engine für bessere Kompatibilität mit moderner Hardware. Wer atmosphärisches Storytelling, Rätsel-Elemente und flexible Charakterentwicklung aus den frühen 2000er-Jahren sucht, findet hier ein unverwechselbares Erlebnis. Wer polierten Kampf oder laufende Inhaltsaktualisierungen bevorzugt, sollte sich anderswo umsehen.