Avernum 3: Ruined World ist ein rundenbasiertes Indie-Rollenspiel für den PC, das Strategie, Abenteuer und Erkundung in einer Fantasy-Welt vereint. Spieler stellen eine vierköpfige Gruppe zusammen und erkunden eine weitläufige Welt voller Quests, Kämpfe und sich verändernder Umgebungen. Das Spiel steht für sich allein und setzt kein Vorwissen voraus. Die Geschichte entwickelt sich durch die Entscheidungen und Handlungen der Spieler.
Gameplay
Im Mittelpunkt stehen die Verwaltung der Gruppe und taktische Kämpfe. Charaktere werden aus wenigen Völkern erstellt, die jeweils kleine Vorteile bieten. Spieler können vorgefertigte Klassen wählen oder Punkte frei verteilen und so eine eigene Charakterentwicklung gestalten. Kämpfe finden rundenbasiert auf einem Raster statt, bei dem Positionierung, Fähigkeiten und Zauber den Ausgang bestimmen. Zur Verfügung stehen Dutzende Zauber und Kampfstile, die unterschiedliche Strategien gegen Gegner ermöglichen.
Ein großer Teil des Spielspaßes ergibt sich aus der Erkundung. Die Welt umfasst eine ausgedehnte Unterwelt und Oberflächenregionen mit über 100 Städten und Verliesen. Diese Orte verändern sich im Laufe der Zeit eigenständig - Schlachten zwischen Siedlungen oder Monsterangriffe verändern die Karte. Erfahrungspunkte erhält man durch Kämpfe, Quest-Abschlüsse und Tätigkeiten wie Schlösser knacken. Charaktere entwickeln sich durch zahlreiche Eigenschaften, die dauerhafte Vorteile bringen, sowie durch magische Artefakte, die die Fähigkeiten erweitern.
Neben den Kämpfen gibt es weitere Möglichkeiten: Grundstücke kaufen, Gelegenheitsarbeiten annehmen, Kopfgeldjagd betreiben oder Handel treiben. Über 100 Nebenquests laden dazu ein, die Welt gründlich zu erkunden, statt einem festen Handlungsstrang zu folgen.
Spielmodi
Das Spiel ist ausschließlich für Einzelspieler ausgelegt und enthält keine Mehrspieler-Elemente. Die Hauptkampagne lässt sich frei gestalten, wobei das Tempo und die Schwerpunkte selbst bestimmt werden. Je nach Spielweise ergeben sich unterschiedliche Ansätze - vom Fokus auf Kämpfe über das Abschließen von Nebenquests bis hin zu wirtschaftlichen Aktivitäten wie dem Handel.
Der Fortschritt bleibt über mehrere Durchgänge hinweg gleich, die Ergebnisse jedoch hängen von den Entscheidungen im zentralen Konflikt zwischen Unterweltbewohnern und Oberflächenbedrohungen ab. Es gibt keine separaten Modi für kompetitives oder kooperatives Spiel, sodass der Schwerpunkt auf taktischen Einzelentscheidungen und der langfristigen Interaktion mit der Welt liegt.
Handlung und Welt
Die Geschichte folgt einer Gruppe, die aus einem unterirdischen Gefängnisreich fliehen will, während die Oberwelt von Seuchen und Kriegen bedroht wird. Eigenständige Völker und Kulturen heben die Welt von gängigen Fantasy-Klischees ab. Städte und Regionen reagieren auf den Zeitverlauf und das Eingreifen der Spieler, sodass ein lebendiges Umfeld entsteht, in dem Katastrophen und Wanderbewegungen auch ohne direkte Einflussnahme geschehen.
Dialoge und Questgestaltung rücken individuelle Schicksale innerhalb des größeren Konflikts in den Mittelpunkt. Die in sich abgeschlossene Handlung beendet die Trilogie, ist aber auch eigenständig spielbar. Hunderte Artefakte und Umgebungsdetails fördern die Immersion durch Entdeckungen statt durch reine Erläuterungen.
Lohnt sich das Spiel?
Das Feedback der Spieler fällt insgesamt sehr positiv aus. Die meisten empfehlen das Spiel nach längeren Sessions weiter. Wer gründlich erkundet und Nebenquests abschließt, verbringt oft 40 bis 60 Stunden oder mehr. Die Kombination aus taktischen Kämpfen, offener Erkundung und einer reagierenden Welt spricht Fans klassischer Rollenspiele an, die strategische Tiefe schätzen.
Seit der Veröffentlichung wurden Fehler und Balance-Probleme behoben, sodass das Spiel für neue Spieler stabil ist. Es eignet sich für alle, die ein bewusstes Tempo, die Anpassung der Gruppe und eine selbstbestimmte Abenteuererfahrung bevorzugen. Wer kurze Sessions oder moderne Grafik sucht, könnte sich von der retro-anmutenden Präsentation und den bedächtigen Systemen weniger angesprochen fühlen, während andere die Freiheit und die lange Spielzeit schätzen.