Call of Juarez: The Cartel ist ein First-Person-Shooter aus dem Jahr 2011 für den PC. Die Spieler übernehmen die Rolle eines Mitglieds eines dreiköpfigen Ermittlerteams, das gegen ein mexikanisches Drogenkartell vorgeht - verantwortlich für einen Anschlag auf eine US-Behörde.
Gameplay
Im Zentrum steht eine lineare Kampagne, bei der vor Missionsbeginn einer von drei festgelegten Protagonisten gewählt wird. Dieser Charakter begleitet den Spieler durch die gesamte Geschichte. Die beiden übrigen Agenten treten entweder als KI-Begleiter oder als Mitspieler im Koop-Modus auf. Jeder Protagonist bringt eigene Stärken mit, etwa bevorzugte Waffenklassen und spezielle Fähigkeiten, die den Kampfstil beeinflussen.
Die Kämpfe basieren auf direktem Schusswechsel. Gegner fallen schnell unter Dauerfeuer, und durch Treffer füllt sich ein Konzentrationsbalken. Ist dieser voll, kann der Spieler eine kurze Zeitlupenphase aktivieren und mehrere Ziele präzise anvisieren. Die Bewegung ist stets schnell, da Sprinten unbegrenzt möglich ist. Das Arsenal umfasst moderne Schusswaffen wie Pistolen, Sturmgewehre, Scharfschützengewehre und schwerere Modelle, die im Verlauf freigeschaltet werden. Besonders im Nahkampf ist das gleichzeitige Führen zweier Pistolen eine gängige Taktik.
Der Koop-Modus erlaubt bis zu drei Mitspieler, die jederzeit ein- und aussteigen können. Fehlende Spieler werden nahtlos durch KI ersetzt. In manchen Abschnitten steuern die Spieler Fahrzeuge, um Verfolgungsjagden oder Fluchten unter Beschuss zu bewältigen.
Spielmodi
Die Einzelspieler-Kampagne bildet das Herzstück und lässt sich allein oder mit bis zu zwei Freunden im Drop-in-Koop absolvieren. Die Missionen folgen einer festen Abfolge aus Ermittlungs-, Kampf- und Fluchtabschnitten gegen die Kartellkräfte.
Ergänzend gibt es einen kompetitiven Mehrspielermodus mit teamorientierten Partien. Neben klassischem Team-Deathmatch stehen objektbasierte Modi zur Verfügung, bei denen eine Seite Aufgaben erfüllen muss, während die Gegner dies verhindern. Team-Boni werden aktiviert, wenn Spieler in der Nähe ihrer Partner bleiben. Manche dieser Modi integrieren Fahrzeuge als zentrales Element.
Kampagnenstruktur und Fortschritt
Fortschritt ergibt sich durch das Abschließen von Missionen und das Freischalten neuer Waffen über das Charakterlevel. Jeder der drei Protagonisten erzählt die Ereignisse aus seiner eigenen Perspektive und bringt unterschiedliche Motive und Hintergründe mit. Anpassungsmöglichkeiten beschränken sich auf die Wahl der Ausrüstung vor jeder Mission.
Die Schauplätze reichen von urbanen Vierteln Los Angeles bis in von Kartellen kontrollierte Gebiete. Die Kämpfe wechseln zwischen offenen Feuergefechten und engeren Räumen. Die Kampagnenlänge lädt dazu ein, die Geschichte mit jedem Protagonisten erneut zu erleben und dabei andere Dialoge und Blickwinkel zu entdecken.
Lohnt sich das Spiel?
Bei der Veröffentlichung fiel das Echo überwiegend negativ aus. Kritik richtete sich vor allem auf technische Mängel wie häufige Glitches, schwankende Bildraten, Animationsprobleme und eine schwache Synchronisation. Die Kampagne bietet durch die Koop-Elemente und das temporeiche Schießgefühl durchaus unterhaltsame Momente, wirkt insgesamt jedoch generisch und unausgereift.
Heute ist das Spiel nur noch über physische Kopien oder den Gebrauchtmarkt erhältlich, da der digitale Vertrieb nach einem Rechtsstreit eingestellt wurde. Patches oder weitere Unterstützung gibt es seit der Erstveröffentlichung nicht mehr. Spieler, die unkomplizierte Run-and-Gun-Shooter schätzen und eine günstige funktionierende Version finden, können im Koop oder im schnellen Mehrspielermodus kurzweilige Unterhaltung erleben. Wer hingegen moderne Technik, stabile Performance oder ausgefeilte Mechaniken sucht, findet in der Genre bessere Alternativen. Das Spiel richtet sich eher an Spieler, die mit älteren technischen Schwächen umgehen können.