„Devil In The Capital" ist ein Point-and-Click-Adventure, das 1952 im Iran spielt - einer Zeit politischer Spannungen nach der Verstaatlichung der Ölindustrie. Spieler übernehmen die Rolle des Ermittlers Mohammad Afshar, der in die nordiranische Stadt Rasht geschickt wird, um eine Serie von Morden und Sabotageakten aufzuklären, die auf eine Destabilisierung der Regierung abzielen. Die Handlung entfaltet sich über die Untersuchung brutaler Verbrechen, verborgener Verschwörungen und eines geplanten Staatsstreichs - alles in einem Film-Noir-Stil, der auf Serienmorden und politischen Intrigen basiert.
Gameplay
Im Zentrum steht die klassische Kombination aus Erkundung und logischem Schlussfolgern. Über 20 Schauplätze mit insgesamt 65 detaillierten 2D-Hintergründen stehen zur Verfügung. Spieler untersuchen Umgebungen, sammeln Hinweise und lösen mehr als 12 Minispiele sowie zahlreiche Umgebungsrätsel. 95 Seiten interaktiver Notizen ermöglichen es, Beweise festzuhalten und zu verknüpfen. Dialoge mit 27 Charakteren umfassen über 150 Textseiten und liefern Hintergrundinformationen. Mehr als 20 Minuten Motion Comics illustrieren zentrale Handlungsmomente, während Dutzende grafische Dokumente, Zeitungsartikel, Kurzgeschichten und zeitgenössische Anzeigen als Sammlerstücke oder lesbare Objekte den historischen Kontext vertiefen. Die Gesamtspielzeit beträgt mehr als fünf Stunden.
Spielmodi
„Devil In The Capital" bietet weder Multiplayer noch alternative Spielmodi. Das Spiel ist ausschließlich als Singleplayer-Erlebnis mit linearer Handlung konzipiert, bei dem die Ermittlung und das Lösen von Rätseln nacheinander erfolgen. Es gibt keine alternativen Wege oder kompetitiven Elemente - der Fokus liegt auf gründlicher Erkundung und logischem Denken, ganz im Sinne klassischer Adventure-Konventionen.
Handlung und Setting
Die Geschichte orientiert sich an realen Ereignissen rund um die iranische Ölindustrie Anfang der 1950er-Jahre. Sabotageakte ausländischer und einheimischer Kräfte ereignen sich in Teheran und im Süden des Landes, während im Norden versucht wird, Ölvorkommen zu stehlen. Der Mord an einem Abgeordneten aus Rasht, der die Verstaatlichung unterstützte, sowie an mehreren Polizisten löst die Ermittlung aus. Detective Afshar muss nicht nur die Täter finden, sondern auch ein größeres Komplott aufdecken, das von einem geplanten Staatsstreich ablenken soll. Der Film-Noir-Ton unterstreicht moralische Grauzonen, verdeckte Allianzen und die persönlichen Folgen politischer Machtspiele in einem selten dargestellten historischen Umfeld.
Grafik, Sound und Präsentation
Handgezeichnete 2D-Grafiken sorgen für hohe Detailtiefe bei allen Hintergründen und Charakterporträts. Motion Comics visualisieren Schlüsselmomente mit animierten Panels. Ein 60-minütiger Soundtrack im typischen Film-Noir-Stil begleitet die Ermittlung und schafft eine dichte Atmosphäre. Interaktive Dokumente und Notizen dienen sowohl der Erzählung als auch dem Gameplay und ermöglichen es, gesammelte Beweise jederzeit einzusehen.
Lohnt sich das Spiel?
„Devil In The Capital" richtet sich an Spieler, die methodische Point-and-Click-Adventures mit historischer Verankerung schätzen. Die gemischte Resonanz auf Steam - 46 Prozent positiv bei einer kleinen Zahl an Bewertungen - spiegelt sowohl die Wertschätzung für das ungewöhnliche iranische Setting und die detaillierte Dokumentation als auch Kritik an Tempo und Produktionsqualität einer unabhängigen Veröffentlichung aus dem Jahr 2017 wider. Das Spiel ist als abgeschlossenes Singleplayer-Erlebnis ohne nachträgliche Updates oder Zusatzinhalte erhältlich. Wer Noir-Mysterien, puzzlelastige Erkundung und politische Thriller aus weniger bekannten Epochen sucht, wird am ehesten angesprochen. Spieler, die moderne Grafik, Sprachausgabe oder Wiederspielbarkeit bevorzugen, finden möglicherweise andere Titel im Genre passender.