eXperience 112 ist ein Singleplayer-Adventure, das sich um Rätsel und narrative Erkundung an Bord eines verlassenen Tankers dreht. Die Spieler übernehmen die Rolle eines unsichtbaren Operators, der Lea Nichols beobachtet und lenkt - die einzige Überlebende eines Forschungsteams. Die gesamte Erfahrung läuft über eine Überwachungsschnittstelle, die den Spieler in einen Kontrollraum versetzt und Beobachtung, Ressourcenmanagement sowie Problemlösung in den Vordergrund stellt, statt direkte Charaktersteuerung.
Gameplay
Im Zentrum steht ein Netzwerk funktionsfähiger Überwachungskameras auf dem Schiff. Spieler wechseln zwischen den Kamerabildern, um Leas Position zu verfolgen, Gefahren zu erkennen und nützliche Gegenstände oder Wege zu finden. Über weitere Systeme lassen sich Türen, Lichter und andere Schiffseinrichtungen ferngesteuert aktivieren, um Hindernisse zu beseitigen oder sichere Routen zu schaffen. Viele Rätsel erfordern es, visuelle Informationen aus verschiedenen Perspektiven mit präzisem Timing der Eingriffe zu kombinieren.
Lea bewegt sich entsprechend der über die Schnittstelle übermittelten Anweisungen. Spieler müssen ihre Bedürfnisse antizipieren und gleichzeitig Details über die Vergangenheit des Schiffs aufdecken. Die Umgebung umfasst enge Gänge, Labore und Lagerbereiche, in denen Hinweise auf ein missglücktes wissenschaftliches Experiment verborgen sind. Survival-Horror-Elemente entstehen durch atmosphärische Spannung, eingeschränkte Sicht in manchen Bereichen und das ständige Risiko, dass ein Fehlgriff Lea in Gefahr bringt.
Der Fortschritt basiert auf methodischer Erkundung statt Kampf oder Reflexen. Spieler sammeln Informationen, lösen umweltbedingte Herausforderungen und rekonstruieren die Handlung, indem sie Kamerabilder mit gefundenen Dokumenten oder Aufzeichnungen abgleichen. Die Schnittstelle erfordert Geduld, da der Wechsel zwischen Werkzeugen und Kamerabildern die zentrale Interaktionsform darstellt.
Spielmodi
eXperience 112 bietet ein durchgehendes Abenteuer ohne separate Modi oder verzweigte Kampagnen. Die gesamte Erfahrung folgt einem einzigen Handlungsstrang, der darauf abzielt, Lea in Sicherheit zu bringen und die Hintergründe des verlassenen Tankers zu enthüllen. Rätselsequenzen und Story-Aufdeckungen laufen in fester Reihenfolge ab und laden nur zum erneuten Spielen ein, wenn man Lösungen optimieren oder die Atmosphäre erneut erleben möchte.
Es gibt keine Multiplayer-Optionen oder alternativen Szenarien. Das Design bleibt vom Anfang bis zum Ende konsistent und setzt auf die Ăśberwachungsmechanik, um sowohl Fortschritt als auch Spannung zu erzeugen. Diese Struktur richtet sich an Spieler, die eine fokussierte, ununterbrochene Session gegenĂĽber unterschiedlichen Spielstilen bevorzugen.
Handlung und Atmosphäre
Die Geschichte dreht sich um ein wissenschaftliches Forschungsprojekt, das den Tanker isoliert und Lea als einziges verbliebenes Teammitglied zurückgelassen hat. Spieler decken über Kamerabeobachtungen und Umgebungsdetails nach und nach Fragmente des Experiments auf und erfahren allmählich, wie es zu der aktuellen Situation gekommen ist. Der Ton vermischt Mystery mit Unbehagen und nutzt die beengte Schiffsatmosphäre, um das Gefühl der Isolation zu verstärken.
Leas Verletzlichkeit trägt maßgeblich zur emotionalen Wirkung bei, da Spieler als ihr fernes Unterstützungssystem agieren. Enthüllungen über die Forschung und die Geschichte des Schiffs ergeben sich natürlich aus den Rätselergebnissen und dem visuellen Storytelling, nicht durch direkte Erläuterungen. Der Survival-Horror-Einfluss zeigt sich in der bedrückenden Umgebung und dem Gefühl, dass nicht jede Entdeckung zu eindeutigen Antworten führt.
Lohnt sich das Spiel?
Die Steam-Bewertungen fallen gemischt aus - etwa 56 Prozent der Nutzer äußern sich positiv, allerdings bei einer eher geringen Anzahl an Bewertungen. Diejenigen, die die ungewöhnliche Überwachungsschnittstelle schätzen, heben häufig die Originalität des Konzepts und die Befriedigung beim Lösen vernetzter Rätsel hervor. Handlung und atmosphärische Umsetzung werden von Fans älterer Adventure-Titel regelmäßig als Stärken genannt.
Kritik richtet sich vor allem auf das bewusste Tempo, gelegentliche Bedienungshürden und veraltete technische Aspekte, die sich auf aktueller Hardware bemerkbar machen können. Das Spiel erhält keine laufenden Updates oder zusätzlichen Inhalte, daher sollten die Erwartungen an eine abgeschlossene, unveränderte Veröffentlichung aus dem Jahr 2007 angepasst sein. Es spricht vor allem Spieler an, die puzzlelastige Adventures mit Fokus auf Beobachtung und indirekte Steuerung gegenüber Action oder freier Erkundung bevorzugen.
Wer sich von der Idee angesprochen fühlt, Systeme zu verwalten, um eine Figur in einer begrenzten, geschichtenreichen Umgebung zu unterstützen, kann trotz des Alters eine lohnende Erfahrung finden. Wer dagegen schnelleres Gameplay oder moderne Produktionswerte sucht, wird wahrscheinlich auf Einschränkungen stoßen, die den Spaß mindern. Das Spiel bleibt für alle verfügbar, die bereit sind, sich auf seine spezifischen Mechaniken einzulassen.