Hard West 2 ist ein rundenbasiertes Taktik-Rollenspiel in einer übernatürlichen Version des amerikanischen Westens. Spieler führen eine Gruppe von Gesetzlosen durch eine Einzelspieler-Kampagne, die taktisches Gefecht mit erzählerischem Fortschritt verbindet, während sie einem mysteriösen Geisterzug durch wechselhafte Grenzlandschaften folgen.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht ein Rundenablauf, bei dem jeder Charakter drei Aktionspunkte pro Zug erhält. Diese Punkte lassen sich für Bewegung, Angriffe, Gegenstände oder eine Deckungsaktion einsetzen, die den Schutz verbessert und Zustände wie Blutungen entfernt. Das Bravado-System belohnt tödliche Treffer, indem es dem ausführenden Charakter sofort alle Aktionspunkte zurückgibt und so aggressive Stellungswechsel sowie Kettenreaktionen auf dem Schlachtfeld fördert.
Waffen sind in Kategorien mit klaren Vor- und Nachteilen unterteilt. Nahkampfangriffe kosten nur einen Punkt, verursachen aber weniger Schaden, während Gewehre alle drei Punkte benötigen, dafür aber Reichweite und Wirkung deutlich erhöhen. Spezialfähigkeiten werden über Poker-Kombinationen aus gesammelten Spielkarten ausgelöst und gewähren Statusboni oder einzigartige Aktionen. Zusätzlich verfügen Charaktere über individuelle Kräfte, etwa Positionswechsel, die gegnerische Deckung stören.
Zwischen den Kämpfen wechselt das Spiel in textbasierte Abschnitte, die die Geschichte vorantreiben und Begegnungen mit den Gruppenmitgliedern ermöglichen. Diese Abschnitte stärken die Loyalität durch Gespräche, schalten Hintergrundgeschichten frei und erweitern Dialogoptionen, ohne die Kampfregeln zu verändern.
Spielmodi
Hard West 2 ist ausschließlich als Einzelspieler-Erfahrung konzipiert. Die Kampagne gliedert sich in narrative Kapitel und taktische Begegnungen, ohne separate Gefechts-, Mehrspieler- oder Endlos-Modi. Vor jeder Schlacht wählt man Gruppenmitglieder und Ausrüstung, navigiert anschließend die Karte in Echtzeit und wechselt dann in die rundenbasierte Phase.
Die Kämpfe legen Wert auf Vorbereitung und Anpassung statt auf Zufall, da Gegnerpositionen und Umgebungsbedingungen bei Wiederholungen unverändert bleiben. Das Fehlen weiterer Modi richtet den Fokus auf den Hauptstorypfad und seine übernatürlichen Bedrohungen - von Dämonen über Hexen bis hin zu anderen Schrecken der Grenzregion.
Handlung und Setting
Die Geschichte folgt dem Gesetzlosen Gin Carter und seiner übernatürlichen Truppe auf der Jagd nach dem Geisterzug durch Regionen wie Oregon und Utah. Die Weird-West-Atmosphäre integriert paranormale Elemente, die sowohl Handlungsstränge als auch Kampfbegegnungen beeinflussen und eine durchgängige Stimmung aus Rache und Geheimnis erzeugen.
Die Gruppenmitglieder bringen eigene Persönlichkeiten und Fähigkeiten mit, die eng mit der Handlung verknüpft sind. Interaktionen im Lager vertiefen diese Beziehungen und enthüllen persönliche Hintergründe, die mit der größeren Suche nach dem Zug und seinen dunklen Geheimnissen verwoben sind.
Lohnt sich das Spiel?
Die Steam-Bewertungen liegen insgesamt bei „Sehr positiv", während aktuelle Rückmeldungen „Überwiegend positiv" ausfallen. Das Spiel richtet sich an Spieler, die taktische RPGs schätzen, die präzise Planung und aggressive Kill-Ketten durch das Bravado-System belohnen. Die Einzelspielerkampagne bietet ein abgeschlossenes Erlebnis ohne saisonale Inhalte oder Live-Service-Elemente.
Wer tiefgehende Charakteranpassung und abwechslungsreiche Waffensysteme sucht, wird die Mechaniken ansprechend finden, auch wenn manche Kämpfe nach längeren Sessions repetitiv wirken können. Besonders geeignet ist das Spiel für Fans strategischer Titel in atmosphärischen, übernatürlichen Western-Welten, die Wert auf fokussierten Einzelspieler-Inhalt statt Mehrspieler-Optionen legen.