„Japanese Swordsmith" ist ein Indie-Simulationsspiel, in dem man als Schwertschmied im Kyoto der Bakumatsu-Zeit arbeitet. Im Mittelpunkt steht das Schmieden einer Katana aus rohem Tamahagane nach traditionellen japanischen Schmiedetechniken.
Gameplay
Im Kern geht es darum, jede Phase der Klingenherstellung mit Sorgfalt zu durchlaufen. Zuerst bereitet man mit Sumikiri Holzkohle vor, indem man das Material per Hand zerkleinert und sortiert, um den Schmiedeofen zu befeuern. Anschließend folgt Mizuheshi: Tamahagane wird erhitzt, gehämmert, abgeschreckt und in Qualitätsstufen zerbrochen. Die Stücke werden dann beim Tsumiwakashi gestapelt und verschweißt, bevor Tanren durch wiederholtes Falten und Hämmern den Stahl verfeinert.
Danach kommt Tsukurikomi zum Einsatz, bei dem Mantel- und Kernstahl geschichtet werden, um die Struktur der Klinge festzulegen. Wakashinobe und Sunobe strecken das Metall auf die gewünschte Länge und formen die Kissaki-Spitze. Mit Hizukuri wird die Schneide, der Rücken und die Krümmung der Klinge herausgearbeitet. Beim Tsuchioki wird Ton aufgetragen, der beim anschließenden Yakiire die charakteristische Hamon-Linie erzeugt - ein Schritt, der keine Korrektur mehr zulässt.
Beim Togi wird der Ton auf Schleifsteinen entfernt, sodass Jigane und Hamon sichtbar werden. Abschließend montiert man in Koshirae Tsuka, Tsuba und Saya, um das Schwert fertigzustellen. Erfolg hängt davon ab, die Farbe des heißen Stahls, die Wirkung jedes Schlags und den richtigen Zeitpunkt jeder Handlung richtig einzuschätzen.
Spielmodi
Das Spiel ist eine reine Einzelspieler-Simulation ohne separate Wettbewerbs- oder Koop-Modi. Alle Aktivitäten konzentrieren sich darauf, den gesamten traditionellen Herstellungsprozess vom Rohmaterial bis zur fertigen Katana zu durchlaufen. Spieler wiederholen und verfeinern die Techniken über mehrere Durchgänge und passen ihre Vorgehensweise an die Ergebnisse früherer Schmiedearbeiten an.
Die Werkstatt des Schwertschmieds
Im Schmiederaum lassen sich Werkzeuge, Möbel, Tamahagane-Vorräte und laufende Arbeiten frei anordnen. Die Platzierung beeinflusst den Arbeitsablauf und die gewünschte Atmosphäre. Die Position der Gegenstände bleibt während der gesamten Sitzung veränderbar.
Jede fertiggestellte Klinge trägt die sichtbaren Spuren der Entscheidungen, die beim Auftragen des Tons und beim Abschrecken getroffen wurden. Das Hamon-Muster und der Charakter des Stahls spiegeln die Präzision aller vorherigen Arbeitsschritte wider.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel richtet sich an Fans detaillierter Handwerkssimulationen und an alle, die sich für die historischen Methoden der japanischen Schwertfertigung interessieren. Die anspruchsvolle Lernkurve und die Abfolge irreversibler Arbeitsschritte belohnen Geduld und Beobachtungsgabe statt schnelle Reflexe. Spieler, die ein direktes Action- oder Erzählerlebnis suchen, könnten das ruhige Tempo weniger ansprechend finden. Das Spiel ist für den PC erhältlich und setzt die Bereitschaft voraus, den gesamten Schmiedevorgang durchzuführen.