Kult: Heretic Kingdoms ist ein isometrisches Action-RPG, in dem man Alita spielt, eine junge Inquisitorin, die im Auftrag der Kirche religiöse Überreste in einer Welt auslöschen soll, in der Gott tot und Glaube selbst Ketzerei ist. Das Spiel verbindet Erkundung, Kampf und narrative Entscheidungen in einer Einzelspieler-Erfahrung, die sich auf persönliche Moral und langfristige Konsequenzen konzentriert.
Gameplay
Das Kampfsystem setzt auf schnelle Entscheidungen und das Ausprobieren von Ausrüstung. Man steuert die Protagonistin in Echtzeit und verbessert durch Erfahrung Nahkampf, Fernangriffe, Magie und Bewegungsgeschwindigkeit. Anstelle klassischer Skillbäume steht ein einzigartiges Attunement-System: Durch den Einsatz von Waffen, Rüstungen und anderen Gegenständen im Kampf werden verborgene Fähigkeiten freigeschaltet. Diese können in Ruhephasen aktiviert und danach dauerhaft erworben werden - oft unter bestimmten Bedingungen wie dem Verzicht auf Rüstung für bestimmte Boni.
Heilung birgt Risiken durch ein duales Ressourcensystem aus Lebenspunkten und Blutpunkten. Jede Heilung senkt die Blutpunkte, was das maximale Leben begrenzt und die Figur in längeren Kämpfen verwundbarer macht. Volle Erholung gibt es nur an Lagerfeuern, in Gasthausbetten oder im eigenen Haus. Eine parallele Traumwelt-Ebene ermöglicht kurze Ausflüge in ein Geisterreich voller Geister und Wraiths. Die dort verbrachte Zeit ist begrenzt, bringt aber Essenzpunkte, die Attunements schneller freischalten, und bietet eigene Gefahren und Fortbewegungsmöglichkeiten.
Die Erkundung umfasst etwa fünfzig unterschiedliche Orte mit einzigartigen Monstern und Beute. Die isometrische Perspektive kombiniert vorgerenderte Hintergründe mit 3D-Charaktermodellen und ermöglicht ein stetiges Fortschreiten durch Kämpfe und Umgebungsinteraktion, ohne dass komplexe Menüs den Fluss unterbrechen.
Spielmodi
Das Spiel bietet eine Einzelspieler-Kampagne, die auf Handlungsfortschritt und Charakterentwicklung ausgerichtet ist. Es gibt keine separaten Multiplayer- oder Wettkampfmodi. Alles spielt sich in einer durchgehenden Geschichte ab, die sich je nach Entscheidungen verzweigt - ohne zusätzliche Spieltypen oder saisonale Inhalte.
Handlung und moralische Entscheidungen
Die Handlung folgt Alita, die den Befehl erhält, ein gefährliches Relikt zu zerstören, und dabei in den Konflikt zwischen einem Magierzirkel auf der Suche nach roher Macht und einem Kult gerät, der den toten Gott wiedererwecken will. Das von Chris Bateman geleitete Skript entwirft eine amoralische Welt, in der Handlungen langfristige Folgen haben. Spieler prägen die Protagonistin als Idealistin, selbstsüchtige Opportunistin oder pragmatische Auftragnehmerin. Diese Wege bestimmen Loyalitätsausrichtungen und führen zu einem von sechs unterschiedlichen Enden - von der vollständigen Unterdrückung der Religion bis zu ihrer unerwarteten Wiederkehr.
Lohnt es sich?
Die Aufnahme ist auch Jahre nach Erscheinen überwiegend positiv. Steam-Nutzer loben vor allem das einzigartige Attunement-System, die Tiefe der Itemisierung und den ernsthaften Ton der Geschichte. Das Spiel richtet sich an Spieler, die ältere isometrische RPGs schätzen, die Experimentierfreude belohnen und Konsequenzen ohne Hilfestellung akzeptieren. Der überschaubare Umfang und die fokussierten Mechaniken eignen sich für kurze Sitzungen, während die verzweigte Geschichte zum erneuten Spielen mit anderen moralischen Ausrichtungen einlädt. Wer moderne Produktionswerte oder laufende Updates sucht, wird das Design von 2004 als veraltet empfinden - doch der Kern aus Kampf, Attunements und entscheidungsgetriebenen Ausgängen spricht weiterhin Fans durchdachter Einzelspieler-Abenteuer an.