PLEASE CONFIRM THE DECEASED ist ein Indie-Simulations-Adventure, das in einer städtischen Leichenhalle spielt. Als Nachtschicht-Angestellter prüft man die Identität und den Zustand eintreffender Leichen anhand der mitgelieferten Unterlagen.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Bearbeitung jedes Falls nach einem festen Prüfablauf. Zuerst liest man die Akte, die durch die Klappe gereicht wird: Sterbeurkunde, Überführungsprotokoll, Liste der persönlichen Gegenstände und ein Polaroid-Foto. Abweichungen bei Namen, Gewichten, Todesursachen oder Unterschriften müssen erkannt werden, bevor man sich dem Körper zuwendet.
Zur Untersuchung stehen fünf Instrumente bereit: Waage, Maßband, Thermometer, UV-Lampe und Stethoskop. Damit lassen sich Widersprüche aufdecken, die aus den Unterlagen allein nicht hervorgehen. Das Regelbuch beginnt mit drei Seiten in der ersten Nacht und wächst mit jeder Schicht; die neueste Seite gilt dabei immer als verbindlich.
Nach der Prüfung entscheidet man, ob man den Körper annimmt und einer Schublade zuweist, unter Quarantäne stellt, ablehnt oder einen der begrenzten Supervisor-Anrufe nutzt. Fehler wirken sich auf spätere Schichten aus: wiederkehrende Namen oder veränderte Zustände zwingen dazu, frühere Entscheidungen zu überdenken.
Zwischen den Schichten finanzieren korrekte Unterschriften den Kauf zusätzlicher Ausrüstung, etwa einer verbesserten UV-Lampe oder Türverstärkungen. Ressourcenknappheit bleibt bestehen, und das wachsende Regelbuch führt neue Einschränkungen ein, die bisherige Werkzeuge und Abläufe verändern.
Spielmodi
Das Spiel ist ein Singleplayer-Erlebnis über sieben Nächte. Jede Nacht kombiniert handgeschriebene Fälle mit prozeduralen Varianten, sodass keine zwei Durchgänge identisch verlaufen.
Der Fortschritt ergibt sich aus den wachsenden Regelbuchseiten und dem adaptiven Bewertungssystem, das Regelkonformität und Entscheidungsmuster über alle Schichten hinweg erfasst. Abweichungen entwickeln sich schrittweise: Die erste Nacht beginnt mit Standardverfahren, später folgen Abweichungen, die das erworbene Wissen auf die Probe stellen.
Mehrere Enden ergeben sich aus der Entscheidung, wie streng man sich an die Regeln hält, ob man zusätzliche Informationen einholt und ob man eigene Urteile beibehält. Das Spiel erzeugt prozeduralen Horror durch Akten und Objekte, nicht durch direkte Konfrontation oder visuelle Enthüllungen.
Handlung und Atmosphäre
Die Geschichte wird ausschließlich über Dokumente, Messwerte und Rückmeldungen aus der Umgebung erzählt. Gesichter sind nicht zu sehen; Spannung entsteht durch abweichende Zahlen, unerwartete Gewichte oder Regeländerungen, die frühere Schichten nachträglich erschweren.
Im Hintergrund stehen Neonlicht, verhüllte Bahren hinter Glas und eine wachsende Sammlung von Formularen und Stempeln. Das Design konzentriert sich auf bürokratische Abläufe als Quelle des Unbehagens; jeder Fall ist ein in sich geschlossenes Rätsel, das sich in die Abfolge der Nächte einfügt.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel richtet sich an Spieler, die methodische Simulation mit Beobachtungs- und Verwaltungshorror verbinden möchten. Die sieben Nächte bieten ein abgeschlossenes Erlebnis von etwa zweieinhalb bis dreieinhalb Stunden; prozedurale Elemente sorgen für Wiederspielbarkeit durch unterschiedliche Fallgestaltungen.
Wer Entscheidungen als Gatekeeper und sich verändernde Systeme schätzt, wird die Mechaniken als ansprechend empfinden. Der Fokus auf Instrumente, Regelinterpretation und Konsequenzverfolgung ergibt eine klare Schleife ohne Kampf oder Erkundung außerhalb der Annahme.
Die Verfügbarkeit auf dem PC ermöglicht Sitzungen, die sorgfältige Aufmerksamkeit für Details statt schnelle Reflexe belohnen. Die einheitliche Vision des Einzelentwicklers sorgt für einen konsistenten Ton in prozeduralen und erzählerischen Ebenen.