Romancing SaGa 2: Revenge of the Seven ist ein Remake des nicht-linearen RPGs von 1993, in dem Spieler als aufeinanderfolgende Herrscher das Imperium von Varennes verteidigen. Das Spiel kombiniert klassische SaGa-Mechaniken mit einer überarbeiteten Präsentation, vollständiger japanischer und englischer Sprachausgabe sowie einem Soundtrack, der sowohl Original- als auch neu arrangierte Stücke von Komponist Kenji Ito enthält. Als RPG, das auf Reichsausbau und Generationenwechsel setzt, legt es den Fokus auf die Entscheidungsfreiheit der Spieler, wie sich die Geschichte über mehrere Herrscher und Ziele entfaltet.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Rekrutierung von Charakteren aus über 30 Klassen, die unterschiedliche Berufe und Völker abdecken. Jede Klasse bringt eigene Waffenpräferenzen, Fähigkeiten und Kampfeinsatzgebiete mit, sodass sich die Spieler ein Gefolge zusammenstellen können, das auf verschiedene Herausforderungen zugeschnitten ist. Wenn ein Kaiser abdankt oder stirbt, überträgt die Vererbungsmagie Wissen und Fertigkeiten auf den nächsten Herrscher und sorgt so für Kontinuität zwischen den Generationen, ohne den Fortschritt vollständig zurückzusetzen.
Das Kampfsystem basiert auf einem verbesserten zeitgesteuerten Rundenmodus, der die strategische Grundlage des Originals erweitert. Während der Kämpfe können Spieler Glimmers auslösen, um neue Fähigkeiten spontan zu erlernen, Charaktere in Formationen anordnen, um gruppenweite Boni zu erhalten, und United Attacks aktivieren, um koordinierte Angriffe zu starten, die den Verlauf schwieriger Begegnungen verändern können. Städte und Dungeons wurden in 3D komplett überarbeitet, während die charakteristischen, von Tomomi Kobayashis Konzeptzeichnungen inspirierten Pixel-Art-Modelle erhalten bleiben.
Der Fortschritt ist eng mit dem Reichsmanagement verknüpft. Die Ausdehnung des Territoriums, die Verwaltung von Ressourcen und die Entscheidung, welchen Bedrohungen man sich als Nächstes stellt, fließen allesamt in die übergreifende Erzählung ein. Das System belohnt das Ausprobieren verschiedener Herrscherkandidaten und Handlungsabfolgen, anstatt eine feste Ereignisreihenfolge vorzugeben.
Spielmodi
Die freie Szenariostruktur bildet den zentralen Spielmodus. Spieler legen selbst fest, in welcher Reihenfolge sie das Reich ausbauen und gegen die Sieben Helden vorgehen, was zu deutlich unterschiedlichen Handlungsverläufen und verfügbaren Ereignissen führt. Dadurch ergeben sich aus demselben Startpunkt mehrere eigenständige Spielverläufe, ohne dass separate Kampagnen erforderlich sind.
Drei Schwierigkeitsgrade ermöglichen eine weitere Anpassung des Spielerlebnisses. Der Casual-Modus reduziert den Kampfanteil, um die Geschichte in den Vordergrund zu rücken. Der Normal-Modus bietet eine ausgewogene Herausforderung für erfahrene RPG-Spieler. Der Hard-(Classic)-Modus entspricht der anspruchsvollen Schwierigkeit des Originals von 1993 für alle, die diese spezielle strategische Tiefe suchen.
Die Audio-Optionen bieten eine zusätzliche Anpassungsmöglichkeit. Spieler können jederzeit im Optionsmenü zwischen dem Original-Soundtrack und den neuen Arrangements wechseln und so während des Spiels direkt vergleichen.
Handlung und Fortschritt
Die Geschichte beginnt mit der Rückkehr der Sieben Helden, einst gefeierte Retter, die nach Jahrhunderten der Vernachlässigung nun Rache nehmen wollen. Als aktueller Herrscher von Varennes müssen Spieler Truppen gegen die von ihnen befehligten Monsterlegionen sammeln und gleichzeitig künftige Generationen auf den weiteren Kampf vorbereiten. Durch die nicht-lineare Struktur verschieben sich zentrale Ereignisse und Charakterbegegnungen je nachdem, welche Regionen gesichert und welche Helden zuerst angegriffen werden.
Die Nachfolgemechanik sorgt dafür, dass jeder neue Kaiser nicht nur Fähigkeiten, sondern auch die Folgen früherer Entscheidungen übernimmt. Dieser Generationenwechsel fördert langfristige Planung über mehrere Herrscher hinweg, statt sich nur auf die Reise eines einzelnen Protagonisten zu konzentrieren.
Lohnt sich das Spiel?
Romancing SaGa 2: Revenge of the Seven richtet sich an Spieler, die nicht-lineare RPGs schätzen, in denen Entscheidungen über Handlungsreihenfolge und Charakterauswahl das Erlebnis spürbar verändern. Die Kombination aus strategischen Kampfebenen, Generationenvererbung und flexibler Szenariostruktur belohnt die Bereitschaft, über mehrere Durchgänge hinweg zu experimentieren.
Neueinsteiger profitieren von der modernisierten Grafik, der Sprachausgabe und der anpassbaren Schwierigkeit, die die Hürden im Vergleich zum Original senken. Langjährige Fans erhalten eine erweiterte Präsentation der vertrauten Systeme und die Möglichkeit, die klassische Schwierigkeit erneut zu erleben. Wer hingegen straff erzählte, lineare Geschichten oder actionlastige Kämpfe bevorzugt, könnte das bewusste Tempo und die entscheidungsstarke Struktur weniger unmittelbar ansprechend finden.
Das Spiel ist ein eigenständiger Titel, der kein Vorwissen über andere SaGa-Spiele voraussetzt. Es ist somit zugänglich, bietet aber gleichzeitig die für die Reihe typische mechanische Tiefe für erfahrene Spieler.