Selsoviet ist ein narratives Indie-Einzelspieler-Erlebnis für den PC, in dem man Liza verkörpert - eine Ladenbesitzerin, die in der abgelegenen sowjetischen Siedlung Herota der 1970er-Jahre mit knappen Vorräten haushalten muss. Im Zentrum stehen schwierige Verteilungsentscheidungen inmitten chronischer Engpässe, familiärer Gesundheitskrisen und sozialer Spannungen in einem Ort, der einst als industrielles Paradies geplant war und nun von Mangel und Isolation geprägt ist.
Gameplay
Im Kern geht es darum, einen ländlichen sowjetischen Laden zu führen, dessen Wareneingänge nie den Bedarf decken. Spieler prüfen jede Lieferung und entscheiden, welche Dorfbewohner versorgt werden, wobei kurzfristige Notwendigkeiten gegen langfristige Stabilität abgewogen werden. Diese Wahl verlangt oft, das eigene Überleben von Liza und ihren Kindern gegen das Wohl der gesamten Siedlung zu stellen - manchmal mit kalkulierten Risiken oder Regelverstößen, um die Vorräte zu strecken.
Ein zentrales System ist der Ruf. Handlungen wie Begünstigung, Täuschung oder selektive Hilfe verbreiten sich über Klatschnetzwerke und verändern, wie die Bewohner mit dem Laden und der Familie umgehen. Mit der Zeit beeinflussen die getroffenen Entscheidungen verfügbare Optionen, Einstellungen der Dorfbewohner und die Atmosphäre in Herota. Parallel dazu muss die Gesundheit der Familie im Blick behalten werden, da die nächste ausreichende medizinische Versorgung außerhalb der Siedlung liegt.
Die Spielschleife dreht sich um Konsequenzen und Beobachtung. Ohne sorgfältige Planung verschärfen sich Engpässe, während Beziehungen je nach wahrgenommener Fairness oder Verrat schwanken. Der Alltag lässt sich erkunden und offenbart individuelle Geschichten der Bewohner sowie die Vergangenheit der Siedlung - ohne separate Navigationsmechaniken.
Game Modes
Selsoviet bietet eine durchgehende Einzelspieler-Kampagne ohne separate Mehrspieler-Elemente oder zusätzliche Spielmodi. Die Struktur folgt einem linearen, aber verzweigten Erzählpfad, der durch Entscheidungen und nicht durch kompetitive oder kooperative Runden bestimmt wird. Fortschritt entsteht ausschließlich durch wiederholte Ladeninteraktionen, Entscheidungspunkte und deren Auswirkungen auf die Gemeinschaft.
Fortschritt ergibt sich aus dem erneuten Durchspielen zentraler Abschnitte mit unterschiedlichen Verteilungsstrategien, um alternative Entwicklungen von Beziehungen und Siedlungszuständen zu erleben. Es gibt keine zeitgesteuerten Herausforderungen, Ranglisten oder abweichenden Regelvarianten jenseits der Kernmechaniken aus Ressourcenverwaltung und Rufsystem.
Story and Setting
Die Handlung greift reale historische Ereignisse sowjetischer Industrieprojekte im Fernen Osten auf. Herota steht als Mikrokosmos für unerfüllte Versprechen, in dem die Bewohner Isolation durch Gewohnheit, Glauben, familiäre Bindungen oder stille Resistenz bewältigen. Manche halten an der ursprünglichen Vision der Siedlung als Ort der Möglichkeiten fest, andere konzentrieren sich nur noch auf Flucht oder bloße Überlebensstrategien.
Spielerentscheidungen prägen, wie die Gemeinschaft Liza, ihre Familie und die Rolle des Ladens wahrnimmt. Gerüchte und Gefälligkeiten verdichten sich zu dauerhaften Veränderungen des sozialen Ansehens und zwingen zu ständigen Anpassungen, um Zugang zu Informationen und begrenzten Gütern zu erhalten. Das Setting kontrastiert kollektive Not mit persönlichen moralischen Abwägungen, ohne externe Fraktionen oder groß angelegte Konflikte einzuführen.
Is It Worth Playing?
Selsoviet befindet sich noch in Entwicklung; ein Veröffentlichungstermin steht als „demnächst" fest, und es liegen derzeit keine Nutzerbewertungen vor. Der Reiz liegt in der fokussierten Einzelspieler-Erfahrung von Ressourcenknappheit und zwischenmenschlichen Konsequenzen in einer eng begrenzten sowjetischen Dorfwelt. Wer narrative Spiele mit Wahlmöglichkeiten sucht, die Überlebensethik und Gemeinschaftsdynamiken beleuchten, könnte das Konzept nach Erscheinen interessant finden.
Das Fehlen klassischer Fortschrittssysteme oder zusätzlicher Modi lenkt den Fokus auf narrative Ergebnisse und das Management von Reputation. Spieler, die Indie-Titel schätzen, die alltägliche Entscheidungen unter Druck simulieren, werden vermutlich das bewusste Tempo und die Aufmerksamkeit für soziale Folgewirkungen schätzen. Die Verfügbarkeit hängt vom finalen Release ab; derzeit kann man das Spiel lediglich auf der Steam-Wunschliste vormerken, um über Neuigkeiten informiert zu werden.