Strange Horticulture ist ein Indie-Simulations-Adventure, in dem man einen Pflanzenladen führt und gleichzeitig ein okkultes Geheimnis aufdeckt. Man übernimmt die Rolle der Gärtnerin in Undermere, wo harmlose Kundenwünsche schnell in eine größere Geschichte um ungewöhnliche Flora und verborgene Gefahren führen.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht das Identifizieren unbekannter Pflanzen und das Erfüllen von Aufträgen für die Besucher des Ladens. Das Strange Book of Plants liefert anhand von Merkmalen wie Blattform, Blütenstruktur, Duft und Wirkung nur unvollständige Beschreibungen. Mit einem Mikroskop lassen sich Proben genauer untersuchen, während Hinweise aus Kundengesprächen und gefundenen Dokumenten beim Zuordnen helfen. Richtige Bestimmungen schalten weitere Einträge im Buch frei und erweitern so das Wissen für künftige Aufträge.
Die Umgebung wird auf einer rasterbasierten Karte erkundet. Briefe oder Visitenkarten deuten auf mögliche Fundorte neuer Pflanzen hin. Um voranzukommen, muss man „Will to Explore" sammeln, indem man im Laden arbeitet und Pflanzen pflegt. Gefundene Pflanzen können dann eingesetzt werden, um den Verlauf der Geschichte zu beeinflussen - von halluzinogenen bis hin zu giftigen Wirkungen. In den ruhigen Momenten lässt sich außerdem die eigene Katze streicheln.
Der Fortschritt der Handlung ist eng mit diesen Tätigkeiten verknüpft. Welche Pflanzen man auswählt und welche Wege man auf der Karte einschlägt, bestimmt den Ausgang der okkulten Erzählung, die sich über mehrere Tage im Laden erstreckt. Statt Action oder Kampf stehen sorgfältige Beobachtung und logisches Kombinieren im Vordergrund.
Spielmodi
Strange Horticulture ist ausschließlich als Einzelspielererlebnis konzipiert. Es gibt keine separaten Modi oder Mehrspieler-Optionen. Puzzle-Elemente an der Ladentheke, kartengestützte Erkundung und narrative Entscheidungen sind in einer durchgehenden Kampagne vereint. Fortschritt wird durch das wachsende Pflanzenbuch und Story-Flags gespeichert, was zum erneuten Spielen mit anderen Kombinationen und Entscheidungen einlädt.
Story and Setting
Undermere liegt zwischen Wäldern und Bergen und blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Der Laden bildet das Zentrum, an dem verschiedenste Kunden mit Aufträgen erscheinen, die nach und nach die Geschichte des Ortes enthüllen. Die Begegnungen reichen von gewöhnlichen Verkäufen bis hin zu Gruppen mit eigenen Zielen und führen schließlich zu Verbindungen mit Ereignissen aus längst vergangenen Jahrhunderten. Die Wirkungen der Pflanzen dienen dabei als Werkzeuge, um Situationen zu beeinflussen und unterschiedliche Handlungsstränge zu eröffnen.
Bei der Erkundung stößt man auch auf gefährliche Gebiete, deren Risiken bei falscher Einschätzung negative Folgen haben können. Der Ton wechselt zwischen gemütlicher Ladenführung und düsteren Mysterien, unterstützt von handgezeichneten Grafiken und einer stimmungsvollen Soundkulisse.
Lohnt es sich?
Wer gerne nachdenkliche Puzzle-Spiele mit starker erzählerischer Einbindung sucht, findet hier ein fokussiertes Erlebnis. Die Identifikationsmechanik belohnt genaues Hinsehen, und die Geschichte motiviert kontinuierlich dazu, weitere Pflanzen zu sammeln und Entscheidungen zu treffen. Viele Spieler loben besonders die befriedigende Entwicklung des Pflanzenbuchs und die spürbare Wirkung kleiner Entscheidungen auf den Verlauf des Mysteriums.
Das Spiel richtet sich an Fans atmosphärischer Einzelspieler-Titel, die Simulationselemente mit Adventure und Deduktion verbinden. Es ist weiterhin auf dem PC erhältlich und erfreut sich auch Jahre nach der Veröffentlichung eines treuen Publikums. Wer schnelle Action oder kompetitive Elemente bevorzugt, wird das gemächliche Tempo als zu langsam empfinden, während Liebhaber von pflanzenbasierten Rätseln und okkulter Erzählung die Tiefe des Systems schätzen werden.