Strategic Command WWII: War in the Pacific ist ein rundenbasiertes Strategiespiel, in dem Spieler die großen Mächte im Pazifikkrieg des Zweiten Weltkriegs führen. Die Karte umfasst ein riesiges Hexfeld, das vom westlichen Indien und Burma bis zur nordamerikanischen Pazifikküste reicht. Die Kampfhandlungen spielen sich auf Land und See in einer Skala von etwa 80 Kilometern pro Hex ab; die Haupt-Kampagne beginnt mit dem Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht das Management von Ressourcen, die Positionierung von Einheiten und die Koordination von Operationen über mehrere Fronten hinweg. Spieler befehligen die Streitkräfte von sieben Großmächten und müssen Land- und Seeoperationen unter Berücksichtigung von Nachschubwegen abstimmen. Flugplätze bilden eine eigene Ressourcenart, die Luftoperationen beeinflusst und spezielle Verwaltungsregeln erfordert. Mit den sogenannten Seabees lassen sich vorgeschobene Basen errichten, die die Flotte in entlegenen Gebieten unterstützen.
Historische Ereignisse wie der Doolittle-Raid treten als scriptgesteuerte oder ausgelöste Vorkommnisse auf und können die Lage grundlegend verändern. Siegbedingungen variieren je nach Szenario und können auf Gebietskontrolle oder zeitlich begrenzte Ziele ausgerichtet sein. Ein integriertes Scoreboard zeigt den Fortschritt an, während ein Rundenzähler den Überblick über den Kampagnenverlauf sichert. Einheiten können wahlweise als detaillierte 3D-Modelle oder als klassische NATO-Symbole dargestellt werden.
Das Nachschubsystem wurde durch überarbeitete Seeregeln erweitert, die Ausdauer und Verstärkung von Flotten beeinflussen. Der mitgelieferte Editor ermöglicht das Erstellen eigener Szenarien, bei denen Karten, Truppen und Ziele frei angepasst werden können.
Spielmodi
Sechs umfassende Kampagnen bilden das Kernangebot und decken verschiedene Phasen des Pazifikkriegs ab. Jede Kampagne unterscheidet sich in Länge und Schwerpunkt, mit auf den historischen Kontext zugeschnittenen Siegbedingungen. Fünf kürzere Mini-Kampagnen bieten schnelle Sitzungen, die einzelne Operationen oder Gefechte isolieren.
Zu den Mini-Kampagnen gehören die Konfrontation von 1939 bei Khalkhin Gol zwischen sowjetischen und japanischen Truppen, die Salomonen-Kampagne 1942-43 mit Schwerpunkt Guadalcanal, die Marianen-Kampagne 1944 mit Landungen auf Saipan, Tinian und Guam, die Iwo-Jima-Operation 1945 sowie die sowjetische Auguststurm-Offensive in der Mandschurei 1945. Jede Mini-Kampagne läuft über weniger Runden als die großen Kampagnen, nutzt aber das vollständige Land-, See- und Luftsystem.
Mehrspieler wird über das PBEM++-System unterstützt und ermöglicht zwei Spielern, beliebige Kampagnen oder Szenarien über längere Zeiträume per E-Mail auszuspielen. Der Szenario-Editor erweitert die Möglichkeiten zusätzlich, indem er komplett neue Konstellationen jenseits des offiziellen Inhalts zulässt.
Kampagnenstruktur und Umfang
Die Flaggschiff-Kampagne „Day of Infamy" von 1941 erstreckt sich über eine 36.000-Hex-Karte und umfasst etwa 75 Runden. Sie beginnt mit gleichzeitigen japanischen Angriffen in Südostasien und im Pazifik, während chinesische und japanische Armeen um die Kontrolle des chinesischen Festlands ringen. Die weiteren Kampagnen führen durch spätere Kriegsabschnitte und integrieren amphibische Landungen, Trägergefechte und die letzten Offensiven gegen japanisch besetzte Gebiete.
Das Ressourcenmanagement geht über klassische Produktion hinaus und umfasst den Bau von Flugplätzen sowie die Entwicklung von Flottenstützpunkten. Diese Elemente sind mit Bewegung und Kampf verknüpft und erfordern sorgfältige Planung, um die Offensivkraft über Inselketten und Kontinentalfronten aufrechtzuerhalten. Das Spiel bildet die Zeit explizit ab: Jede Runde steht für einen festen Zeitraum, der Wetter, Verstärkungen und Ereignisauslöser beeinflusst.
Lohnt sich das Spiel?
Seit der Veröffentlichung im Juli 2024 wird das Spiel von der Community sehr positiv aufgenommen. Die Mehrzahl der Rezensionen lobt die Vielfalt der Kampagnenoptionen und die authentische Darstellung des pazifischen Kriegsschauplatzes. Die Kombination aus einer riesigen Einzelkarte, mehreren kürzeren Szenarien und einem zugänglichen Editor spricht Spieler an, die sowohl strategische Weite als auch fokussierte operative Herausforderungen suchen.
Das Spiel richtet sich an Spieler, die detaillierte rundenbasierte Systeme schätzen, bei denen Nachschub, Positionierung und das Timing historischer Ereignisse eine Rolle spielen. Wer alliierte oder Achsenstreitkräfte auf Land und See befehligen möchte, findet in den sechs Haupt- und fünf Mini-Kampagnen umfangreichen Inhalt. Eine Erweiterung, die weitere Kampagnen ab 1937 hinzufügt, erweitert das Angebot für Besitzer der Basisversion.
Insgesamt bietet das Spiel eine fokussierte Simulation des Pazifikkriegs ohne unnötige Abstraktionen und ist damit eine starke Wahl für Strategiespiel-Fans, die Wert auf historische Genauigkeit und Wiederspielbarkeit durch unterschiedliche Siegbedingungen und Kartenmaßstäbe legen.