TAJRISH 1994 ist ein Singleplayer-Psychohorror, der den Spieler vor einen alten Desktop-Rechner setzt, der mit Dateien aus dem Januar 1994 gefüllt ist. Durch die Interaktion mit Dokumenten, Fotos und Videoaufnahmen taucht man in First-Person-Material aus den Wartungstunneln unter der Station Tajrish in Teheran ein. Als Soloprojekt von Half-Baked Cake für den PC setzt das Indie-Spiel auf Atmosphäre und Andeutung statt direkter Konfrontation - der Schrecken entsteht aus wackeligen Camcorder-Aufnahmen, beschädigten Dateien und den Nachwirkungen von Ereignissen.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Untersuchung des Rechners als Beweisstück. Spieler durchsuchen Ordner, lesen Wartungsprotokolle und Vorfallberichte und finden Passwörter, um gesperrte Laufwerke zu öffnen. Mit fortschreitender Erkundung tauchen neue Dateien auf dem Desktop auf, ohne dass externe Hinweise nötig sind.
Videodateien sind keine passiven Medien, sondern interaktive Aufnahmen. Beim Abspielen wechselt die Ansicht in die First-Person-Perspektive der Tunnelaufnahme, in der die zitternden Hände des Kameramanns die wachsende Anspannung spürbar machen. Gehen und Sprinten beeinflussen die Bildstabilität, während eine ausfallende Camcorder-Lampe und Zoom-Funktionen zusätzliche Desorientierung erzeugen. Handlungen innerhalb der Aufnahmen können sichtbare Veränderungen auf dem Desktop hinterlassen.
Während der Sequenzen lassen sich Schnappschüsse erstellen. Diese Bilder werden direkt als Dateien auf dem Desktop gespeichert - inklusive Korn und Zeitstempel - und sammeln sich als Teil der laufenden Untersuchung an. Beschädigte Bänder können repariert werden, indem man die korrupten Dateien auf ein Reparatur-Tool zieht. Das wiederhergestellte Material behält seinen ursprünglichen Zeitstempel, zeigt aber andere Details als vor der Beschädigung.
Game Modes
TAJRISH 1994 bietet eine einzige, fokussierte Erfahrung, die auf der schrittweisen Entdeckung und dem erneuten Abspielen der Aufnahmen aus dem Jahr 1994 basiert. Die Geschichte entwickelt sich durch die schichtweise Auswertung von Dokumenten und Videoaufnahmen, ohne separate Modi oder verzweigte Handlungsstränge. Der gesamte Fortschritt findet innerhalb des einen verlassenen Rechners statt, wobei jedes reparierte oder untersuchte Element dazu beiträgt, die Ereignisse in den Tunneln zusammenzusetzen.
Die Struktur ist in der Präsentation linear, lässt aber die Reihenfolge der Dateienuntersuchung offen. Spieler werden ermutigt, Desktop-Elemente mit den Ereignissen in den Aufnahmen abzugleichen. Folgen aus den Video-Sequenzen erscheinen als neue Desktop-Elemente und verbinden die beiden Ebenen, ohne zusätzliche Spielmodi einzuführen.
Story and Atmosphere
Die Geschichte ergibt sich ausschließlich aus den Dateien und Aufnahmen, ohne Voice-Over. Wartungsprotokolle und Berichte liefern den Kontext zu den Tunneln, während die Aufnahmen die Angst des Kameramanns durch visuelle und mechanische Hinweise wie zunehmendes Wackeln vermitteln. Die Kulisse der Teheraner U-Bahn-Wartungsbereiche verleiht der psychologischen Spannung eine greifbare Ebene und hebt sich von gängigeren Horror-Schauplätzen ab.
Zur Atmosphäre tragen der gebogene Monitor, das Summen des Lüfters und das Durcheinander auf dem Desktop bei. Reife Inhalte zeigen sich durch Darstellungen menschlicher Überreste und Blut in leichenähnlichen Kontexten, jedoch nur über Andeutung und statische Bilder statt aktiver Szenen. Als Soloprojekt bietet das Spiel ein bewusst ruhiges Tempo, das sich für kurze, konzentrierte Sitzungen eignet.
Is It Worth Playing?
Das Spiel richtet sich an Spieler, die dokumentenbasierten Horror und Walking-Simulator-Elemente schätzen, bei denen Spannung durch Entdeckung und subtile Umweltgeschichten entsteht. Die Kombination aus Desktop-Untersuchung und First-Person-Videoaufnahmen schafft eine einzigartige Schleife, die sorgfältige Beobachtung und wiederholtes Betrachten von Dateien belohnt. Da vor dem Release keine Nutzerbewertungen vorliegen und das Spiel auf PC als „Coming Soon" geführt wird, ist die Erfahrung in der Community noch nicht erprobt. Dennoch entspricht der Fokus auf Atmosphäre, Reparatur-Mechaniken und Konsequenzen dem Geschmack an ruhigen, andeutungsbasierten Psychohorror-Titeln. Wer actionlastige oder Multiplayer-Inhalte sucht, wird durch die Singleplayer-Struktur eingeschränkt, während Fans atmosphärischer Indie-Spiele das überschaubare Konzept und die technische Umsetzung der Dateireparatur schätzen dürften. Im Systemhinweis wird empfohlen, Kopfhörer zu verwenden, um die Audioeffekte der alten Rechnerumgebung besser wahrzunehmen.