„The Count Lucanor" ist ein kompaktes Indie-Rollenspiel, das Rätsel, Erkundung und entscheidungsbasierte Erzählung in einer pixeligen Horror-Umgebung vereint. Die Spieler übernehmen die Rolle des jungen Hans, der ein geheimnisvolles Schloss voller Fallen, Rätsel und unheimlicher Begegnungen betritt. Statt Kampf liegt der Fokus auf bedachtem Vorgehen und klugen Entscheidungen - eine konzentrierte Einzelspieler-Erfahrung in einer märchenhaften Welt, die unter ihrer Oberfläche dunkle Abgründe verbirgt.
Gameplay
Im Zentrum steht die Navigation durch die dämmrigen Hallen und Kammern von Schloss Tenebre. Hans verfügt nur über eine begrenzte Lichtquelle, weshalb Kerzen strategisch platziert werden müssen, um Wege zu beleuchten und verborgene Details oder Gefahren aufzudecken. Dieses Licht-Management erzeugt Spannung, da Dunkelheit sowohl Chancen als auch Bedrohungen birgt.
Dialoge mit Nicht-Spieler-Charakteren liefern wichtige Hinweise und treiben das zentrale Geheimnis voran. Gespräche enthüllen Hintergründe zur Geschichte des Schlosses und der Prüfung, die Hans bestehen muss. Gesammelte Gegenstände erfüllen verschiedene Zwecke - von der Gesundheitsregeneration durch Nahrung bis hin zum Freischalten neuer Bereiche oder dem Lösen von Rätseln, die logisches Kombinieren und Umweltinteraktion erfordern.
Schleichen ist entscheidend, um Feinden und Fallen auszuweichen. Hans kann sich unter Tischen oder hinter Vorhängen verstecken. Erfolg hängt von Timing, Beobachtung und Voraussicht ab, nicht von direkter Konfrontation. Mehrere Nebenhandlungen verzweigen sich je nach Handlungen und führen zu fünf unterschiedlichen Enden, die die getroffenen Entscheidungen widerspiegeln.
Weitere Systeme umfassen das Einsammeln von Münzen, die für Händlergeschäfte oder Speichermöglichkeiten genutzt werden können, sowie einen retroinspirierten Grafikstil mit 8-Bit- und 16-Bit-Elementen. Der Chiptune-Soundtrack basiert auf klassischen Kompositionen, die an die Atmosphäre des Spiels angepasst wurden.
Spielmodi
„The Count Lucanor" bietet eine Einzelspieler-Kampagne, die auf Erkundung und narrativen Entscheidungen basiert. Es gibt keine separaten Wettbewerbs-, Koop- oder Mehrspielermodi. Stattdessen dreht sich alles um eine durchgehende Geschichte, deren Verlauf und Ausgänge von den Entscheidungen der Spieler beeinflusst werden. Mehrere Durchgänge ermöglichen das Entdecken alternativer Enden und Nebenhandlungen und fördern so das Ausprobieren unterschiedlicher Lösungswege.
Die Fortschritte folgen einer raumbasierten Struktur mit miteinander verbundenen Bereichen. Jede Sektion stellt eigene Herausforderungen wie Labyrinthe, Schalter, schiebbare Objekte und Ausweichsequenzen. Viele Hindernisse lassen sich auf unterschiedliche Weise bewältigen, was Beobachtungsgabe und kreativen Einsatz gefundener Gegenstände belohnt.
Handlung und Setting
Die Geschichte beginnt mit Hans, einem armen Jungen, der nach einem enttäuschenden Geburtstag sein Zuhause verlässt und einem Kobold ins Schloss folgt. Dort muss er eine Namensrätsel bestehen, um großen Reichtum zu erlangen - doch stattdessen gerät er in die finstere Vergangenheit des Schlosses und das Erbe von Graf Lucanor. Die Erzählung entfaltet sich durch Umgebungsdetails, Charakterdialoge und die Konsequenzen getroffener Entscheidungen.
Das Setting verbindet märchenhafte Elemente mit psychologischen Horroreffekten. Die Pixelgrafik zeigt ein überschaubares Schloss, in dem das Grauen aus Schatten, unerwarteten Begegnungen und der Tragweite von Entscheidungen entsteht. Gewalt wird in pixeliger Form dargestellt und entspricht der Altersfreigabe des Spiels.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel richtet sich an Spieler, die kurze, atmosphärische Abenteuer mit starkem Fokus auf Rätsel, Schleichen und verzweigte Handlungsstränge schätzen. Der überschaubare Umfang bietet ein abgeschlossenes Erlebnis in wenigen Stunden, während der Wiederspielwert durch die fünf Enden und versteckte Elemente entsteht. Die Kombination aus Licht-Management, gegenstandsbasierter Rätsel und konsequenzgetriebenen Entscheidungen schafft eine eigenständige Spielschleife, die Geduld und Aufmerksamkeit belohnt.
Spieler loben vor allem die fesselnde Geschichte, die Vielfalt der Enden und den gelungenen Einsatz retroer Ästhetik gepaart mit Horrorelementen. Manche bemängeln gelegentliche Frustration bei bestimmten Rätseln oder der Steuerung, doch insgesamt fällt das Feedback für Fans von Indie-Horror-Abenteuern mit klassischen Erkundungselementen positiv aus. Das Spiel ist als Einzelkauf erhältlich, ohne laufende Inhalte oder Erweiterungen für das Kernspiel.
- Starker Fokus auf Einzelspieler-Entscheidungen und deren Konsequenzen
- Pixelgrafik mit Chiptune-Soundtrack
- Betonung von Schleichen, Rätseln und Erkundung statt Action