The Stone of Madness ist ein Echtzeit-Taktik-Schleichspiel, das Strategie, RPG und Adventure-Elemente in einem Singleplayer-Erlebnis vereint. Die Handlung spielt im Spanien des 18. Jahrhunderts in einem streng bewachten Kloster, wo fünf Gefangene ihre unterschiedlichen Fähigkeiten kombinieren müssen, um Wachen auszuweichen, ihre psychische Gesundheit im Griff zu behalten und einen Fluchtplan zu schmieden - während sie zugleich verborgene Geheimnisse der Anstalt aufdecken.
Gameplay
Der Spielverlauf wechselt zwischen Tag und Nacht: Tagsüber steuert man drei der fünf Charaktere durch die Klostergänge, um Wachen zu umgehen, Materialien zu sammeln, Hinweise zu untersuchen und Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Jede Gefangene bringt eigene Talente mit - von Zaubersprüchen über gezielte Tötungen bis hin zu Ablenkungsmanövern und dem Besänftigen übersinnlicher Wesen. Die Kombination dieser Fähigkeiten eröffnet kreative Lösungswege.
Persönliche Traumata und Phobien der Charaktere beeinflussen das Geschehen direkt. Wird eine solche Schwäche ausgelöst, sinkt die geistige Stabilität, was zu Paranoia oder aggressiven Ausbrüchen führen kann und das Verhalten bis zur Behandlung verändert. Nachts kehrt die Gruppe in ihre gemeinsame Zelle zurück, um Gegenstände herzustellen, Verletzungen zu heilen, Fähigkeiten zu verbessern und den Fluchtplan zu verfeinern. Da die Zeit kontinuierlich läuft, haben Entscheidungen langfristige Auswirkungen: Nach der Ausgangssperre verstärken sich die Sicherheitsvorkehrungen und übernatürliche Bedrohungen nehmen zu.
Die isometrische Perspektive ermöglicht eine genaue Beobachtung der Umgebung und fördert das Ausprobieren von Fähigkeitskombinationen, ohne entdeckt zu werden. Durch Upgrades erweitern sich die Optionen im Laufe des Spiels, doch das Management der geistigen Gesundheit bleibt ein ständiger Faktor, der Strategien auch mitten in einer Mission verändern kann.
Spielmodi
Das Spiel bietet zwei eigenständige Kampagnen mit jeweils eigener Handlung, eigenen Zielen, zusätzlichen Charakteren und besonderen Überraschungen, die Verlauf und Herausforderungen beeinflussen.
Beide Kampagnen folgen dem Tag-Nacht-Rhythmus: Tagsüber steht die Infiltration und das Sammeln von Ressourcen in den verschiedenen Stockwerken und Räumen des Klosters im Vordergrund. Nachts verlagert sich der Fokus auf die Basisverwaltung, bei der Werkzeuge und Verbesserungen vorbereitet werden. Dieses Wechselspiel verbindet Erkundung und Planung, ohne separate Mehrspieler- oder Wettbewerbsmodi einzuführen.
Charakterdynamik und Fortschritt
Jede der fünf Gefangenen bringt spezielle Stärken und Schwächen mit, die eine sorgfältige Teamzusammenstellung erfordern. Eine Charakterin ist auf rohe Kraft spezialisiert und kann schwere Behälter öffnen oder große Gegenstände bewegen, hat jedoch in der Dunkelheit Schwierigkeiten. Eine andere beherrscht lautlose Tötungen, reagiert aber empfindlich auf Feuer. Eine dritte nutzt okkulte Fähigkeiten, die von bestimmten Umgebungsbedingungen abhängen, während die übrigen durch Ablenkung oder Erkundung unterstützen. Durch Studium und Handwerk lassen sich diese Rollen schrittweise anpassen.
Das System der geistigen Gesundheit verleiht dem Fortschritt zusätzliche Tiefe. Zwischen den Ausflügen muss der mentale Zustand der Charaktere überwacht und wiederhergestellt werden, da eine Verschlechterung ihr Verhalten verändert und Pläne durchkreuzen kann. Gefundene Hinweise und Werkzeuge fließen nachts in Verbesserungen ein, die neue Wege oder Lösungen freischalten.
Lohnt sich das Spiel?
The Stone of Madness richtet sich an Spieler, die methodische taktische Schleichspiele mit komplexem Ressourcen- und Charaktermanagement schätzen. Die handgemalten, frameweise animierten Grafiken erzeugen eine unverwechselbare Atmosphäre, die Setting und Mechaniken ergänzt. Die zwei Kampagnen bieten abwechslungsreiche Geschichten und Ziele, die zu mehreren Durchgängen mit unterschiedlichen Charakterkombinationen und Timing-Entscheidungen einladen.
Auf den großen Plattformen erhält das Spiel überwiegend positive Bewertungen, die das Konzept und die künstlerische Gestaltung loben, aber auch auf gelegentliche technische Probleme und einen hohen Schwierigkeitsgrad hinweisen. Wer Singleplayer-Erlebnisse mit puzzleartigen Schleichpassagen, Sanity-Management und schrittweisem Fortschritt sucht, findet hier substanzielle Tiefe. Das Spiel ist für den PC erhältlich; saisonale Inhalte oder größere Erweiterungen nach dem Release sind nicht bekannt.