Where the Water Tastes Like Wine ist ein erzählerisches Indie-Adventure mit leichten Rollenspiel-Elementen für den PC. Spieler schlüpfen in die Rolle eines Reisenden, der sich durch eine folkloristische Version der Vereinigten Staaten während der Weltwirtschaftskrise bewegt, Geschichten von Fremden sammelt und diese nutzt, um Verbindungen zu knüpfen, die tiefere Enthüllungen freischalten.
Gameplay
Im Zentrum steht die freie Erkundung einer dreidimensionalen Weltkarte, die das Land abbildet. Fortbewegung erfolgt bewusst langsam - zu Fuß, per Anhalter oder auf Güterzügen - während Hunger und Erschöpfung durch Ausgaben des verdienten Geldes ausgeglichen werden müssen. Fortschritt ergibt sich aus Begegnungen mit 16 verschiedenen Charakteren, die über verschiedene Regionen verteilt sind. Jede Interaktion dreht sich darum, gesammelte Geschichten weiterzugeben; gelungene Kombinationen bringen die Figuren dazu, eigene Erlebnisse preiszugeben. Diese authentischen Erzählungen bilden die eigentliche Währung des Spiels und ermöglichen es, am Ende der Reise eine übergeordnete Schuld zu begleichen.
Jede Geschichte verändert sich mit jedem neuen Erzählen. Eine von einer Quelle erhaltene Anekdote kann beim Weitergeben an eine andere Figur wachsen oder sich wandeln und so künftige Gespräche beeinflussen. Handgezeichnete 2D-Illustrationen begleiten wichtige Momente und kontrastieren mit der 3D-Weltkarte. Das Spiel setzt auf geduldige Beobachtung der Landschaft und wiederholte Besuche bei denselben Personen, während Vertrauen über die Zeit entsteht.
Spielmodi
Das Spiel ist ausschließlich als Singleplayer-Erfahrung konzipiert und bietet weder kompetitive noch kooperative oder Mehrspieler-Modi. Der gesamte Fortschritt läuft über das einheitliche System aus Reisen, Geschichtensammeln und gezieltem Weitererzählen auf der Weltkarte. Spieler kommen voran, indem sie Charaktere über mehrere Treffen hinweg wieder aufsuchen und mit gesammelten Erzählungen Beziehungen vertiefen, bis sie Zugang zu den abschließenden Enthüllungen erhalten. Diese Struktur legt den Fokus auf individuelles Tempo und Entdeckung statt auf feste Herausforderungen oder alternative Spielweisen.
Handlung und Präsentation
Die Geschichten stammen von mehreren Autoren und reichen von Wanderarbeitern und Predigern bis hin zu Menschen, die vor Zwangsumsiedlung stehen. Stimmen mit unterschiedlichen Charakteristika bringen die Figuren zum Leben. Die von Ryan Ike komponierte Soundtrack verbindet Folk, Blues und weitere traditionelle amerikanische Stile, gespielt von Live-Musikern, und unterstreicht den surrealen, atmosphärischen Ton, der historische Härte mit fantastischen Elementen vermischt. Geschichten fungieren dabei sowohl als Währung als auch als sich entwickelnder Inhalt, der die Reise selbst widerspiegelt.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel richtet sich an Spieler, die Wert auf bewusstes Erzähltempo und den Austausch von Geschichten legen, statt auf Action oder Kampfsysteme. Die Singleplayer-Struktur belohnt wiederholte Begegnungen mit derselben Besetzung, während Beziehungen durch sorgfältige Auswahl der Erzählungen wachsen. Es liegt als abgeschlossene Erfahrung vor, ohne laufende saisonale Inhalte oder größere nachträgliche Änderungen. Wer atmosphärische Erkundung und charaktergetriebene Entwicklung in einem Indie-Adventure sucht, wird die Kernmechaniken passend finden, während Spieler, die schnellere Abläufe oder unterschiedliche Modi bevorzugen, andere Titel in Betracht ziehen sollten.