Assassin's Creed Valhalla ist ein Action-Rollenspiel, das in der Wikingerzeit spielt. Man ĂĽbernimmt die Rolle von Eivor, einem Wikingerkrieger, der RaubzĂĽge und BĂĽndnisse im England des 9. Jahrhunderts anfĂĽhrt und gleichzeitig eine Siedlung in Norwegen aufbaut.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Erkundung einer weitläufigen offenen Welt, die mehrere englische Königreiche umfasst. Eivor reist mit dem Langschiff, sammelt Rohstoffe und kämpft mit einer Mischung aus leichten und schweren Angriffen, Paraden und besonderen Fähigkeiten, die über einen verzweigten Skillbaum freigeschaltet werden. Das Fortschrittssystem setzt auf freie Entwicklung der Fertigkeiten statt auf ein klassisches Level-Limit und ermöglicht so eine individuelle Ausrichtung auf Heimlichkeit, Fernkampf oder offene Konfrontation.
Bei Raubzügen koordiniert man die Mannschaft, um Verteidigungsanlagen zu durchbrechen und Beute zu sichern, die den Ausbau der Siedlung vorantreibt. Je weiter der Hof ausgebaut wird, desto mehr Einrichtungen und Verbesserungen stehen zur Verfügung und beeinflussen sowohl Ausrüstung als auch Handlungsoptionen. Politische Entscheidungen erfordern Bündnisse mit örtlichen Herrschern, die den Einfluss auf einzelne Regionen bestimmen und größere Konflikte freischalten.
Der Kampf wirkt wuchtig und legt Wert auf Timing und Positionierung gegenüber unterschiedlichen Gegnern, darunter Schildträger und Fernkämpfer. Auch Heimlichkeit bleibt durch gezielte Attentate und Umgebungsinteraktionen eine echte Option, ohne dass direkte Kämpfe benachteiligt werden.
Spielmodi
Das Spiel ist rein Einzelspieler ohne kompetitive oder kooperative Elemente. Die Hauptgeschichte entwickelt sich über regionale Eroberungen, bei denen man Gebiete befreit, indem man Ziele im Zusammenhang mit den jeweiligen Herrschern erfüllt. Optionale Welt-Ereignisse bieten kurze narrative Einblicke, die Erkundung belohnen, ohne zum Fortschritt zwingend nötig zu sein.
Raubzüge lassen sich beliebig wiederholen und skalieren mit dem Entwicklungsstand der Siedlung. Die Siedlungsverwaltung dient als zentrale Aktivität, bei der man Ressourcen verteilt und Aufgaben erledigt, um Gebäude auszubauen und passive Vorteile freizuschalten. Die Struktur lädt dazu ein, bereits abgeschlossene Gebiete erneut aufzusuchen, sobald neue Fähigkeiten bisher unzugängliche Wege oder stärkere Gegner eröffnen.
Handlung und Setting
Die Geschichte begleitet Eivors Weg von Norwegen nach England während der Wikingerinvasionen Ende des 9. Jahrhunderts. Begegnungen mit historischen und fiktiven Figuren bestimmen Bündnisse und Rivalitäten in vier großen Königreichen. Mythologische Elemente tauchen in Visionen und Nebeninhalten auf und verankern die Handlung in nordischen Vorstellungen, ohne den historischen Rahmen zu überlagern.
Die englische Landschaft reicht von dichten Wäldern über raue Küsten bis hin zu befestigten Städten, die sich je nach Spielerentscheidungen verändern. Jahreszeitenwechsel und dynamisches Wetter beeinflussen Sichtverhältnisse und Reisen und sorgen für Abwechslung auf wiederholten Strecken zwischen den Regionen.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel bietet eine umfangreiche Einzelspieler-Kampagne, die auf methodischer Erkundung und Kampf in einer Wikingerwelt basiert. Wer offene Action-Rollenspiele mit starken erzählerischen Elementen und Siedlungssystemen schätzt, findet reichlich Inhalt in der Hauptgeschichte und den Story-Erweiterungen. Das Komplettpaket enthält alle nach dem Launch erschienenen Story-Inhalte und bietet ein technisch ausgereiftes Erlebnis ohne die Probleme der Veröffentlichungsversion.
Die Kritik lobt vor allem das Welt-Design, die Stimmen und die Vernetzung der Aktivitäten, während die Länge und gelegentliche Wiederholungen in Nebenaufgaben kritisch erwähnt werden. Geeignet ist das Spiel für alle, die 40 bis 100 Stunden Spielzeit einplanen, je nachdem, wie intensiv optionale Inhalte angegangen werden. Es bleibt eine starke Empfehlung für Fans der modernen RPG-Ausrichtung der Reihe, die eine in sich abgeschlossene Geschichte ohne Live-Service-Elemente bevorzugen.