Alone in the Dark ist ein Survival-Horror-Action-Adventure, das in einer düsteren Neuinterpretation des klassischen Derceto Manor angesiedelt ist. Spieler übernehmen entweder die Rolle des Privatdetektivs Edward Carnby oder die von Emily Hartwood und erkunden das unheimliche Anwesen, decken seine Geheimnisse auf und stellen sich übernatürlichen Bedrohungen in einem Einzelspieler-Erlebnis, das auf Atmosphäre und Ermittlung setzt.
Gameplay
Im Zentrum steht die Erkundung des weitläufigen Herrenhauses: Spieler untersuchen Räume, interagieren mit Objekten und rekonstruieren die Hintergründe durch Umgebungs-Storytelling. Rätsel bilden einen wesentlichen Bestandteil des Spiels - oft geht es darum, Schlüssel zu finden, Kombinationen an Safes und Schubladen zu knacken oder die Umgebung so zu verändern, dass man weiterkommt. Diese Herausforderungen setzen auf logisches Kombinieren und genaue Beobachtung statt auf Ausprobieren.
Außerhalb der Mauern oder in bestimmten Sequenzen kommt es zu Kämpfen mit Schusswaffen, Nahkampfwaffen und Wurfgegenständen. Spieler können außerdem Umweltgefahren ausnutzen, um gegen die Kreaturen, die auftauchen, einen Vorteil zu erlangen. Die beiden Protagonisten teilen sich größtenteils denselben Handlungsverlauf, stoßen jedoch auf unterschiedliche Rätsel, Dialoge und jeweils einen einzigartigen Abschnitt im späten Spielverlauf. Dadurch lohnt sich eine zweite Runde, um die gesamte Geschichte zu erleben.
Das Inventarmanagement spielt eine unterstützende Rolle: Der begrenzte Platz reicht für Munition, Waffen und Sammelobjekte wie Tagebücher und Briefe, die die Hintergrundgeschichte vertiefen. Das Spiel wechselt zwischen spannenden Ermittlungsphasen und gelegentlichen Action-Momenten, bleibt aber stets auf das psychologische Grauen und die unheimliche Stimmung der Zwischenkriegszeit fokussiert.
Spielmodi
Das Spiel läuft ausschließlich im Einzelspieler-Modus. Die Hauptstruktur bietet zwei separate Kampagnen, eine für jeden Protagonisten. Wer beide abschließt, erhält zusätzliche Story-Elemente und das wahre Ende. Multiplayer-Optionen oder weitere Modi gibt es nicht - nur die beiden erzählerischen Wege durch dieselben Schauplätze und Ereignisse.
Grafik und Atmosphäre
Das Spiel präsentiert eine stimmungsvolle Southern-Gothic-Ästhetik mit detaillierten Umgebungen, die zwischen den prunkvollen, aber verfallenden Innenräumen von Derceto und den seltsamen Landschaften jenseits der Mauern wechseln. Die Monster-Designs orientieren sich an klassischen Horror-Vorbildern. Das digitale Artbook ergänzt dies mit Konzeptskizzen, fertigen Renderings der Kreaturen und weiteren Produktionszeichnungen, die die gestalterischen Entscheidungen hinter den unheimlichen Bildern beleuchten. Die Sammlung richtet sich an alle, die sich für den künstlerischen Entstehungsprozess der Horror-Elemente interessieren.
Lohnt sich das Spiel?
Seit der Veröffentlichung im März 2024 fällt die Resonanz gemischt aus: Gelobt werden vor allem die starke Atmosphäre, die gelungene Rätselgestaltung und die narrative Umsetzung, während das Kampfsystem häufig als steif kritisiert wird. Das Spiel spricht vor allem Spieler an, die in einem Horror-Kontext Erkundung und Geschichte über flüssige Action stellen. Wer beide Protagonisten-Kampagnen durchspielt, kommt auf etwa 10 bis 12 Stunden Spielzeit. Das enthaltene digitale Artbook bietet Sammlern zusätzlichen Mehrwert und tiefere Einblicke in die Monster-Designs und die künstlerische Gesamtausrichtung. Wer puzzlelastigen Survival-Horror mit noirigen Zügen mag, findet hier einen eigenständigen Ansatz, der trotz der ungleichmäßigen Kampfsequenzen eine Überlegung wert ist.