Field of Glory II: Medieval - Rise of the Swiss ist eine Strategiesimulation für den PC, die sich mit der Kriegsführung des späten Mittelalters in Europa von Ende des 14. Jahrhunderts bis 1500 beschäftigt. Spieler übernehmen das Kommando über Heere in taktisch anspruchsvollen Schlachten, die den Übergang zu Pikierformationen und beweglichen Verteidigungsstellungen widerspiegeln.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht der Aufbau und die Führung historisch fundierter Truppen in rundenbasierten Gefechten. Die Heere setzen sich aus zeittypischen Einheiten zusammen, wobei die wachsende Bedeutung der Schweizer Pikeniere nach frühen Niederlagen hervorgehoben wird, die den Vorteil größerer Reichweite gegen gepanzerte Gegner zeigten. Halberdiere stehen nur in begrenzter Zahl zur Bannerverteidigung und zur Auflösung festgefahrener Kämpfe zur Verfügung. Hussitische Armeen nutzen Kriegswagen, die aus landwirtschaftlichen Fahrzeugen umgebaut wurden und sowohl als mobile Festungen als auch als Unterstützung für Angriffe dienen, wie etwa in der Schlacht bei Kuttenberg.
Weitere Mechaniken behandeln die Verbreitung der Pike in anderen Regionen, etwa in Spanien während der letzten Phase der Reconquista, wo Schwert- und Bucklerkämpfer neben den Pikenieren auftreten, oder in England zur Zeit der Rosenkriege, wo Langbogenschützen und abgesessene Ritter noch dominieren und nur gelegentlich Söldner-Pikeniere hinzukommen. Skandinavische Konflikte drehen sich um den Versuch, sich aus Unionen mit benachbarten Mächten zu lösen. Diese Faktoren beeinflussen die Heereszusammensetzung und die Taktik auf dem Schlachtfeld ohne moderne Vereinfachungen.
Spielmodi
Im Schnellschlacht-Modus stehen 239 historische Begegnungen zur Auswahl, die von beiden Seiten gespielt werden können. Historische Szenarien versetzen Spieler in groß angelegte Nachstellungen bekannter Schlachten wie Kuttenberg 1421, Towton 1461, Brunkeberg 1471, Grandson 1476, Loja 1482, Bosworth 1485, Fornovo 1495 und Dornach 1499.
Die Kampagne umfasst vier eigenständige Sequenzen, die sich an bedeutenden Anführern und Konflikten orientieren: Aufstieg der Schweizer, Hussitenkriege, Karl der Kühne und Ludwig XI. Im Sandbox-Modus lassen sich beliebige Nationen mit ihren historischen Verbündeten gegeneinander antreten und erzeugen Tausende einzigartiger Heereskombinationen. Time-Warp-Module erweitern den Zugriff auf die neuen Inhalte für weitere historische Variationen.
Heere und Fraktionen
Die Erweiterung berücksichtigt zahlreiche Nationen und Gruppierungen, die entweder Schweizer Pikentaktiken oder hussitische Kriegswagen übernahmen oder sich ihnen entgegenstellten. Dazu gehören aragonesische, berberische Truppen unter den Wattasiden, böhmisch-katholische Heere in zwei Zeitabschnitten, burgundische Listen in verschiedenen Perioden, kastilische, dänische sowie mehrere englische Varianten (Lancastrian, Yorkist, Tudor) mit kontinentalen und britischen Einsätzen, florentinische, französische, verschiedene deutsche Kategorien (kaiserlich, feudal, städtisch), granadinische, ungarische, hussitische Taboriten und Utraquisten, niederländische, mailändische, neapolitanische, päpstliche, polnische, russische, schottische, Schweizer in mehreren Zeitfenstern sowie venezianische Truppen.
Jede Fraktion erhält ein eigenes Banner und Zugriff auf 60 neue Heereslisten, die unterschiedlichen Zeitfenstern zugeordnet sind. Zweiundzwanzig neue Einheiten ergänzen die verfügbaren Truppen. Historische Verbündete können kombiniert werden und ergeben über dreihunderttausend mögliche Heereskombinationen aus insgesamt 303 mittelalterlichen Listen.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel richtet sich an Spieler, die Wert auf präzise historische Heeresgestaltung und taktische Entscheidungen legen, die auf dokumentierten Entwicklungen wie dem Aufkommen der Pike und dem Einsatz von Kriegswagen basieren. Die neuen Szenarien, Kampagnen und erweiterten Listen bieten umfangreichen Zusatzinhalt für alle, die das Grundspiel bereits kennen oder sich für die Epoche ab dem späten 14. Jahrhundert interessieren.
Wer simulationstypische Strategie mit hoher Fraktions- und Begegnungsvielfalt sucht, findet durch Sandbox- und Schnellschlacht-Modus langfristigen Spielwert. Das Spiel bleibt auf dem PC verfügbar und wird weiterhin im Rahmen seines historischen Konzepts unterstützt.