Field of Glory II: Medieval - Sublime Porte erweitert die rundenbasierte Strategiesimulation zum mittelalterlichen Kriegswesen zwischen 1260 und 1500. Im Mittelpunkt steht der Aufstieg der Osmanen von einem kleinen anatolischen Beylik unter Osman I. zur Großmacht, die 1453 Konstantinopel eroberte und weite Teile des östlichen Mittelmeers beherrschte. Spieler führen historisch korrekte Armeen der Epoche, darunter Osmanen, Byzantiner, Timuriden sowie zahlreiche balkanische und anatolische Fraktionen, mit realistischen Truppenzusammensetzungen und taktischen Entscheidungen in groß angelegten Schlachten.
Gameplay
Im Kern geht es darum, Armeen aufzubauen und einzusetzen, die den militärischen Gegebenheiten der Zeit entsprechen. Zweiundzwanzig neue Einheitentypen ergänzen das bestehende Portfolio, darunter osmanische Sipahis, byzantinische Tagmata, schwere timuridische Reiterei und albanische Irreguläre. Jede Einheit besitzt eigene Stärken in Nahkampf, Fernkampf und Moral, die den Verlauf der Kämpfe auf unterschiedlichem Gelände beeinflussen.
Beim Aufbau der Armeen stehen zweiundsechzig zusätzliche Listen zur Verfügung, die für jede Fraktion spezifische Zeiträume und Regionen abdecken. Die osmanischen Listen umfassen drei Perioden von 1299 bis 1500, die byzantinischen Varianten gliedern sich in Zentral-, Epiros-, Trapezunt- und Morea-Aufstellungen. Vergleichbare Detailtiefe gilt für Serben, Walachen, Moldauer und die verschiedenen turkmenischen Gruppen. Historische Verbündete lassen sich jeder Truppe hinzufügen und erzeugen so umfangreiche Kombinationen, die dokumentierten Bündnissen der Epoche entsprechen.
Im Kampf zählen Positionierung, Flankenmanöver und die Wirkung von Führungspersönlichkeiten. Kommandeure wie Mehmed I., Timur, Johann Hunyadi und Skanderbeg treten in passenden Szenarien auf und beeinflussen mit ihren Fähigkeiten die Leistung der Truppen. Das System belohnt die geschickte Nutzung von Reserven und die Ausnutzung von Geländemerkmalen wie Hügeln, Flüssen und Befestigungen, die in den historischen Feldzügen entscheidend waren.
Spielmodi
Quick Battle ermöglicht sofortigen Zugriff auf Hunderte von Begegnungen, darunter dreiundsechzig neue Paarungen. Die meisten Szenarien lassen sich von beiden Seiten spielen und ermöglichen so wiederholte Tests unterschiedlicher Truppenzusammensetzungen gegen denselben Gegner.
Acht neue historische Szenarien bilden große Schlachten im Originalmaßstab nach: die Schlacht von Apros 1305, die Unternehmungen der Katalanischen Kompanie um 1320, die Schlacht auf dem Amselfeld 1389, Timurs Sieg bei Ankara 1402, die Niederlage des Kreuzzugs bei Warna 1444, Vlad Țepeș' Feldzug bei Târgoviște 1462, Skanderbegs Verteidigung von Krujë 1467 sowie den moldauischen Sieg bei Vaslui 1475.
Im Kampagnenmodus stehen fünf neue Sequenzen zur Verfügung, die wichtige Anführer und Konflikte verfolgen. „Rise of the Ottomans" deckt die frühe Expansion in zwei Teilen ab, weitere Kampagnen schildern die Bewegungen der Katalanischen Kompanie in Griechenland, Timurs Eroberungen in Zentralasien und Anatolien sowie Matthias Corvinus' Widerstand gegen die Osmanen in Ungarn und auf dem Balkan.
Der Sandbox-Modus enthält alle neuen Armeelisten und erlaubt es, jede Fraktion mit ihren Verbündeten gegen beliebige Gegner antreten zu lassen. Die Time-Warp-Module erhalten dieselben Erweiterungen und vergrößern die Auswahl an Begegnungen, ohne die Spielregeln zu verändern.
Historischer Hintergrund und Fraktionen
Die Erweiterung stützt sich direkt auf belegte Ereignisse des späten 13. bis 15. Jahrhunderts. Sie zeigt die Auflösung des seldschukischen Sultanats von Rum, das Entstehen türkischer Beyliks und die anschließende osmanische Konsolidierung gegen byzantinische Reste und Balkanstaaten. Timurs Einfall und der daraus resultierende osmanische Bürgerkrieg werden ebenso behandelt wie die Rolle der katalanischen und navarresischen Kompanien als Söldnertruppen in der Region.
Weitere Fraktionen sind die Mamluken in Ägypten, islamische Perser, Dschalairiden, die turkmenischen Stammesverbände der Weißen und Schwarzen Hammel, Georgier sowie verschiedene indische Reiche vom hinduistischen Süden bis zum Vijayanagara-Reich und den muslimischen Sultanaten. Venezianische und Johanniter-Listen bringen marine und koloniale Elemente ein, während das Königreich Zypern und das lateinische Griechenland westliche Stützpunkte im östlichen Mittelmeer repräsentieren.
Lohnt sich das Spiel?
Die Erweiterung richtet sich an Spieler, die detaillierte historische Simulation und umfangreiche Wiederspielbarkeit durch vielfältige Armeelisten und Szenarien schätzen. Über sechzig neue Listen und mehrere Kampagnen bieten spürbar neuen Inhalt für alle, die mit den Grundmechaniken vertraut sind. Wer sich für die Zeit der osmanischen Expansion, die Feldzüge Timurs und den balkanischen Widerstand interessiert, findet in den enthaltenen Schlachten und anführerzentrierten Kampagnen besonders passende Inhalte.
Die Serie ist bekannt für realistische Einheitenmodellierung und taktische Tiefe statt arcadelastiger Action. Neue Spieler können mit Quick Battle oder den kürzeren Szenarien einsteigen und später in vollständige Kampagnen wechseln. Sandbox- und Time-Warp-Optionen sorgen für langfristige Beschäftigung, indem sie aus dem erweiterten Roster stets neue Begegnungen generieren.
Insgesamt liefert das Spiel fokussierten historischen Strategieinhalt ohne unnötige Zusätze. Es spricht vor allem Liebhaber des mittelalterlichen Tabletop-Kriegsspiels an, die es schätzen, dokumentierte Ereignisse mit den bereitgestellten Armeelisten und Szenarien nachzuspielen oder von ihnen abzuweichen.