Field of Glory II: Wolves at the Gate ist eine rundenbasierte Strategiesimulation, die das bewährte System von Field of Glory II in die Zeit von 600 bis 1040 n. Chr. überträgt. Im Mittelpunkt steht die Militärgeschichte des Frühmittelalters - vom arabischen Vordringen über Wikinger- und Magyarenzüge bis zur Entstehung früher europäischer Staaten und den Bemühungen des Byzantinischen Reiches, seine Stellung im Osten zu behaupten. Neue Fraktionen, Einheiten und Szenarien erweitern den Spielumfang, ohne die historische Präzision bei Truppenaufstellungen und taktischen Abläufen aufzugeben.
Gameplay
Im Kern dreht sich alles um taktische Gefechte, in denen Truppenaufstellung, Gelände und historische Gegnerpaarungen den Ausgang bestimmen. Spieler wählen aus detaillierten Heereslisten, die reale militärische Strukturen der Epoche abbilden, und können sowohl im Einzel- als auch im Mehrspielermodus antreten. Die Kämpfe betonen Formationstaktik: Schildwall, Kavallerieangriffe, Bogenschützen-Salven und Spezialeinheiten wie Berserker oder Kriegselefanten. Moral, Erschöpfung und Flankenboni belohnen geschickte Positionierung stärker als bloße Überzahl.
Die Einheitenvielfalt wächst um 55 neue Typen, darunter Huscarls mit Speer oder Axt, berittene und abgesessene Hirdsmen, byzantinische Kataphraktoi, die Varangian Guard, muslimische Speerträger und Ghilman, Dailami-Fußtruppen sowie indische Lanzenreiter. Sie fließen in 76 neue Heereslisten ein und bringen die Gesamtzahl aller verfügbaren Listen auf 281, wenn ältere Inhalte mitgezählt werden. Das neue Allies-System erlaubt historische Koalitionen in benutzerdefinierten Schlachten und erzeugt kombinierte Listen aus Haupt- und Verbündetentruppen.
Spielmodi
Quick Battles bieten schnelle, eigenständige Gefechte aus einem Pool von 74 neuen Szenarien, jeweils von beiden Seiten spielbar. Epic Battles sind groß angelegte Schauplätze mit sechs neuen Optionen: Yarmouk 636, Ashdown 871, Lechfeld 955, Apamea 998, Chach 1001 und Clontarf 1018. Hier lassen sich historische Kräfteverhältnisse originalgetreu nachstellen.
Custom Battles nutzen das volle Spektrum der Listen und das Allies-System für individuelle Einzel- oder Mehrspieler-Partien. Sandbox-Kampagnen ermöglichen freies Fortschreiten durch das erweiterte Roster, während sechs historische Kampagnen konkrete Erzählstränge abdecken: die arabische Eroberung, die byzantinische Erholung unter Basileios II., die Feldzüge Karls des Großen, Mahmud von Ghaznis Eroberungen sowie zwei Perspektiven auf die Wikingerzeit unter dem Titel Wolves from the Sea. Alle Modi skalieren mit dem erweiterten Modul, das bei Besitz älterer Teile deren Inhalte einbezieht.
Historischer Kontext und Fraktionen
Die Erweiterung basiert auf belegten Ereignissen zwischen dem arabischen Expansionsschub nach 634 und der Konsolidierung der Staatenwelt um 1040. Neunzehn neue Fraktionen stehen zur Verfügung, darunter Andalusier, Bulgaren, Kroaten, Fatimiden, Franzosen, Ghaznawiden, Chasaren, Magyaren, Normannen, Petschenegen, Polen, Rus, Schotten, Serben und Wikinger. Jede bringt eigene Einheiten und taktische Schwerpunkte mit - von nomadischen Reiterbogenschützen bis zu schwerer Infanterie auf den Britischen Inseln und dem europäischen Festland.
Kampagnen und Schlachten spiegeln den Aufstieg und Zerfall der islamischen Kalifate, die Aufteilung des Karolingerreichs in fränkische und deutsche Reiche, die Magyarenzüge bis zur Entscheidungsschlacht auf dem Lechfeld sowie die Wikinger-Niederlassungen in der Normandie und der Kiewer Rus wider. Byzantinische Listen zeigen die Erholung des Reiches unter der Makedonischen Dynastie nach den Verlusten in der Levante und Nordafrika.
Lohnt sich das Spiel?
Die Steam-Bewertungen fallen insgesamt positiv aus. Das Spiel richtet sich an Spieler, die detaillierte historische Kriegsführung mit Fokus auf zeittypische Taktik und Heeresaufstellung suchen, statt schnelle Action. Stärke ist der Umfang an Zusatzinhalten: Dutzende neue Listen und Szenarien sorgen für hohen Wiederspielwert über Custom- und Kampagnen-Optionen. Wer Simulations-Tiefe in mittelalterlichen und frühmittelalterlichen Konflikten sucht, findet hier reichhaltiges Material - besonders in Kombination mit früheren Teilen der Serie. Das Spiel erscheint als eigenständige Erweiterung ohne laufende Saisoninhalte oder größere Nachfolge-Updates.