96 Mill ist ein unabhängiges Point-and-Click-Horror-Adventure, das sich vollständig in einer verlassenen Industrieanlage abspielt. Die Spieler übernehmen die Rolle eines Abrissmitarbeiters, der das Edmont Worsted Industrial Complex für die Sprengung vorbereiten soll. Im Mittelpunkt stehen Erkundung, Rätsellösen und Entscheidungen in einem Gebäude, das seit 1820 steht und eine Geschichte unerklärlicher Vorfälle mit sich bringt.
Gameplay
Das Spielprinzip basiert auf einer First-Person-Point-and-Click-Steuerung durch mehr als fünfzig unterschiedliche Räume. Objekte werden untersucht, die Umgebung interagiert und eine Reihe von Aufgaben erledigt, die mit der Vorbereitung der Sprengung zusammenhängen. Quests lenken den Fortschritt, lassen aber auch Raum für optionale Ermittlungen, die spätere Ereignisse beeinflussen können. Die Gespräche mit dem Sprengstoffexperten Frank Galvani sind vollständig vertont und dienen sowohl der Aufgabenfortführung als auch der Enthüllung von Hintergrundinformationen über die Anlage. Entscheidungen während der Dialoge und beim Gegenstandseinsatz bestimmen direkt, welches von acht möglichen Enden erreicht wird.
Die Atmosphäre entsteht durch die detailliert gestalteten, verfallenden Industrieflächen und nicht durch actionlastige Szenen. Beleuchtung, Sounddesign und statisches Umgebungs-Storytelling erzeugen Spannung, während man durch Gänge, Büros und Maschinenhallen geht, die jahrelang unberührt geblieben sind. Die vertraute Point-and-Click-Oberfläche lenkt den Fokus auf Beobachtung und logisches Schlussfolgern statt auf reflexbasierte Herausforderungen.
Spielmodi
96 Mill bietet ein rein Singleplayer-basiertes Narrative-Erlebnis ohne separate Multiplayer- oder Wettbewerbsmodi. Das gesamte Spiel verläuft als eine durchgehende Story-Session, in der Spielerentscheidungen das Ergebnis beeinflussen. Es gibt keine freischaltbaren Schwierigkeitsstufen oder alternative Kampagnen; der Wiederspielwert ergibt sich stattdessen aus den acht unterschiedlichen Enden, die durch verschiedene Kombinationen von Entscheidungen während der Abrissvorbereitung entstehen.
Der Fortschritt folgt einer linearen Abfolge erforderlicher Aufgaben, doch die Reihenfolge der Erkundung und die Antworten an die Begleitfigur können Wege öffnen oder verschließen. Diese Struktur belohnt aufmerksames Zuhören und genaue Beobachtung der Umgebung bei jedem Durchgang, ohne separate Spielvarianten einzuführen.
Handlung und Setting
Die Geschichte beginnt mit der Ankunft der Spielfigur in der 96 Mill Street in Woonsocket, Rhode Island. Das Edmont Worsted Industrial Complex steht unter Abrissverfügung, doch seine lange Geschichte seltsamer Ereignisse deutet darauf hin, dass das Gebäude sich nicht widerstandslos sprengen lässt. Gemeinsam mit Frank Galvani muss die Spielerfigur wichtige tragende Punkte lokalisieren, Ausrüstung verwalten und auf unerwartete Entwicklungen innerhalb der Anlage reagieren.
Hintergrundinformationen werden durch Dokumente, aufgezeichnete Nachrichten und Gespräche vermittelt, nicht durch Zwischensequenzen. Das Setting orientiert sich an der realen industriellen Vergangenheit des Ortes und ergänzt diese um fiktive unerklärliche Ereignisse, die sich seit der Eröffnung des Komplexes im Jahr 1820 angesammelt haben. Der Ton bleibt bei der praktischen Arbeit des Abrisses, während nach und nach die belastete Geschichte des Gebäudes enthüllt wird.
Lohnt sich das Spiel?
96 Mill erhielt von der Mehrheit der Spieler positive Bewertungen - 81 Prozent von 49 Nutzerrezensionen fielen positiv aus. Wer klassische Point-and-Click-Adventures mit Horrorelementen und mehreren Enden schätzt, findet hier ein in sich abgeschlossenes Erlebnis, das sich in wenigen konzentrierten Sitzungen durchspielen lässt. Die vollständig vertonten Dialoge und die acht möglichen Ausgänge bieten klare Motivation für weitere Durchgänge, um zu sehen, wie unterschiedliche Entscheidungen das Endergebnis verändern.
Das Spiel richtet sich an Spieler, die bewusstes Erkunden und geschichtengetriebene Rätsel gegenüber schnellem Action oder umfangreichen Multiplayer-Systemen bevorzugen. Da es 2017 ohne nachfolgende saisonale Inhalte oder größere Erweiterungen erschienen ist, bleibt das Spiel genau so, wie es veröffentlicht wurde: ein kompaktes, atmosphärisches Adventure, das sich auf einen einzigen Ort und seine interaktive Erzählung konzentriert. Wer eine kurze, entscheidungsreiche Horrorgeschichte im Point-and-Click-Format sucht, könnte es als lohnende Ergänzung der eigenen Sammlung empfinden.