„9th Company: Roots Of Terror" ist ein Echtzeit-Strategiespiel, das während des sowjetischen Afghanistaneinsatzes spielt. Es basiert auf dem historischen Gefecht der 9. Kompanie des 345. Garde-Luftsturm-Regiments auf Hügel 3234 im Januar 1988. Spieler übernehmen das Kommando über sowjetische Einheiten, beginnend mit der Ausbildung von Rekruten im usbekischen Ferghanatal und endend in erbitterten Abwehrkämpfen gegen Mudschaheddin und Söldner.
Gameplay
Die Spielmechanik basiert auf zwei taktischen Ebenen: Auf der Operationskarte wählt man Missionen und plant Bewegungen, während detaillierte Gefechtskarten die eigentlichen Kämpfe abbilden. Über 80 Einheitentypen aus den Bereichen mechanisierte Infanterie, Sturmtruppen, Aufklärung und Spezialkräfte stehen zur Verfügung. Jeder Soldat und jedes Fahrzeug verfügt über individuelle Werte für Verdienste und Moral, die das Verhalten unter Beschuss beeinflussen.
Ein Trefferzonen-System ermöglicht gezielte Schäden an mechanisierten Einheiten, wodurch Waffen, Ketten oder Besatzungsmitglieder außer Gefecht gesetzt werden können. Feuerleit- und Verhaltensbefehle bestimmen, wie Einheiten auf Bedrohungen reagieren - ob sie Stellung halten, sich gedeckt vorarbeiten oder bestimmte Ziele priorisieren. Erfahrung sammelt sich über mehrere Missionen hinweg und verbessert die Leistung der Besatzungen. Im Requisitionsmenü lassen sich Eliteeinheiten aus kampferprobten Veteranen zusammenstellen. Eine Physik-Engine simuliert realistische Zerstörungen von Fahrzeugen und Gebäuden in detaillierten 3D-Umgebungen auf zwölf einzigartigen Karten Afghanistans.
Spielmodi
Die Kampagne folgt einer nichtlinearen Missionsstruktur, die sich an den historischen Ereignissen orientiert. Spieler durchlaufen Ausbildungs- und Gefechtsmissionen und entscheiden auf der Operationskarte über verfügbare Ziele. Jede Mission spielt auf einer der zwölf taktischen Karten und verbindet defensive Stellungskämpfe mit offensiven Manövern gegen zahlenmäßig überlegene Kräfte.
Der Schwerpunkt liegt auf dem Einzelspieler-Modus mit Fokus auf Ressourcenmanagement, Positionierung und Anpassung an veränderte Gefechtslagen. Es gibt keine separaten Mehrspieler- oder Gefechtsmodi, sodass der Fokus auf der storygetriebenen Abfolge der Ereignisse bis zur entscheidenden Verteidigung der Hügelposition bleibt.
Historischer Hintergrund und Schauplatz
Das Spiel rekonstruiert die letzte großangelegte sowjetische Operation in Afghanistan mit besonderem Augenmerk auf die Ereignisse vom 7. und 8. Januar 1988. Die 9. Kompanie wehrte wiederholte Angriffe von etwa 400 Gegnern ab und hielt zwei Tage lang trotz schwerer Verluste stand. Sechs Soldaten fielen, 28 der verbliebenen 39 wurden verwundet, zwei erhielten posthum den Titel Held der Sowjetunion.
Die Ausbildungsabschnitte im Ferghanatal vermitteln den Rekruten die harten Bedingungen des Luftsturm-Dienstes vor dem Einsatz. Die Gefechtskarten bilden afghanisches Gelände mit besonderem Fokus auf Höhenunterschiede, Deckung und die Herausforderungen des Kampfes in großer Höhe gegen entschlossene Gegner ab.
Lohnt sich das Spiel?
Die Nutzerbewertungen fallen gemischt aus, rund sechzig Prozent der Rezensionen sind positiv. Die durchschnittliche Spielzeit beträgt etwa sechs Stunden, was der kompakten Kampagnenlänge entspricht. Das Spiel richtet sich an Spieler, die historische Echtzeit-Strategietitel schätzen und Wert auf Einheitenmanagement, Moral-Mechaniken und authentische militärische Szenarien legen.
Wer detaillierte Kontrolle über Infanterie und Fahrzeuge in einem historisch fundierten Setting sucht, wird das zweistufige taktische System und das Erfahrungssystem als lohnend empfinden. Das Spiel ist als Legacy-Version erhältlich, ohne laufende saisonale Inhalte oder größere Updates seit dem ursprünglichen Release. Es spricht vor allem Fans älterer RTS-Designs an, die die spezifische Darstellung des sowjetisch-afghanischen Konflikts und die Herausforderung unterlegener Abwehrkämpfe schätzen.