Abermore ist ein First-Person-Stealth-RPG, das in einer neo-edwardianischen Stadt mit skurrilen Bewohnern und reichlich Gelegenheiten zum Diebstahl spielt. Man schlüpft in die Rolle des Unhanged Man, einer mythischen Gestalt, die sich über 18 Tage auf einen großen Coup vorbereitet. Das Spiel dreht sich um tägliche Aktivitäten, die auf das finale Ziel, das Fest der Glücklichen Wenigen, hinführen - mit wechselnden Begegnungen und Ausgängen pro Durchlauf.
Gameplay
Im Kern geht es darum, Straßen und Gebäude zu erkunden, um Ziele für Raubzüge ausfindig zu machen, ohne entdeckt zu werden. Die Level nutzen prozedurale Generierung, wodurch sich Layouts und Wachenpositionen von Runde zu Runde ändern. Nebenaufträge für Einwohner, der Verkauf erbeuteter Waren und das Sammeln von Ressourcen während der Vorbereitungsphase gehören ebenfalls dazu. Da Pläne oft nicht aufgehen, sind Improvisation und der Einsatz alltäglicher Gegenstände als Ablenkung oder Werkzeug entscheidend. Dabei bleibt Stealth zentral: Wer sich unauffällig bewegen und den richtigen Moment abpassen will, muss stets auf Patrouillen achten.
Übernatürliche Fähigkeiten stammen von Tarot-Karten, die eine von 14 verschiedenen Kräften verleihen. Diese unterstützen unterschiedliche Spielweisen - etwa lautloses Schleichen oder schützende Effekte in brenzligen Situationen. Bessere Ausrüstung erhält man über den Schwarzmarkt, wo gestohlene Gegenstände gegen Waffen und Spezialwerkzeuge getauscht werden. Die 18-Tage-Struktur lädt dazu ein, immer wieder andere Viertel aufzusuchen, da sich mit jedem Zyklus neue Geschichten und potenzielle Verbündete ergeben.
Spielmodi
Abermore ist eine reine Einzelspieler-Kampagne ohne kompetitive oder kooperative Modi. Die Handlung erstreckt sich über die festgelegte 18-Tage-Zeitlinie bis zum großen Coup, wobei sich tägliche Abschnitte aus Raubzügen und Charakterinteraktionen zusammensetzen. Prozedurale Variationen sorgen dafür, dass sich kein Tag exakt wiederholt - selbst bei wiederholten Besuchen ähnlicher Orte. Innerhalb eines Tages bestimmt der Spieler selbst das Tempo und entscheidet, welche Aufträge oder Ziele er vor Ablauf der Frist noch angehen will.
Fortschritt ergibt sich aus angesammelter Ausrüstung und Beziehungen zu Stadtbewohnern. Diese Allianzen bringen einzigartige Vorteile für den finalen Coup, deren konkrete Wirkung von den Entscheidungen während der Vorbereitung abhängt. Die Struktur setzt vor allem auf Wiederspielbarkeit durch Zufallselemente, nicht auf separate Modi oder Schwierigkeitsstufen.
Erkundung und Vorbereitung
Die Stadt Abermore bildet das zentrale Spielfeld. In ihren Vierteln leben verschiedenste Charaktere, die Nebenaufträge anbieten. Wer diese erledigt, kann sich Vorteile für spätere Phasen sichern - etwa zusätzliche Zugänge oder Ablenkungen während eines Raubzugs. Beute aus erfolgreichen Diebstählen fließt in die Schwarzmarktwirtschaft und ermöglicht Upgrades, die künftige Missionen verändern. Der Fokus liegt auf sorgfältiger Erkundung und Ressourcenmanagement statt auf direkten Konfrontationen.
Die Interaktion mit der Umgebung geht über Standardwerkzeuge hinaus: Spieler experimentieren mit verfügbaren Gegenständen, um Chancen für Stealth oder Flucht zu schaffen. Diese Flexibilität belohnt genaues Beobachten und kreatives Problemlösen innerhalb der prozedural erzeugten Räume.
Lohnt sich das Spiel?
Abermore bietet ein fokussiertes Stealth-Erlebnis mit kurzen Tageszyklen und prozeduraler Vielfalt. Tarot-Fähigkeiten und Schwarzmarkthandel erweitern die Planungsmöglichkeiten, während der 18-Tage-Bogen ein klares Fortschrittsgefühl bis zum zentralen Ziel vermittelt. Wer methodisches First-Person-Stealth und Stadterkundung schätzt, könnte die Kernmechaniken trotz begrenzten Umfangs ansprechend finden.
Das Echo in der Community ist bislang überschaubar; Nutzerbewertungen auf Vertriebsplattformen fallen eher verhalten aus, und die Zahl der Rezensionen ist gering. Technische Probleme und fehlender Schliff werden in den vorhandenen Kommentaren häufig erwähnt. Das Spiel ist als abgeschlossenes Einzelspieler-Erlebnis ohne nachfolgende Season-Pässe oder Erweiterungen erhältlich. Interessenten sollten abwägen, wie viel experimentellen Indie-Titeln mit Fokus auf Atmosphäre und Systemen sie abgewinnen können.