Agricultural Simulator: Historical Farming ist eine Simulation, die sich mit landwirtschaftlichen Praktiken der Mitte des 20. Jahrhunderts beschäftigt. Auf zwei unterschiedlichen Karten bewirtschaften Spieler Betriebe mit Geräten und Verfahren, wie sie zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren üblich waren. Im Mittelpunkt stehen realistische Fahrzeugphysik und Feldarbeit, ohne moderne Hilfsmittel oder abstrakte Management-Ebenen.
Gameplay
Im Kern dreht sich alles um den Einsatz zeitgenössischer Traktoren und Anbaugeräte zum Bodenbearbeiten, Säen und Ernten. Zur Ausstattung gehören Modelle von Marken wie John Deere und Lanz Bulldog, die originalgetreu nachgebildet sind. Besonders auffällig ist das dynamische Geländeverhalten: Beim Pflügen und Grubbern entstehen sichtbare Furchen, die Traktion und Lenkung beeinflussen und daher eine angepasste Fahrweise erfordern.
Zwei Regionen bieten unterschiedliche Bedingungen. Die nördliche Alpenregion zeichnet sich durch Hochland, Täler und bewaldete Flächen mit entsprechenden Höhenunterschieden aus. Die Toskana-Region präsentiert ein ausgeglichenes Klima, das zur Landschaft passt. Nach der Wahl des Startgebiets erweitern Spieler ihren Betrieb, indem sie innerhalb dieser Umgebung Felder bewirtschaften. Die Bodenbearbeitung erfolgt in mehreren Durchgängen mit passenden Geräten; die Simulation berücksichtigt dabei die Veränderung der Bodenverhältnisse durch vorherige Arbeiten.
Spielmodi
Das Spiel unterstützt sowohl Einzelspieler-Sitzungen als auch Mehrspieler-Modus. Im Einzelspieler übernimmt man alle Schritte des Betriebsausbaus allein auf der gewählten Karte. Im Mehrspielermodus können mehrere Personen dieselbe Karte nutzen und Aufgaben wie Feldvorbereitung oder Geräteeinsatz gemeinsam koordinieren. Es gibt weder eine strukturierte Kampagne noch missionsbasierte Modi. Die Tätigkeit bleibt offen gestaltet und konzentriert sich auf fortlaufende Feldarbeit und Maschinenbedienung ohne zusätzliche Systemebenen.
Historische Einordnung und Ausrüstung
Die Handlung spielt zwischen 1950 und 1970 und zeigt landwirtschaftliche Arbeit vor der Verbreitung moderner Technik. Die verfügbaren Maschinen beschränken sich auf Originalkonstruktionen dieser Zeit, was sich auf Arbeitsgeschwindigkeit und erforderliche Techniken auswirkt. Die detailgetreue Darstellung erstreckt sich auch auf das visuelle und funktionale Verhalten der Traktoren, einschließlich ihrer Auswirkung auf das verformbare Geländesystem. Das Spiel richtet sich damit an Interessierte, die den Übergang zur mechanisierten Landwirtschaft nachvollziehen möchten, statt auf hoch effiziente moderne Betriebe zu setzen.
Lohnt sich das Spiel?
Die Steam-Bewertungen fallen insgesamt sehr negativ aus: Bei 114 Rezensionen liegt der positiven Anteil bei 19 Prozent. Die Simulation liefert die angekündigten historischen Traktoren und das dynamische Furchensystem auf den beiden Karten, doch viele Nutzer bemängeln technische Einschränkungen und Steuerungsprobleme. Wer eine Nischensimulation mit realistischer Bodeninteraktion sucht, kann in dem begrenzten Umfang einen gewissen Reiz finden. Wer hingegen eine polierte Oberfläche, ausführliche Tutorials oder regelmäßige Aktualisierungen erwartet, wird angesichts der Veröffentlichung 2012 und fehlender Weiterentwicklung wahrscheinlich auf Schwierigkeiten stoßen. Verfügbar ist nur die ursprüngliche PC-Version ohne zusätzliche Erweiterungen.