Anvil Saga ist ein Indie-RPG-Simulationsspiel, in dem Spieler einen mittelalterlichen Schmiedebetrieb während des Hundertjährigen Krieges leiten. Man beginnt mit einer einfachen Schmiede und baut sie nach und nach zu einem florierenden Geschäft aus, indem man Aufträge abwickelt, Mitarbeiter führt und sich zwischen rivalisierenden Gruppen politisch bewegt.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Erfüllung von Schmiedearbeiten und der kontinuierliche Ausbau der Werkstatt. Spieler errichten zusätzliche Räume wie Küchen, Wohnbereiche oder spezialisierte Werkstätten für Holzfällerei und Holzschnitzerei. Jeder neue Bereich braucht Möbel und Dekoration, die entweder die Effizienz steigern oder anspruchsvollere Kunden anziehen. Mit steigendem Prestige werden Aufträge von wohlhabenden Auftraggebern wie Baronen oder Rittern freigeschaltet, die für besondere Stücke wie verzierte Ringe oder maßgefertigte Schwerter deutlich mehr bezahlen.
Die Mitarbeiterführung sorgt für zusätzliche Tiefe. Jeder Angestellte bringt eigene Fähigkeiten, Löhne, Charaktereigenschaften und Bedürfnisse mit. Um sie zufriedenzustellen, müssen Annehmlichkeiten geschaffen, Wohnräume gestaltet und Werkzeuge oder Bücher bereitgestellt werden, die ihre Leistung verbessern. Schlechte Bedingungen führen zu langsamerer Produktion oder Abwanderung und stören den Betrieb.
Die Beziehungen zu den Fraktionen bestimmen den langfristigen Verlauf. Fünf Gruppen sind in der Region aktiv: die Engländer, die Franzosen, Banditen, der Heilige Orden und die Hexen. Wer Aufträge einer Seite annimmt, beeinflusst das Ansehen bei den anderen. Gute Beziehungen bringen Schutz, Ressourcenboni oder besondere Aufträge, während Vernachlässigung Überfälle oder verpasste Chancen nach sich ziehen kann. Jahreszeiten wechseln und verändern sowohl die Verfügbarkeit von Rohstoffen als auch das Verhalten der NPCs, sodass Produktionspläne ständig angepasst werden müssen.
Jede Entscheidung hat langfristige Folgen. Welche Aufträge angenommen und welche Fraktionen unterstützt werden, beeinflusst verfügbare Quests, Kunden und sogar die Spielwelt insgesamt. Die Ergebnisse reichen von wirtschaftlichen Vorteilen bis hin zu plötzlichen Konflikten, die Verteidigung und Ruf der Schmiede auf die Probe stellen.
Spielmodi
Zwei Hauptmodi bestimmen den Spielverlauf. Im Story-Modus folgt man einer Kampagne mit geführter Progression, festgelegten Ereignissen und einer Erzählung, die von den Fraktionsentscheidungen abhängt. Der Sandbox-Modus entfernt diese Vorgaben und ermöglicht freies Bauen und Experimentieren auf einer offenen Zeitachse mit anpassbarer Schwierigkeit.
Beide Modi bieten mehrere Schwierigkeitsstufen, die Auftragskomplexität, Mitarbeiteranforderungen und Fraktionsaggression skalieren. Spieler können zwischen den Modi wechseln oder mit neuen Parametern neu starten, um andere Rufpfade oder Ausbaustrategien zu erproben, ohne dieselbe Abfolge von Ereignissen zu wiederholen.
Wichtige Mechaniken und Fortschritt
Der Ausbau der Einrichtung bildet das Rückgrat des Fortschritts. Unterirdische Erweiterungen und neue Werkstätten schalten höherwertige Aufträge frei, die spezielle Ausrüstung erfordern. Dekorationen erfüllen dabei zwei Zwecke: Sie steigern die Attraktivität für Kunden und erfüllen die Bedürfnisse der Mitarbeiter, wodurch eine Wechselwirkung zwischen Ästhetik und Produktivität entsteht.
Das Rufsystem steht im Zentrum der strategischen Planung. Jede Fraktion bietet eigene Vorteile, sodass Spieler kurzfristige Gewinne gegen langfristige Stabilität abwägen müssen. Mehrere Beziehungen gleichzeitig zu pflegen verhindert Isolation und maximiert den Zugang zu seltenen Materialien und lukrativen Verträgen.
Der Ausbau der Bibliothek und das Schmieden besserer Werkzeuge sorgen für kontinuierliche Verbesserungen. Bücher erhöhen mit der Zeit die Fähigkeiten der Mitarbeiter, während hochwertigere Werkzeuge die Fertigungszeiten komplexer Gegenstände verkürzen. Beide Systeme belohnen kontinuierliche Investitionen statt einmaliger Anschaffungen.
Lohnt sich das Spiel?
Anvil Saga richtet sich an Spieler, die Management-Simulationen mit vielschichtigen Entscheidungen und leichter RPG-Progression schätzen. Die Kombination aus Werkstattbau, Personalverwaltung und Fraktionsdiplomatie sorgt für anhaltende Beschäftigung über mehrere Durchgänge hinweg - sowohl im Story- als auch im Sandbox-Modus.
Auf Steam liegt die Bewertung bei „Größtenteils positiv" basierend auf über 1.400 Rezensionen. Viele loben den befriedigenden Ausbauprozess und die Konsequenzen der Fraktionsentscheidungen als herausragende Merkmale. Einige erwähnen gelegentliche technische Probleme in früheren Versionen, die jedoch durch nachfolgende Patches behoben wurden.
Das Spiel läuft auf dem PC und bietet keine Multiplayer-Komponente, eignet sich also besonders für Solo-Sessions mit Fokus auf langfristige Planung. Wer bewusste Spielgeschwindigkeit und Wiederspielbarkeit durch unterschiedliche Rufpfade schätzt, findet hier den größten Mehrwert. Einsteiger in das Genre können im Sandbox-Modus mit niedriger Schwierigkeit beginnen, um die Systeme kennenzulernen, bevor sie sich der vollständigen Kampagne stellen.