Attack Only ist ein unabhängiges rundenbasiertes RPG-Abenteuer für den PC, das sich durch ein ungewöhnliches Konzept abhebt: Die Prinzessin als Protagonistin kann nur angreifen - doch ihre Ziele reichen weit über gewöhnliche Gegner hinaus und beeinflussen sowohl die Kämpfe als auch die Spielwelt selbst.
Gameplay
Im Kampf steht der Hauptfigur ausschließlich der Angriffsbefehl zur Verfügung. Diese Einschränkung zwingt dazu, nicht nur Feinde, sondern auch Mitstreiter, Bedienelemente auf dem Bildschirm und die fiktive Konsole Game Hand 2000 anzugreifen, die das Geschehen einrahmt. Während frühe Kämpfe noch direkte Treffer auf Gegner erlauben, erfordern spätere Herausforderungen präzises Zielen, um Schwächen auszunutzen oder das Verhalten der Verbündeten zu verändern.
Zu den Begleitern gehören ein überaus frommer Priester und eine gerissene Magierin, die ihre Züge eigenständig ausführen. Angriffe auf diese Verbündeten können ihre Handlungen gezielt auf den Sieg ausrichten, ohne dass man sie direkt steuert. Die Dämonenarmee stellt unterschiedliche Bedrohungen dar, deren Schwachstellen sich durch konsequentes Offensivspiel ausnutzen lassen - selbst in aussichtslosen Lagen.
Optik, Sound und Erzähltext erzeugen eine nostalgische Retro-Atmosphäre mit pixeliger Ästhetik und Chiptune-ähnlichem Sound. Die vierte Wand wird zunehmend durchbrochen, wenn der Spieler gelegentlich aus der Konsole heraustreten und reale Katastrophen mit allen verfügbaren Mitteln abwenden muss.
Spielmodi
Attack Only bietet eine geschlossene Einzelspieler-Kampagne mit aufeinanderfolgenden rundenbasierten Begegnungen und fortlaufender Handlung. Separate Mehrspieler-Optionen, Wettbewerbsmodi oder kooperative Varianten sind nicht vorgesehen. Das Design legt den Fokus auf den kreativen Einsatz der Angriffsmechanik entlang einer linearen Geschichte mit schrulligen Verbündeten und wachsender dämonischer Bedrohung.
Kämpfe sind eng mit Erkundung und Handlungsabschnitten verknüpft und bilden einen durchgängigen Kreislauf aus Ressourcenmanagement und gezielten Treffern. Dabei steht weniger die Vielfalt der Spielmodi im Vordergrund als vielmehr Witz und Anpassungsfähigkeit.
Handlung und Atmosphäre
Die Geschichte spielt größtenteils innerhalb der retro gestalteten Konsole Game Hand 2000, wo die Prinzessin mit ihren ungewöhnlichen Begleitern gegen eine unheimliche Dämonenarmee kämpft. Die loyalen, aber unberechenbaren Verbündeten reagieren auf äußere Einflüsse und eröffnen so zusätzliche strategische Möglichkeiten. Die metafiktionalen Elemente reichen über die Kämpfe hinaus und ziehen den Spieler in Situationen, die die Grenze zwischen Spielwelt und Realität verschwimmen lassen.
Schreibstil und Präsentation greifen nostalgische RPG-Konventionen auf, unterlaufen sie jedoch mit verstörenden Wendungen. Die Monsterdesigns zeigen jeweils klare Schwachstellen, die wiederholte Angriffe und taktische Anpassungen belohnen und die Spannung über die gesamte Reise aufrechterhalten.
Lohnt sich das Spiel?
Attack Only spricht Spieler an, die unkonventionelle rundenbasierte Systeme und retro-inspirierte Präsentation schätzen. Die Beschränkung auf einen einzigen Angriff bei gleichzeitig weitreichenden Zieloptionen führt zu befriedigenden Kämpfen, die kreatives Problemlösen statt standardisierter Menünavigation belohnen. Die eigenständigen Aktionen der Begleiter heben das Kampfsystem zusätzlich von klassischen RPG-Parteien ab.
Wer vierte-Wand-Experimente und narrative Überraschungen mag, wird die metafiktionale Struktur als ansprechend empfinden. Das Spiel befindet sich noch in Entwicklung und soll 2027 erscheinen - endgültige Balance und Umfang werden daher erst den langfristigen Reiz bestimmen. Fans von Indie-RPGs, die mechanische Innovation über umfangreiche Inhaltsbibliotheken stellen, profitieren am meisten von diesem fokussierten Ansatz.