Castellan ist ein Indie-Action-Strategiespiel für den PC, in dem Spieler die letzte menschliche Festung gegen übermächtige Feindkräfte verteidigen. Das Gameplay verbindet Echtzeit-Verteidigungskampf mit einem Kartensystem zur Einheitenaufstellung und roguelite-typischem Fortschritt über mehrere Durchläufe hinweg. Die Verteidigung erfolgt durch direktes Zielen mit Pfeilen, das Ausspielen von Soldaten aus der Hand und den gezielten Einsatz begrenzter Zauber, während die Gegner in Wellen anrücken.
Gameplay
Im Zentrum steht ein ständiger Wechsel zwischen Angriff und Reaktion. Mit gedrückter linker Maustaste feuert man Pfeile und zielt dabei auf die dichtesten Gruppen. Sobald Feinde die Mauern erreichen, lässt sich ein Wächter-Impuls auslösen, der sie zurückstößt. Versorgungskisten fallen während der Kämpfe, und wer sie abschießt, erhält sofort neue Karten für die Hand.
Die Truppenaufstellung erfolgt über ein Kartensystem. Fußsoldaten halten die vorderste Linie, Bogenschützen unterstützen aus sicherer Entfernung, und Kleriker stellen die Gesundheit wieder her. Die Platzierung lässt sich flexibel anpassen, um auf Angriffe an den Flanken oder am Tor schnell zu reagieren.
Vier Zaubersprüche, die mit den Tasten 1 bis 4 belegt sind, bieten taktische Möglichkeiten. Ranken können Gruppen fesseln, Frostfelder verlangsamen Bewegungen, Feuerbälle verursachen Flächenschaden, und Reparaturrituale stellen die Mauern wieder her. Jeder Zauber hat begrenzte Ladungen, sodass Timing und Priorität entscheidend sind.
Spielmodi
Castellan ist ein reines Einzelspieler-Erlebnis, das auf wiederholten Durchläufen durch eine Kapitelreihe basiert. Jedes Kapitel stellt eine andere feindliche Nation mit eigenen Einheiten und einem Endboss vor. Der Fortschritt ergibt sich aus der Überlebensdauer pro Versuch; danach werden Meisterschaftspunkte vergeben, mit denen dauerhafte Verbesserungen freigeschaltet werden.
Die Durchläufe setzen auf Anpassung statt auf feste Level. Versorgungskisten und Kartenziehungen sorgen für Variabilität, während der Upgrade-Baum mit jedem Scheitern stärker wird. Das System lädt dazu ein, mehrere Versuche zu unternehmen, um weiter in die Kapitel vorzudringen und schwierigere Gegner zu treffen.
Fortschritt und Verbesserungen
Meisterschaftspunkte aus jedem Durchlauf fließen in einen umfangreichen Upgrade-Baum. Die Knoten verbessern Mauernhaltbarkeit, Pfeilgeschwindigkeit und -schaden, die Wirksamkeit der Soldaten sowie Häufigkeit und Qualität der Versorgungskisten. Separate Truhen für Kaserne, Schießstand und Kapelle erweitern mit der Zeit den verfügbaren Kartenpool.
Quests zwischen den Durchläufen stärken die Goldwirtschaft und ermöglichen eine zuverlässigere Rekrutierung stärkerer Einheiten. Der Baum enthüllt neue Knoten, sobald genügend Meisterschaftspunkte gesammelt wurden, und schafft so ein Gefühl stetigen Wachstums ohne perfekte Runs.
Feindfraktionen und Kapitel
Die Kapitel führen unterschiedliche Bedrohungen ein, die jeweils andere Verteidigungsstrategien erfordern. Das erste Kapitel setzt auf wandelnde Tote und Waldtrolle. Spätere Abschnitte bringen Naga, Dunkelelfen und Harpyien aus einer versunkenen Dorfszenerie. Schmiedezwerge greifen mit feuerbasierten Angriffen an und stellen das Timing der Mauernreparatur auf die Probe.
Jede Fraktion verfügt über Eliteeinheiten und einen kapitelabschließenden Boss. Diese Begegnungen belohnen präzisen Zaubereinsatz und kluge Kartenplatzierung statt bloßer Übermacht.
Lohnt sich das Spiel?
Castellan richtet sich an Spieler, die Echtzeit-Strategie mit roguelite-Elementen und direkter Kontrolle über Verteidigungsaktionen kombinieren möchten. Das Zusammenspiel aus Pfeilzielen, Kartenmanagement und begrenzten Zaubern ergibt eine greifbare Spielschleife, die sich von klassischen Tower-Defense-Titeln unterscheidet.
Wer inkrementellen Fortschritt durch wiederholte Versuche schätzt, findet im Meisterschaftsbaum und der wachsenden Kartensammlung eine lohnende Herausforderung. Die Kapitelstruktur mit unterschiedlichen Gegnertypen sorgt für Abwechslung, ohne separate Spielmodi einzuführen.
Das Spiel eignet sich besonders für Solo-Spieler, die bereit sind, aus Fehlern zu lernen und Taktiken über mehrere Sitzungen zu verfeinern. Das fokussierte Konzept aus Burgverteidigung und Karteneinsatz macht es zu einem Nischen-, aber stimmigen Erlebnis im Action-Strategie-Genre.