Chess Army ist ein taktisches, rundenbasiertes Strategie-Rollenspiel, das Roguelike-Elemente mit schachähnlichen Bewegungen auf einem rasterbasierten Schlachtfeld verbindet. Spieler führen eine Armee aus Soldaten, Magiern, Reitern und Speerkämpfern durch eine Kampagne, in der jede Entscheidung dauerhaft ist und jede Positionierung über Sieg oder Niederlage entscheidet. Die Einheiten orientieren sich an Schachfiguren, doch das Spiel legt den Schwerpunkt auf Ressourcenmanagement, Rekrutierung besiegter Gegner und das Zusammenspiel mit dem Gelände.
Gameplay
Die Kämpfe finden auf einem Raster statt, auf dem jede Bewegung zählt und Positionierung oft wichtiger ist als reine Kampfkraft. Die Einheiten gehören zu vier Armeekorps, die ihre Fortbewegung bestimmen. Magier ziehen diagonal wie Läufer und greifen aus der Ferne an. Kavallerie springt in L-Form wie Springer und umgeht Hindernisse. Speerkämpfer und Wachen rücken geradlinig wie Türme vor und kontrollieren ganze Reihen. Infanterie bewegt sich in alle acht Richtungen wie eine Königin und bildet das flexible Rückgrat der meisten Formationen. Pro Runde steht nur eine Aktion zur Verfügung, sodass jede Entscheidung wohlüberlegt sein muss. Fällt der Kommandant, lässt er sich nicht ersetzen.
Die Rekrutierung ist das Herzstück der langfristigen Strategie. Nach jedem Gefecht kann ein Spieler einen der letzten drei besiegten Gegner in die eigenen Reihen aufnehmen. Zwischen den Kämpfen lassen sich drei identische Basiseinheiten verschmelzen, um fortgeschrittene Varianten freizuschalten. Auf diese Weise entstehen 28 unterschiedliche Klassen mit verzweigten Spezialisierungspfaden. Ein einfacher Soldat kann sich zum aggressiven Barbaren oder zum präzisen Waffenmeister entwickeln. Magier wählen zwischen schützenden oder blutsaugenden Fähigkeiten. Ausrüstung aus Truhen ergänzt jede Einheit mit gewöhnlichen, seltenen oder legendären Gegenständen, die gezielte Vorteile bieten.
Das Gelände beeinflusst jede Schlacht. Büsche dämpfen eingehenden Schaden, Felsen blockieren Sichtlinien, und Wasser verändert Bewegungsmöglichkeiten. Einheiteneigenschaften interagieren mit diesen Elementen und belohnen durchdachte Positionierung statt unüberlegter Angriffe. Kommandopunkte, die zwischen den Kämpfen verdient werden, verbessern einen ausgewählten Anführer über einen persönlichen Fertigkeitsbaum und beeinflussen Armeegröße, Haltbarkeit oder Einsatzflexibilität. So entsteht ein Kreislauf aus Erkunden, Kämpfen, Rekrutieren und Verfeinern, der sich über einen gesamten Durchlauf erstreckt.
Spielmodi
Im Mittelpunkt steht eine Einzelspieler-Kampagne, die in drei Phasen mit je sechs Missionen unterteilt ist. Scharmützel dienen dazu, gegnerische Truppen zu schwächen und Rekruten zu sammeln. Eine zentrale Spezialmission pro Phase stellt besondere Herausforderungen, bevor ein abschließender Boss folgt. Jede Phase wird von einem eigenen Kriegsherrn angeführt, dessen Taktik mit dem Fortschritt an Schwierigkeit zunimmt. Der Sieg erfordert das Überleben aller 18 Schlachten unter Berücksichtigung des dauerhaften Verlusts von Einheiten und der ständigen Gefahr für den Kommandanten.
Reservepätze ermöglichen es, Verstärkung für späteren Einsatz bereitzuhalten und so die Vorbereitung vor jedem Gefecht zu vertiefen. Separate Mehrspieler- oder Endlos-Modi sind nicht vorgesehen. Stattdessen liegt der Fokus auf wiederholten Kampagnenläufen, bei denen sich die Armee durch vorherige Siege und Niederlagen weiterentwickelt. Diese Konzentration lenkt die Aufmerksamkeit auf taktische Anpassung und den Aufbau der Truppe.
Kernmechaniken und Fortschritt
Permanent Death gilt ausschließlich für den Kommandanten; sein Tod beendet den Durchlauf, während gefallene Soldaten unwiederbringlich verloren sind. Dadurch entsteht Spannung in jedem Gefecht und fordert zurückhaltende Positionierung. Das Verschmelzen von Einheiten belohnt den wiederholten Einsatz derselben Typen und wandelt frühe Bauern in späte Spezialisten mit einzigartigen Stärken um. Kommandobäume verschiedener Anführer sorgen für Abwechslung, indem sie Prioritäten wie Logistik oder Truppenhärtung verändern.
Die Pixel-Art-Präsentation sorgt für klare Rasterübersicht und gut erkennbare Einheitensilhouetten. Sichtlinienregeln und Eigenschaftsinteraktionen differenzieren die Begegnungen und machen Deckung sowie Höhenunterschiede zu Faktoren, die ein scheinbar aussichtsloses Gefecht wenden können. Spieler, die methodisches Planen schätzen, erleben, wie kleine Geländeentscheidungen über mehrere Runden hinweg Wirkung entfalten.
Lohnt sich das Spiel?
Chess Army richtet sich an Spieler, die deliberate, rasterbasierte Taktik mit Roguelike-Armeeaufbau und dauerhaften Konsequenzen verbinden möchten. Die schachähnliche Bewegung bietet einen zugänglichen Einstieg, während Rekrutierung, Verschmelzung und Ausrüstung Tiefe für weitere Durchläufe schaffen. Wer Einzelspieler-Kampagnen mit steigenden Bossen und bedeutsamen Positionsentscheidungen sucht, wird die Struktur aus 18 Schlachten als ansprechend empfinden. Das Fehlen von Mehrspielermodi hält den Fokus auf persönlicher Strategieentwicklung. Wer die Kombination aus Schachmustern, Einheitenentwicklung und hohem Risiko für den Kommandanten schätzt, findet hier durchgängige taktische Herausforderung über alle Phasen hinweg.